Die Familie von Bernard Arnault will die Holdingkette über dem Luxuskonzern LVMH verkürzen. Statt mehrerer zwischengeschalteter Gesellschaften soll eine börsennotierte Gesellschaft namens Agache den wesentlichen Anteil der Familie direkt halten. Es geht um die Eigentümerstruktur oberhalb von LVMH – nicht um einen sofortigen Wechsel an der Konzernspitze. Der Umbau ist bislang ein Vorschlag und bedarf noch der Zustimmung.
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So soll aus Christian Dior die neue Agache werden
Geplant sind zwei Schritte: Zunächst soll Financière Agache in Agache aufgehen. Danach würde Agache mit Christian Dior verschmolzen. Christian Dior wäre die fortbestehende Gesellschaft, würde den Namen Agache annehmen und in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien nach französischem Recht umgewandelt.
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Diese neue Agache würde 49,76 % der LVMH-Aktien und 65,55 % der Stimmrechte direkt halten. Das ist nicht mit der gesamten Beteiligung der Arnault-Familiengruppe gleichzusetzen: Für sie werden insgesamt 50,33 % der Aktien und 66,27 % der Stimmrechte angegeben. Der Plan bündelt also den maßgeblichen Anteil in einer Gesellschaft, statt die Kontrolle an andere Eigentümer abzugeben.
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Was bedeutet das für Bernard Arnault und seine Nachfolge?
Bernard Arnault soll in der umbenannten Holding geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführer bleiben. Die Verschmelzung ersetzt ihn für sich genommen auch nicht als Verwaltungsratsvorsitzenden und Vorstandschef von LVMH.
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Eine einfachere Eigentümerstruktur kann die Kontrolle der Familie über einen späteren Führungswechsel hinaus absichern. Wer LVMH eines Tages operativ leiten wird, legt der Plan aber nicht fest. Kontinuität bei den Stimmrechten und die Nachfolge an der Konzernspitze sind zwei verschiedene Fragen.
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Welche Wahl hätten Dior-Aktionäre?
Minderheitsaktionäre von Christian Dior könnten ihre Aktien behalten und damit an der börsennotierten Gesellschaft beteiligt bleiben, die künftig Agache heißen soll. Alternativ ist infolge der Umwandlung ein öffentliches Barangebot vorgesehen. Ein anschließender verpflichtender Ausschluss verbleibender Minderheitsaktionäre – ein sogenannter Squeeze-out – ist nicht geplant. Die endgültigen Bedingungen des Angebots stehen noch nicht fest.
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Wann könnte der Umbau kommen?
Verschmelzung und Umwandlung müssen von den zuständigen Gremien gebilligt werden. Außerdem soll eine außerordentliche Hauptversammlung von Christian Dior gegen Ende 2026 darüber abstimmen. Das Barangebot wäre Teil des anschließenden Verfahrens. Weder die Zustimmung noch der Abschluss der Transaktionen sind damit bereits sicher.
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Der Vorschlag regelt vor allem, wo die kontrollierende Beteiligung gehalten wird und wer die Stimmrechte ausübt. Dass ein schwächerer LVMH-Aktienkurs den Umbau ausgelöst hat oder dass die neue Struktur den Kursrückgang umkehren würde, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
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