Warum soll der „Assisted-by“-Vermerk weg?
Der Vermerk sollte Maintainer darauf hinweisen, dass bei einem Linux-Kernel-Patch ein KI-Tool geholfen hat. In der Praxis tauchte er jedoch nur bei einem Teil der Beiträge auf: Bei 18.533 Nicht-Merge-Commits für Linux 7.3 bis zum siebten Release Candidate stand er in rund zehn Prozent.
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Das ist eine Zahl zu deklarierten KI-Hilfen – nicht dazu, wie oft tatsächlich KI eingesetzt wurde. Sie zeigt also nicht, wie viel Code mit KI-Unterstützung entstand. Für die Maintainer ist die geringe und uneinheitliche Nutzung aber ein Hinweis darauf, dass sich der Vermerk nur begrenzt als verlässliche Orientierung für die Prüfung eignet.
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Vom Start in Linux 7.0 zum Beschluss in Prag
Die Kennzeichnung war Ende 2025 vorgeschlagen worden und stand ab Januar 2026 in den für Linux 7.0 geltenden Richtlinien.
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2 Am 8. Oktober 2026 sprach sich beim Maintainers Summit in Prag eine Mehrheit der rund 30 eingeladenen Entwickler dafür aus, die Vorgabe abzuschaffen.
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Am nächsten Tag stellte Sasha Levin, Nvidia-Softwareentwickler und Co-Maintainer der Stable- und LTS-Kernel, einen entsprechenden Änderungsvorschlag auf der Linux-Kernel-Mailingliste vor. Der Beschluss ist laut Bericht allerdings noch nicht vollständig umgesetzt.
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Damit war die Unterstützung für die Änderung bereits auf dem Summit deutlich geworden, bevor Linus Torvalds am 13. Oktober öffentlich scharf auf Forderungen nach KI-Offenlegung reagierte. Seine zugespitzte Kritik war also nicht der Auslöser des Prager Beschlusses.
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Was sich nicht ändert: Menschen müssen den Code verantworten
Die Abschaffung des Labels ist kein Verbot KI-gestützter Entwicklung. Die Kernel-Richtlinien halten weiterhin fest, dass ein Mensch den Beitrag prüfen und dafür die Verantwortung übernehmen muss. Eine KI darf keine Signed-off-by-Zeile hinzufügen: Mit dieser Signatur bestätigt ein Mensch die Einhaltung des Developer Certificate of Origin, kurz DCO.
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Es geht daher vor allem um die Frage, ob ein standardisierter Vermerk im Commit-Eintrag tatsächlich bei der Beurteilung eines Patches hilft. Ohne das Label bleibt die Prüfung des Codes entscheidend – und die Verantwortung liegt weiterhin bei der Person, die den Beitrag einreicht.
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Torvalds nutzt selbst KI – das ist aber kein Beleg für die Abschaffung
Linus Torvalds veröffentlichte eine noch nicht in den Kernel übernommene Serie aus acht Patches zur Page-Cache-Verarbeitung. Laut Berichten entstand sie mit Unterstützung von Claude Code; für kleine parallele Lesezugriffe auf seinem Laptop wurde eine etwa dreifache Leistung gemessen.
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Das Beispiel zeigt, dass KI-Tools auch bei Kernel-Arbeit eingesetzt werden. Es erklärt aber nicht allein den Beschluss, den Vermerk abzuschaffen: Die Diskussion darüber, ob die Kennzeichnung ihren Zweck erfüllt, hatte bereits auf dem Maintainers Summit stattgefunden.
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