Visa ist dem chinesischen Inlandsgeschäft einen Schritt näher – aber noch nicht am Ziel. Die chinesische Zentralbank hat Visas Pekinger Tochtergesellschaft erlaubt, die Gründung eines lokalen Karten-Clearing-Unternehmens vorzubereiten. Damit darf Visa jedoch noch keine Zahlungen innerhalb Chinas abwickeln.
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Was die Genehmigung tatsächlich bedeutet
Die Entscheidung betrifft Visa Information Technology (Beijing) Co. Ltd. Das Unternehmen muss die Vorbereitungen innerhalb eines Jahres abschließen und anschließend den Betrieb beantragen. Eine gesonderte Geschäftslizenz wird erst nach einer weiteren Prüfung durch die zuständigen Behörden erteilt.
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Die Jahresfrist ist also eine Frist für Vorbereitung und Antrag – kein zugesagter Starttermin. Visa hat bislang keinen Zeitplan für den kommerziellen Betrieb veröffentlicht.
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Der Schritt kommt nach langer Wartezeit: Visa hatte bereits im Mai 2020 beantragt, eine inländische Karten-Clearingstelle einzurichten.
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Was ein eigenes Clearing-Netz ermöglichen könnte
Mit einer lokalen Infrastruktur könnte Visa Renminbi-Zahlungen im Inland über ein eigenes System abwickeln. Das wäre ein möglicher Weg, Visa-Kartenzahlungen in Yuan in China anzubieten. Welche Produkte daraus entstehen und wann sie verfügbar sein könnten, ist jedoch noch offen – zunächst müssen die Vorbereitungen abgeschlossen, die Betriebslizenz erteilt und ein konkreter Dienst eingerichtet werden.
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Visa würde damit zu internationalen Zahlungsnetzwerken wie Mastercard und American Express aufschließen, die laut den vorliegenden Berichten bereits Clearing-Dienste in China betreiben. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Visa später dasselbe Geschäftsmodell oder eine vergleichbare Reichweite haben wird.
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Politischer Kontext ist kein Beleg für einen Zusammenhang
Visa-Chef Ryan McInerney bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Schritt für Visas langfristiges Engagement in China. Das Unternehmen würdigte außerdem die Rolle der Führungsspitzen beider Länder bei den Bemühungen um eine konstruktive und stabile Beziehung zwischen den USA und China.
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Einige Berichte hoben hervor, dass die Entscheidung wenige Wochen vor einem erwarteten Treffen von Xi Jinping und Donald Trump bekannt wurde.
3 Der zeitliche Zusammenhang ist jedoch kein Beleg dafür, dass diplomatische Gespräche die Genehmigung verursacht haben oder dass sie als Zugeständnis gedacht war. Die verfügbaren Berichte weisen keinen direkten Zusammenhang nach.
Worauf es jetzt ankommt
Entscheidend ist, ob Visas Tochtergesellschaft die Vorbereitungen fristgerecht abschließt, den Betrieb beantragt und die erforderliche Lizenz erhält. Bis dahin ist die Entscheidung ein bedeutender regulatorischer Zwischenschritt – kein Zeichen dafür, dass Visa bereits Zahlungen im chinesischen Inland verarbeitet oder der Start unmittelbar bevorsteht.
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Ein Börsenbericht meldete am 13. Oktober einen Anstieg der Visa-Aktie um 1,37 Prozent im vorbörslichen Handel. Das ist eine Momentaufnahme und weder die Veränderung zum Handelsschluss noch ein Beleg für eine länger anhaltende Marktreaktion.