Amazon verhandelt laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom 11. Oktober über den Kauf des KI-Start-ups Decart. Der mögliche Kaufpreis liegt demnach bei rund 7 Milliarden US-Dollar. Eine abgeschlossene Übernahme ist das jedoch nicht: Reuters berichtete über den WSJ-Bericht und erklärte, die Angaben zunächst nicht unabhängig überprüfen zu können.
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Die Gespräche könnten laut den Berichten bald zu einer Einigung führen. Sie seien aber noch nicht abgeschlossen und könnten scheitern; auch ein anderer Interessent könnte noch ins Spiel kommen.
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Warum Decart für Amazon interessant sein könnte
Decart entwickelt Software, die es Entwicklerinnen und Entwicklern erleichtern soll, KI-Arbeitslasten auf unterschiedlichen Chips auszuführen. Diese Übertragbarkeit könnte für Cloud-Anbieter wie Amazon relevant sein, die neben Prozessoren von Nvidia auch eigene Chips anbieten.
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Das ist eine mögliche strategische Erklärung für Amazons Interesse, aber kein bestätigter Übernahmeplan des Unternehmens. Sollte AWS – Amazons Cloud-Sparte – die Software besitzen und zugleich eigene Trainium-Prozessoren fördern, könnte die Frage entstehen, wie neutral Decarts Technik gegenüber anderen Chips bleibt. Die verfügbaren Berichte belegen jedoch weder Amazons künftige Produktpolitik noch konkrete Leistungs- oder Neutralitätszusagen.
Der Preis im Vergleich zur letzten Bewertung
Decart sammelte im Mai 2026 nach vorliegenden Berichten 300 Millionen Dollar ein und wurde damals mit ungefähr 4 Milliarden Dollar bewertet.
3 Der nun genannte mögliche Kaufpreis von 7 Milliarden Dollar läge rechnerisch rund 3 Milliarden Dollar beziehungsweise etwa 75 Prozent darüber. Das ist ein Vergleich zweier berichteter Werte – keine bestätigte Übernahmeprämie.
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Decart wurde 2023 gegründet. Berichte nennen Dean Leitersdorf, Orian Leitersdorf und Moshe Shalev als Gründer und beschreiben das Unternehmen als israelisch gegründet.
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Frühere Gespräche mit Anthropic
Auch Anthropic hatte laut Berichten eine Übernahme geprüft. Dabei war von ungefähr 6 Milliarden Dollar die Rede; im September zog sich das Unternehmen nach einer Due-Diligence-Prüfung zurück.
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15 Ein Beitrag auf LinkedIn erwähnt, Decarts Team hätte bei einem Abschluss in Anthropics Bereich für Inferenz und Performance arbeiten sollen. Dafür liegt hier allerdings keine Primärquelle oder direkt verfügbare, hochrangige Berichterstattung vor.
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Amazon wird in einem Bericht als strategischer Partner von Decart beschrieben; eine weitere Meldung bezeichnet Decart als Amazon-Kunden, der seine Videotechnologie auf Amazons Infrastruktur betreibt. Das weist auf eine bestehende Geschäftsbeziehung hin, belegt aber nicht genau, wie Amazon Decarts Software intern einsetzt.
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Was bislang offenbleibt
Die vorliegenden Quellen belegen nicht ausreichend, dass frühere Gespräche mit Nvidia konkret an höheren Angeboten scheiterten, dass Nebius und SpaceX als mögliche Käufer feststanden oder dass Elon Musk eine SpaceX-Übernahme anschließend dementierte. Auch ein dokumentierter Wechsel von einer vorwiegenden Nutzung Nvidia-basierter GPUs zu einer engeren Zusammenarbeit mit Amazon lässt sich daraus nicht verlässlich ableiten.
Entscheidend ist daher die Unterscheidung zwischen Verhandlungen und einer vereinbarten Übernahme: Der mögliche Kaufpreis und ein baldiger Abschluss beruhen auf Berichten unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Reuters konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig bestätigen.
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