Cathie Wood argumentiert für einen Dollar-Aufschwung auf Sicht der nächsten Jahre – nicht dafür, dass alle langfristigen Sorgen um die US-Währung vom Tisch wären. Die Chefin von ARK Invest erwartet, dass Investitionen und Produktivitätsfortschritte in den USA Kapital anziehen. Sinkt gleichzeitig der Inflationsdruck, könnte die Geldpolitik Wachstum unterstützen, statt es zu bremsen. Das ist eine Prognose, kein bereits bewiesenes Ergebnis.
3
9
53
Warum Wood auf einen anderen Dollarindex schaut
Der häufig zitierte DXY vergleicht den Dollar mit sechs Währungen und wird stark vom Euro beeinflusst. Der breitere, handelsgewichtete Index der US-Notenbank berücksichtigt dagegen einen größeren Kreis von Handelspartnern – in der Berichterstattung ist von 26 Ländern die Rede. Damit bildet er die Bedeutung der Währungen im US-Handel breiter ab. Wood verweist auf diesen Index, weil er aus ihrer Sicht ein robusteres Bild des Dollars vermittelt als eine Betrachtung, die sich vor allem am DXY orientiert. Keiner der beiden Indizes sagt allerdings voraus, wohin sich der Dollar als Nächstes bewegt.
3
15
Wood zufolge ist der Dollar im breiten Index seit August 2008 um 36 Prozent gestiegen und liegt 44 Prozent über seinem langfristigen Durchschnitt. Das stützt ihre Einschätzung, dass die Währung gegenüber den Handelspartnern nicht so schwach sei, wie manche Darstellungen vermuten lassen.
3
Investitionen, Produktivität und Kevin Warsh
Woods Szenario beruht auf der Annahme, dass Steuer- und Regulierungsanreize sowie Investitionen in neue Technologien die Renditechancen in den USA erhöhen. Das könnte ausländisches Kapital in Dollar-Anlagen lenken. Sie rechnet außerdem damit, dass eine von Kevin Warsh geführte US-Notenbank stärkeres Wachstum nicht ausbremst, falls Produktivitätsgewinne die Inflation senken.
8
9
53
Als historischen Vergleich führt Wood die frühen 1980er-Jahre an, als der Dollar kräftig zulegte. Die Episode zeigt, welche Größenordnung sie für möglich hält – sie garantiert nicht, dass sich die Geschichte wiederholt.
8
9
Was ein stärkerer Dollar für Inflation, Gold und Bitcoin bedeuten könnte
Ein stärkerer Dollar macht Importe für Käufer in den USA tendenziell günstiger und kann so den Preisdruck dämpfen. Für Gold, das international in Dollar notiert, könnte ein kräftigerer Greenback Gegenwind bedeuten. Bei Bitcoin ist die Wirkung weniger klar: Wood hält es für möglich, dass sich die Kryptowährung anders entwickelt als Gold, und verweist auf ihre abweichenden Anlageeigenschaften.
3
2
8
Die bisherigen Daten lassen Spielraum für Zweifel
Der breite Fed-Index lag im September 2026 bei rund 120 und damit unter seinem Durchschnitt von etwa 123 im Jahr 2025. Das spricht für eine gewisse Widerstandsfähigkeit des Dollars, belegt aber noch keinen anhaltenden Aufwärtsschub.
3
Auch bei Bitcoin und Gold kommt es auf den betrachteten Zeitraum an. Wood verwies auf einen kräftigen Anstieg von Bitcoin gegenüber Gold im September. Ein Vergleich über zwölf Monate zeichnete dagegen ein anderes Bild: Bitcoin lag im Minus, Gold im Plus. Diese unterschiedlichen Zeitfenster sind ein Grund, weder die Dollarprognose noch die möglichen Folgen für die beiden Anlageklassen als ausgemacht zu betrachten.
10
1
6