Der entscheidende Unterschied ist der zwischen einer geplanten Route und einer tatsächlich geöffneten Wasserstraße. Iran verlangt von den USA, einen mit Oman entwickelten vorläufigen Schifffahrtskorridor als Teil einer umfassenderen Verständigung zu akzeptieren. Nach Angaben einer iranischen Quelle schafft die Verständigung eine Grundlage für eine spätere Öffnung der Straße von Hormus – sie erlaubt aber noch keine uneingeschränkte Durchfahrt.
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Wie sollen Schiffe den Korridor nutzen?
Der vorgeschlagene Korridor ist etwa sieben Meilen, also rund elf Kilometer, breit. Nach dem derzeit diskutierten Modell würden Handelsschiffe auf einer von Iran kontrollierten Route in den Persischen Golf einfahren und auf einer von Oman kontrollierten Route wieder hinausfahren. Die Einzelheiten sind noch Gegenstand der Gespräche zwischen beiden Ländern; allein die Festlegung einer Route stellt den regulären Schiffsverkehr nicht wieder her.
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Was verlangt Teheran von Washington?
Iran fordert unter anderem ein Ende der US-Seeblockade seiner Häfen und Erleichterungen bei den Sanktionen. Zu seinen weitergehenden Forderungen gehören ein Waffenstillstand, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und ein Ende des militärischen Drucks durch die USA. Es geht damit nicht nur um die Organisation der Schifffahrt, sondern auch um den größeren Konflikt.
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Am 22. September sagte ein hochrangiger iranischer Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters, Iran könne die Meerenge innerhalb von sieben Tagen wieder öffnen, falls die USA ihren militärischen Druck verringerten und die Blockade aufhöben. Das war ein an Bedingungen geknüpftes Angebot – keine Meldung über eine bereits erfolgte Öffnung.
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Bringen die Gespräche eine Einigung näher?
Vertreter der USA und Irans führten in New York Gespräche unter Vermittlung, unter anderem durch Katar. Regionalen Quellen zufolge legte Iran einen Fahrplan vor, der einen regionalen Waffenstillstand von bis zu 60 Tagen, eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der US-Blockade vorsieht. Washington will die Blockade demnach nicht aufheben, bevor Iran ausreichend guten Willen zeigt. Offen bleibt also, welche Seite zuerst einen Schritt macht.
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Auch die Abstimmung mit den Golfstaaten stockt: Ein in Oman geplantes Treffen über den Schifffahrtsvorschlag wurde verschoben. Wie stark der Verkehr beeinträchtigt ist, zeigen vorläufige Schiffsdaten, die Radio Free Europe/Radio Liberty anführte: Um den 14. September sank die Zahl der täglichen Passagen von Rohstofftransportern auf einen einstelligen Wert. Der Korridor könnte eine Durchfahrt ermöglichen. Seine Planung, die Einigung über seine Nutzung und die vollständige Wiederöffnung sind jedoch drei verschiedene Schritte.
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