Wer eine KI-Uhr oder Smart Glasses trägt, entscheidet über deren Nutzung. Die Menschen im Gespräch oder im Hintergrund können das oft nicht. Genau darin liegt das Datenschutzproblem: Ein Gerät kann ihre Worte oder ihr Bild verarbeiten, ohne dass sie es bemerken.
Apple Watch: Kein gespeicherter Ton, aber speicherbarer Text
Auf der Apple Watch Series 12 und Ultra 4 zeigt Live Rewind nach einem doppelten Druck auf die Digital Crown einen Textausschnitt aus den vorangegangenen 15 Sekunden an. Danach läuft keine fortlaufende Transkription. Siri Recap nutzt dagegen Umgebungsgeräusche, um übergeordnete Gesprächsnotizen zu erstellen.
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Apple zufolge werden dabei keine Tonaufnahmen angelegt oder gespeichert. Das für die Verarbeitung verwendete Rohaudio sei weder für Apple noch für Apps oder das Betriebssystem zugänglich. Bei Live Rewind weisen außerdem ein Signalton und eine Mikrofonanzeige auf die Aktivierung hin. Das bedeutet jedoch nicht, dass nichts vom Gespräch übrig bleiben kann: Wer die Uhr trägt, kann den Textausschnitt speichern.
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Meta: Kameralicht oder gar keine Kamera
Bei Ray-Ban-Meta-Brillen mit Kamera zeigt ein blinkendes Licht an, wenn gefilmt wird. Laut Meta schaltet sich die Kamera ab, wenn dieses Licht verdeckt oder manipuliert wird. Das erschwert heimliche Aufnahmen, garantiert aber nicht, dass alle Umstehenden das Signal wahrnehmen.
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Die neue Ray-Ban Meta Audio verzichtet ganz auf Foto- und Videoaufnahmen. Mikrofone und Audiofunktionen bleiben jedoch erhalten. Laut Reuters gibt es für Außenstehende kein klares Signal, wenn Ton aufgezeichnet wird.
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2 Eine Brille ohne Kamera beseitigt also ein Risiko, nicht aber die Fragen rund um Gespräche in ihrer Nähe.
Was das für Arbeitsplätze und öffentliche Räume bedeutet
Die Entscheidung der tragenden Person, eine Funktion einzuschalten, ist nicht automatisch das Einverständnis von Kolleginnen, Kunden oder Passantinnen. In Südafrika unterscheiden juristische Einschätzungen zwischen rein privater oder häuslicher Nutzung, die das Datenschutzgesetz POPIA grundsätzlich ausnimmt, und dem Einsatz in Organisationen. Am Arbeitsplatz müssen Unternehmen unter anderem Transparenz, eine rechtmäßige Grundlage für die Datenverarbeitung und Sicherheit berücksichtigen. In sensiblen Räumen können Beschränkungen sinnvoll sein.
Auch europäische Datenschutzbehörden befassen sich mit Smart Glasses. Die französische Behörde CNIL mahnt mit Blick auf Kameras, Mikrofone und KI-Funktionen zur Wachsamkeit. Die Hamburger Datenschutzbehörde bewertet Aufnahmen von Menschen außerhalb des engen Freundes- und Familienkreises ohne informierte Einwilligung grundsätzlich als unzulässig; seltene Fälle eines berechtigten Interesses nimmt sie aus. Das ist eine Einschätzung zur Nutzung solcher Geräte, kein europaweites Verbot, sie zu tragen.
Die praktische Grenze verläuft damit nicht zwischen Uhr und Brille, sondern zwischen dem Tragen eines Geräts und dem Erfassen fremder Informationen. Verarbeitung auf dem Gerät, Warnsignale und kamerafreie Hardware verringern jeweils bestimmte Risiken. Klare Regeln dafür, wann Bild oder Ton erfasst werden dürfen und wie Betroffene davon erfahren, ersetzen sie nicht.