Eine Entscheidung gegen eine Anklage ist noch keine Bestätigung einer umstrittenen Zahl. Darauf stützen die Anwälte von Chey Tae-won, dem Vorsitzenden der südkoreanischen SK Group, ihren Antrag auf Überprüfung: Die Staatsanwaltschaft in Seoul hatte entschieden, Lee Sang-won, den Anwalt von Cheys Ehefrau Roh Soh-yeong, nach einer Anzeige wegen Rufschädigung nicht anzuklagen. Cheys Seite will den Fall von einer übergeordneten Staatsanwaltschaft erneut prüfen lassen.
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Woher stammen die 100 Milliarden Won?
Lee hatte im November 2023 im Zusammenhang mit Rohs Schadenersatzklage gegen Cheys Partnerin Kim Hee-young erklärt, Chey habe seit 2015 mehr als 100 Milliarden Won für Kim ausgegeben. Die Zentrale Staatsanwaltschaft Seoul entschied am 9. September 2026, Lee nicht anzuklagen. Cheys Vertreter gaben am 15. September bekannt, dass sie diese Entscheidung anfechten.
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Cheys Anwälte betonen einen Unterschied: Dass sich nicht ausreichend belegen lasse, Lee habe wissentlich eine falsche Behauptung aufgestellt, bedeute nicht, dass die Staatsanwaltschaft die Summe von 100 Milliarden Won für richtig erklärt habe. Sie wenden sich damit sowohl gegen die Nichtanklage als auch gegen eine solche Deutung der Entscheidung.
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Was Cheys Seite an der Rechnung kritisiert
Nach Darstellung seiner Anwälte wiesen Finanzunterlagen aus dem Verfahren zur Vermögensaufteilung zum Zeitpunkt von Lees Äußerung etwa 2 Milliarden Won an gemeinsamen Lebenshaltungskosten für Chey und Kim aus. Roh und Lee hätten diese Unterlagen gekannt. Cheys Seite wirft Lee vor, weitere Geldflüsse hinzugerechnet und die Ausgaben für Kim so um mehr als das Fünfzigfache überhöht zu haben. Die 2 Milliarden Won sind allerdings Cheys Einordnung der gemeinsamen Lebenshaltungskosten – kein unabhängig festgestellter Gesamtbetrag sämtlicher Ausgaben mit Bezug zu Kim.
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Zu den beanstandeten Posten zählen Zahlungen an Roh und die drei gemeinsamen Kinder sowie laut Berichten 20,4 Milliarden Won, die von einem während Cheys Haft für Roh eingerichteten Konto bei der Kookmin Bank abgehoben wurden. Cheys Anwälte nennen außerdem Spenden, unter anderem an ChildFund Korea, die Community Chest of Korea und die T&C Foundation, sowie Immobilien und Kunstwerke, die auf Chey registriert seien. Einige dieser Vermögenswerte habe Roh zugleich bei der Aufteilung des ehelichen Vermögens berücksichtigt sehen wollen. Nach Cheys Auffassung lassen sich Familienunterhalt, Spenden und weiterhin auf ihn registrierte Werte nicht pauschal als Geld darstellen, das für Kim ausgegeben wurde. Das ist ein Streit über die Zuordnung der Posten – keine Feststellung, dass jeder einzelne davon ohne Bezug zu Kim war.
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Berichten zufolge hielten die Ermittler einzelne Ausgaben mit Bezug zu Kim für relevant, sahen aber keine ausreichende Grundlage für eine Anklage gegen Lee. Auch eine Entscheidung zu einer ähnlichen Behauptung wurde so beschrieben, dass sie die Angabe als übertrieben einordnete, ohne strafbare Rufschädigung festzustellen. Beides bestätigt die Summe von 100 Milliarden Won nicht unabhängig. Umgekehrt beweisen Cheys Einwände allein keine Straftat Lees.
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Das getrennte Scheidungsverfahren
Die Überprüfung der Nichtanklage ist nicht mit Cheys Rechtsmittel gegen die Vermögensaufteilung bei der Scheidung zu verwechseln. Von den 944 Milliarden Won, die das Obergericht Seoul Roh zugesprochen hat, bestreitet Chey 700 Milliarden Won nicht mehr. Vor dem Obersten Gerichtshof geht es in diesem Verfahren damit noch um 244 Milliarden Won.
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