Die US-Handelskommission (USITC) hat das Verfahren 337-TA-1526 zu Vorwürfen von Vicor gegen vertikale Stromversorgungssysteme, zugehörige Komponenten und Computersysteme eröffnet. Damit ist noch nicht entschieden, ob ein Patent verletzt wurde.
2
4 Luxshare erwartet kurzfristig nur geringe geschäftliche Auswirkungen. Das ist die Einschätzung des Unternehmens – keine Entscheidung über die Rechtslage oder mögliche Risiken für künftige Produkte.
9
14
Worum geht es in dem Verfahren?
Vicor, ein Hersteller von Stromversorgungsmodulen aus Andover im US-Bundesstaat Massachusetts, reichte am 9. September 2026 Beschwerde bei der USITC ein. Die Kommission eröffnete das Verfahren am 9. Oktober. Gegenstand sind nach den Angaben der USITC bestimmte vertikale Stromversorgungssysteme, deren Komponenten sowie Computersysteme, in denen diese verbaut sind.
2
4
Die Beschwerde richtet sich gegen 20 Unternehmen. Dazu zählen Luxshare Precision Industry und die Tochtergesellschaft Dongguan Luxshare Technology sowie weitere Unternehmen aus der Lieferkette für Stromversorgungskomponenten und Computersysteme.
4
19 Vicor macht eine Verletzung des US-Patents Nr. 10,903,734 geltend. Die Vorwürfe betreffen Stromversorgungstechnik für Computer- und Rechenzentrumsanwendungen, darunter Lösungen zur Stromversorgung von Prozessoren.
14
18
19
Die genannten Produktkategorien bedeuten nicht, dass jedes vertikale Stromversorgungssystem oder jedes Computersystem der Beschwerdegegner das Patent verletzt. Die verfügbaren Informationen reichen nicht aus, um die konkret geltend gemachten Patentansprüche den einzelnen Produkten gegenüberzustellen oder die Gültigkeit des Patents und eine mögliche Verletzung unabhängig zu beurteilen.
Auch der Hinweis, dass Luxshare ein Apple-Zulieferer ist, sollte nicht mit dem Gegenstand des Verfahrens verwechselt werden: In den vorliegenden Berichten geht es um Stromversorgungstechnik für Rechenzentren, nicht um eine allgemeine Untersuchung der Apple-bezogenen Fertigung des Unternehmens.
9
14
Warum Luxshare kurzfristig wenig Auswirkungen erwartet
In einer Mitteilung erklärte Luxshare, die betroffenen Produkte befänden sich noch in der Prüfung durch Kunden und seien noch nicht in die Massenproduktion gegangen. Daher erwarte das Unternehmen keine wesentlichen Auswirkungen auf den laufenden Betrieb oder die Geschäftsergebnisse in naher Zukunft.
14
18
Diese Begründung beschreibt die aktuelle kommerzielle Lage, nicht den Ausgang des Patentverfahrens. Sollten betroffene Produkte später als patentverletzend eingestuft werden, wären etwa Verzögerungen bei Freigabe oder Markteinführung, Kosten für eine Umgestaltung oder Lizenzierung sowie Beschränkungen beim Zugang zum US-Markt denkbar.
Berichten zufolge bereitet Luxshare eine abgestimmte technische, rechtliche und geschäftliche Reaktion vor und steht mit Kunden sowie Partnern in der Lieferkette in Kontakt.
18
22 Welche Verteidigungsargumente, konkreten Produktänderungen oder Kundenvereinbarungen vorgesehen sind und wie hoch ein mögliches finanzielles Risiko wäre, lässt sich aus den verfügbaren Informationen nicht ableiten.
Welche Maßnahmen beantragt Vicor?
Vicor beantragt eine begrenzte Ausschlussanordnung und Unterlassungsanordnungen für Produkte, die das Patent angeblich verletzen.
4
28 Eine begrenzte Ausschlussanordnung könnte die Einfuhr der erfassten Produkte durch die betroffenen Unternehmen in die USA beschränken. Eine Unterlassungsanordnung könnte bestimmte US-Geschäftsaktivitäten mit diesen Waren betreffen. Das wäre nicht automatisch ein weltweites Verbot der Geschäftstätigkeit der Unternehmen.
3
Die Eröffnung des Verfahrens gewährt Vicor diese Maßnahmen nicht. Darüber entscheidet die USITC erst nach Prüfung der Vorwürfe und des Beweismaterials.
3
4
Was geschieht als Nächstes?
Innerhalb von 45 Tagen nach Eröffnung legt die USITC einen Zieltermin für den Abschluss der Untersuchung fest. Die Frist bezieht sich auf die Festlegung dieses Termins, nicht auf den Abschluss des Verfahrens innerhalb von 45 Tagen.
8
Im weiteren Verlauf führt ein Verwaltungsrichter das Beweisverfahren einschließlich einer Anhörung durch und erlässt eine vorläufige Entscheidung dazu, ob ein Verstoß gegen Section 337 vorliegt. Die gesamte Kommission kann diese Entscheidung anschließend überprüfen.
3
Sollte die Kommission Abhilfemaßnahmen anordnen, gelten diese mit ihrer Erteilung. Nach 60 Tagen werden sie endgültig, sofern der US-Handelsbeauftragte sie innerhalb dieser Frist nicht aus politischen Gründen missbilligt. Die USITC bezeichnet solche Missbilligungen als selten.
3
6
Eine separate Vicor-Untersuchung wurde laut einer Mitteilung im Federal Register am 11. Februar 2026 eingeleitet.
7 Die vorliegenden Quellen reichen jedoch nicht aus, um ihren vollständigen Umfang oder den genauen Zusammenhang ihrer Patentansprüche mit dem neuen Verfahren zu bestimmen. Auch die Behauptung, es handle sich um Vicors dritte Beschwerde dieser Art in drei Jahren, lässt sich damit nicht verlässlich bestätigen. Eine angeführte Amphenol-Unterlage betrifft eine Dividende und belegt keine Aussagen zu einem Patentstreit.
1
18
Entscheidend ist daher der Unterschied zwischen Luxshares begrenzter aktueller Geschäftsexposition und dem noch offenen rechtlichen Risiko: Die Einschätzung des Unternehmens schließt spätere Maßnahmen nicht aus. Umgekehrt beweisen weder Vicors Beschwerde noch die Entscheidung der USITC, den Fall zu untersuchen, eine Patentverletzung.
3
9
14