Infineons neues Werk in Samut Prakan südlich von Bangkok ist vor allem ein Ausbau der letzten Schritte der Chipproduktion – nicht der Start einer neuen Waferfabrik. Am Standort werden Halbleiter montiert und getestet; hinzu kommt die Prüfung von Wafern. Das stärkt Infineons Produktionsnetz und passt zu Thailands Bestrebungen, mehr Wertschöpfung in der Halbleiterbranche aufzubauen.
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Was die beiden Investitionszahlen bedeuten
Für das Projekt wird ein Gesamtwert von rund 48 Milliarden Baht beziehungsweise 1,4 Milliarden US-Dollar genannt. Infineon bezifferte die anfängliche Investition in die jetzt eröffnete Anlage dagegen auf mehr als 100 Millionen Euro. Die Beträge beschreiben unterschiedliche Umfänge und sind daher nicht als zwei Angaben für denselben anfänglichen Mitteleinsatz zu verstehen.
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Zum Start sind bis zu 30.000 Quadratmeter Reinraumfläche vorgesehen. Der Standort ist für einen Ausbau auf bis zu 150.000 Quadratmeter ausgelegt; Infineon spricht von einer Erweiterung in mehreren Etappen. Bei entsprechendem Ausbau könnte Samut Prakan zu einem der größten Backend-Standorte des Unternehmens werden.
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Eine zusätzliche Bezugsquelle für Kunden
Für Infineon geht es nicht nur um mehr Kapazität, sondern auch um Flexibilität: Eine weitere Fertigungsstätte kann Kunden zusätzliche Möglichkeiten bieten, Chips zu beziehen, und damit die Widerstandsfähigkeit des Produktionsnetzes stärken. Infineons Strategie umfasst sowohl eigene Standorte als auch Partnerschaften mit Zulieferern. Das Unternehmen hatte zuvor vereinbart, einen anderen Backend-Standort in Bangkok/Nonthaburi an den langjährigen Zulieferer Malaysian Pacific Industries zu übertragen.
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Berichten zufolge soll der neue Standort auch das sogenannte Dual Sourcing unterstützen – also die Möglichkeit, Kunden über mehr als einen Standort zu beliefern. Als Ergänzung wird dabei Infineons bestehender Produktionsstandort in Malaysia genannt.
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19 Das Werk in Thailand ersetzt damit nicht automatisch andere Standorte, sondern erweitert die verfügbaren Optionen.
Eine spätere Waferfertigung in Thailand ist eine mögliche Perspektive, aber kein Bestandteil der Eröffnung. Infineon hat ein solches Vorhaben nicht als unmittelbaren nächsten Schritt angekündigt; laut einem Bericht wäre es innerhalb der nächsten drei Jahre unwahrscheinlich.
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Was Thailand sich davon verspricht
Thailand will sich über die Montage und das Testen hinaus als Halbleiterstandort etablieren. Für 2030 wurde das Ziel genannt, rund 18 Milliarden US-Dollar an Investitionen in der Branche anzuziehen.
14 Die längerfristige nationale Strategie sieht bis 2050 Investitionen von 80 Milliarden US-Dollar, 230.000 Arbeitsplätze und ein stärker integriertes heimisches Chip-Ökosystem vor.
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Infineons Werk stärkt vor allem die Backend-Seite dieser Pläne. Das Unternehmen stellt für den Standort bis zu 1.000 qualifizierte Arbeitsplätze in Aussicht; Thailand setzt ebenfalls auf Weiterbildung und Kooperationen mit Hochschulen, um Fachkräfte auszubilden.
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20 Ob Thailand künftig auch Wafer fertigen wird, bleibt davon getrennt und ist noch nicht entschieden.