In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2026 griffen Unbekannte aus der Ferne in die Kühlsteuerungen französischer Supermärkte ein. Kühlschränke und Tiefkühlgeräte heizten sich auf, Lebensmittel verdarben und es wurden Brände gemeldet. Betroffen waren nach Angaben der französischen Cybersicherheitsbehörden Anlagen von Danfoss, Copeland und Dixell. Wer die Angreifer waren und wie sie Zugang erhielten, ist weiterhin offen.
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Was geschah mit den Kühlanlagen?
Ziel waren Steuerungen, über die gewerbliche Kühlanlagen aus der Ferne verwaltet werden. Berichten zufolge versetzten die Angreifer Geräte in den Abtaumodus oder überschrieben die Temperatureinstellungen anderweitig. Bei einigen Anlagen stieg die Temperatur auf bis zu 50 °C. Frische und tiefgekühlte Waren wurden dadurch unbrauchbar.
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Auch Brände wurden gemeldet. Laut einem Bericht unter Berufung auf Ermittler in Paris könnte die Manipulation der Temperaturen diese ausgelöst haben. Ein gesicherter Zusammenhang mit jedem einzelnen gemeldeten Brand ist damit jedoch nicht belegt.
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Wie die Angreifer konkret in die Steuerungen eindrangen und ob sich das Verhalten von Alarmen von Markt zu Markt unterschied, ist aus den verfügbaren Berichten nicht ersichtlich. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete am 12. Oktober Ermittlungen ein.
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Welche Systeme waren betroffen?
CERT-FR, das französische staatliche Zentrum für die Reaktion auf IT-Sicherheitsvorfälle, meldete am 12. Oktober zahlreiche Kompromittierungen von Danfoss-Kühlsteuerungen der Reihen AK-SM und AK-SC. In der Warnung wurden außerdem Copeland-xweb- und Dixell-xweb-Systeme genannt.
Danfoss zufolge waren sowohl ältere Geräte betroffen, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt, als auch Anlagen mit veralteter Firmware. Der AK-SM 800 gilt seit Mai 2021 als nicht mehr unterstützt; der AK-SC 355 wurde 2016 aus dem Programm genommen. Auch einige AK-SM-800A-Geräte sollen betroffen gewesen sein, obwohl es sich dabei um ein aktuelleres Modell handelt – sie liefen mit veralteter Firmware.
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Forschende von Claroty hatten Schwachstellen in der Web-Verwaltung des AK-SM 800A veröffentlicht. Berichten zufolge stellte Danfoss im August 2025 eine Firmware bereit, die diese Probleme behebt. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Schwachstellen bei diesem Angriff ausgenutzt wurden.
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Welche Schutzmaßnahmen empfiehlt CERT-FR?
Die Hinweise von CERT-FR zielen vor allem darauf, den Zugriff auf die Steuerungen zu begrenzen und ihre Einstellungen zu überprüfen. Betreiber sollten betroffene Geräte vom Internet trennen, die Konfiguration kontrollieren – insbesondere die Abtauzeiten – und den Fernzugriff nur über ein VPN oder ein geschütztes Netzwerk wiederherstellen.
Diese Maßnahmen sollen Risiken durch offen erreichbare Verwaltungssysteme verringern. Die Warnung benennt jedoch keinen bestätigten Zugangsweg für diesen Angriff. Auch gibt es keinen Beleg dafür, dass bei allen kompromittierten Geräten dieselbe Methode zum Einsatz kam.
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Wie viele Märkte waren betroffen?
Die veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich, während Händler und Behörden das Ausmaß des Schadens ermittelten. Reuters berichtete, mindestens 350 Supermärkte seien von dem Angriff erfasst worden. Frankreichs Finanzminister nannte später eine Schätzung von rund 700 betroffenen Märkten. Die vorliegenden Berichte erklären nicht, worauf die unterschiedlichen Zahlen beruhen oder ob sie denselben Umfang erfassen.
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Auch die Angaben zu einzelnen Handelsketten sind vorläufig und nicht einheitlich: AFP berichtete von mindestens 300 betroffenen Intermarché- und Netto-Märkten sowie mehr als 100 Filialen der Coopérative U. Carrefour nannte 80 betroffene Märkte. Le Monde berichtete von rund 30 Monoprix-Filialen und mehreren Standorten des E.Leclerc-Verbunds. Das sind gemeldete Zahlen, keine abschließend geprüfte Gesamtbilanz.
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Die Händler meldeten erhebliche Warenverluste. Les Mousquetaires, Betreiber von Intermarché und Netto, bezifferte den möglichen Schaden auf mehrere Millionen Euro. Eine abschließende, unabhängig bestätigte Gesamtsumme liegt in den verfügbaren Berichten nicht vor.
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Was ist noch ungeklärt?
Bis zum 13. Oktober hatte sich keine Gruppe öffentlich zu dem Angriff bekannt. Die Ermittler hatten weder die Identität der Angreifer noch ihren genauen Zugangsweg zu den Kühlsystemen ermittelt. Der Vorfall zeigt, dass Fernzugriffe auf technische Anlagen konkrete Folgen vor Ort haben können. Die verfügbaren Berichte belegen jedoch keinen landesweiten Ausfall der französischen Lebensmittelversorgung.
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Zudem berichteten Medien über Cyberangriffe, von denen auch Händler in anderen europäischen Ländern betroffen waren. Daraus geht nicht hervor, dass alle Vorfälle auf denselben Angriff auf Kühlsysteme zurückzuführen sind. Der Fall der französischen Supermärkte ist daher von der größeren Zahl anderer gemeldeter Ereignisse zu unterscheiden.
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