Die EU will besser nachvollziehen können, ob jemand versucht, durch Eingriffe in die Sonneneinstrahlung das Klima zu beeinflussen – und welche Folgen das hätte. Dafür sieht ein Horizon-Europe-Aufruf Forschung und Koordination zu Solar Radiation Modification (SRM) vor. Der Begriff bezeichnet Vorschläge, mehr Sonnenlicht ins All zurückzuwerfen oder die Abstrahlung von Wärme zu erhöhen, um eine kühlende Wirkung zu erzielen. Es geht dabei um Forschung und Aufsicht, nicht um ein EU-Programm zur Anwendung der Technik.
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Wie viel Geld ist vorgesehen – und bis wann läuft die Frist?
Die im Arbeitsprogramm genannte Gesamtsumme von 35 Millionen Euro bezieht sich auf den übergeordneten Förderbereich, nicht allein auf das SRM-Thema. Dieses ist separat mit einem indikativen EU-Beitrag von rund zehn Millionen Euro ausgewiesen.
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Die Antragsfrist für den Aufruf, der das SRM-Thema enthält, endet am 16. Februar 2027.
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Was soll die Forschung leisten?
Gesucht werden bessere Möglichkeiten, mögliche SRM-Aktivitäten zu erkennen und zu überwachen. Außerdem sollen Klimamodelle weiterentwickelt werden, damit Forschende Veränderungen in der Strahlungsbilanz der Erde Interventionen zuordnen und ihre Auswirkungen auf Klima und Ökosysteme untersuchen können.
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Solche Erkenntnisse könnten Behörden dabei helfen, nicht genehmigte Aktivitäten zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie garantieren für sich genommen aber weder, dass jeder Eingriff entdeckt wird, noch dass er verhindert werden kann.
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Was ist ausdrücklich ausgeschlossen?
Die Förderung darf nicht dazu dienen, SRM zu bewerben oder seine Entwicklung zu unterstützen. Auch Feldversuche sowie technische oder operative Forschung zur Durchführung der Technologie fallen nicht in den Förderumfang. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau von Wissen und die Überwachung – nicht das Erproben oder der Einsatz von SRM.
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Warum ist das Thema umstritten?
Eine Veränderung der Sonneneinstrahlung könnte zwar einen Teil der Erwärmung dämpfen, doch mögliche Folgen und Risiken sind weiterhin unsicher. Die wissenschaftlichen Berater der EU halten verantwortungsvolle Forschung zu den Auswirkungen für wichtig, betonen aber auch: SRM ist nicht einsatzbereit und kann die Senkung von Treibhausgasemissionen nicht ersetzen.
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Auch die internationale Regulierung ist bislang nicht umfassend geregelt. Ein Briefing des Europäischen Parlaments verweist auf bestehende Abkommen und politische Beschlüsse, aber auch auf das Fehlen eines umfassenden internationalen Regelwerks für SRM. Die Frage, ob Forschung erlaubt oder begrenzt werden sollte, ist dabei von der Frage eines möglichen Einsatzes zu unterscheiden.
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Der Förderaufruf erscheint zudem vor dem Hintergrund von Warnungen, dass die Welt die im Pariser Abkommen vereinbarte 1,5-Grad-Schwelle überschreiten könnte. Das macht SRM jedoch nicht zu einem Ersatz für Emissionsminderungen.
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