Zum ersten Jahrestag seines südkoreanischen Büros zog OpenAI am 9. September 2026 Bilanz: Bis Ende August war die Zahl der dortigen Nutzer von ChatGPT Enterprise gegenüber dem Vorjahr auf etwa das 28-Fache gestiegen. Die gesamte ChatGPT-Nutzerschaft im Land legte im selben Zeitraum um 35 Prozent zu. Die beiden Zahlen beschreiben unterschiedliche Gruppen – und vor allem die größere davon sagt noch nichts darüber aus, wie viele neue Unternehmen Kunde geworden sind.
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Mehr Nutzer, nicht 28-mal so viele Firmen
Die Enterprise-Zahl erfasst Menschen, die das Unternehmensprodukt bei südkoreanischen Firmen und Institutionen verwenden. Sie steht weder für die Zahl der zahlenden Organisationen noch für deren Ausgaben. Die 35 Prozent beziehen sich dagegen auf alle ChatGPT-Nutzer im Land. Wer das Wachstum der geschäftlichen Nutzung beurteilen will, muss diese Bezugsgrößen auseinanderhalten.
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OpenAI-Koreachef Kim Kyung-hoon sagte, einige Unternehmen hätten ChatGPT Enterprise schon vor der Eröffnung des Landesbüros über die OpenAI-Zentrale bezogen. Danach habe die Einführung bei Unternehmen zugenommen. Ob und in welchem Umfang das Büro selbst den Anstieg bewirkt hat, lässt sich aus den veröffentlichten Wachstumszahlen nicht ablesen.
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KI wird Teil der Arbeitsabläufe
Den Zuwachs verbindet OpenAI mit einer breiteren Nutzung im Betrieb: Berichte über die Pressekonferenz beschreiben den Schritt von Recherche und Textentwürfen hin zu Programmierung, Analyse und weiteren Aufgaben in Unternehmen. Auch die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer von ChatGPT Work und Codex in Südkorea stieg von März bis August 2026 auf etwa das 14-Fache. Das ist eine eigene Kennzahl mit einem kürzeren Vergleichszeitraum.
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Als Beispiele für eine Einführung in größerem Maßstab nannte OpenAI Samsung Electronics und die Seoul National University. Berichten zufolge stellte Samsung ChatGPT Enterprise und Codex Beschäftigten in Südkorea und im Ausland zur Verfügung. Wie viele Personen die Angebote tatsächlich nutzen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht eindeutig hervor. Auch eine Zahl von knapp 50.000 Nutzern an der Universität lässt sich damit nicht verlässlich bestätigen.
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Daten im Land speichern – und künftig dort verarbeiten?
Für Kunden von ChatGPT Enterprise, ChatGPT Edu und der Programmierschnittstelle API bietet OpenAI bereits Datenspeicherung in Südkorea an. Der geplante nächste Schritt ist etwas anderes: Bei der sogenannten Inference Residency sollen auch die GPU-Berechnungen, mit denen das KI-Modell Anfragen verarbeitet und Antworten erzeugt, im Land stattfinden. Kim zufolge spricht OpenAI darüber mit möglichen Infrastrukturpartnern. Dass eine solche Verarbeitung bereits läuft oder ein Rechenzentrumsplan abgeschlossen ist, belegen die Berichte nicht.
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Kim kündigte zudem an, Partnerschaften mit südkoreanischen Unternehmen der Halbleiter-Lieferkette zu priorisieren; berichtet wurde auch über eine Zusammenarbeit mit Samsung an Chips der nächsten Generation. Solche Gespräche sind jedoch kein Nachweis für eine fertige lokale KI-Infrastruktur. Nach dem ersten Jahr steht damit neben dem messbaren Nutzerwachstum eine offene Frage: Wann wird aus der geplanten Verarbeitung vor Ort ein verfügbares Angebot?
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