Irans Justiz hat angekündigt, im Krieg beschlagnahmte Handelsschiffe mit Verbindungen zu den USA und Israel zu verkaufen. Mit den Erlösen sollen Menschen und Familien entschädigt werden, die von dem Konflikt betroffen sind. Bislang ist das ein Vorhaben – kein belegter Schiffsverkauf und kein veröffentlichter Auszahlungsplan.
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Welche Schiffe könnten betroffen sein?
Justizvertreter Hassan Abdollianpour zufolge wurden mehrere Schiffe in der Straße von Hormus und im Persischen Golf auf Grundlage gerichtlicher Entscheidungen beschlagnahmt. Er nannte jedoch weder eine endgültige Verkaufsliste noch die Umstände jeder einzelnen Beschlagnahme.
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In Berichten über den Krieg werden zwei im April von den iranischen Revolutionsgarden festgesetzte Schiffe genannt: die unter panamaischer Flagge fahrende MSC Francesca und die unter liberianischer Flagge fahrende Epaminondas. Dass diese beiden Schiffe beschlagnahmt wurden, bedeutet nicht, dass sie für den Verkauf vorgesehen sind.
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Hinzu kommt ein älterer Fall: Irans Justiz verwies auf ein Schiff mit Verbindungen zum israelischen Geschäftsmann Eyal Ofer, das bereits vor mehr als zwei Jahren festgesetzt wurde. Dessen Vermögenswerte könnten möglicherweise zur Entschädigung herangezogen werden; der Fall lag Berichten zufolge beim Obersten Gerichtshof Irans. Das Schiff ist weder als Beschlagnahme aus dem jüngsten Krieg noch als Verkaufskandidat bestätigt.
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Wie sollen Betroffene Geld erhalten?
Nach Angaben Abdollianpours sollen die Verkaufserlöse betroffenen Einzelpersonen und Familien zugutekommen. Parallel erfassen iranische Stellen Schäden: Ein Justizbericht nennt 537 Schiffe, deren Beschädigungen in Bandar Abbas, Qeshm, Bandar Lengeh und Jask begutachtet wurden. Die Zahl 537 bezeichnet begutachtete Schiffe – nicht Schiffe, die für einen Verkauf beschlagnahmt wurden. Unbekannt sind bislang die Gesamthöhe der Entschädigungen, die Anspruchsvoraussetzungen, ein Verkaufstermin und mögliche Beträge für einzelne Empfänger.
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Einen anderen Weg zur Finanzierung einer Forderung hat Iran bereits beschritten: Rohöl vom 2023 beschlagnahmten Tanker Advantage Sweet wurde Berichten zufolge für 36 bis 37 Millionen US-Dollar verkauft. Das Geld sollte einem Schadenersatzurteil im Zusammenhang mit Sanktionen dienen. Der Vorgang lag vor dem im Februar 2026 begonnenen Krieg – und betraf die Ladung, nicht den Verkauf des Schiffes selbst.
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Was hat der Plan mit dem Streit um die Straße von Hormus zu tun?
Der angekündigte Verkauf ist Teil eines größeren Konflikts über die Schifffahrt auf der Meerenge. Irans Parlament befasste sich mit einem Plan, Schiffen mit Verbindungen zu den USA und Israel die Durchfahrt zu verwehren, bis Teheran für Kriegsschäden entschädigt wird. Eine iranische Behörde veröffentlichte außerdem eine Liste von 77 Schiffen, die nach ihrer Darstellung gegen Durchfahrtsregeln verstoßen hatten. Diese Liste ist keine Liste zum Verkauf freigegebener Schiffe.
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17 Nachdem im September nahe der Insel Qeshm ein iranisches Frachtschiff getroffen worden war, verschob Teheran eine Unterrichtung seiner Nachbarstaaten über die umstrittenen Schifffahrtsregelungen.
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Entscheidend bleibt die Unterscheidung zwischen beschlagnahmten Schiffen, als mögliche Entschädigungsquelle genannten Vermögenswerten und tatsächlich zum Verkauf bestimmten Schiffen. Belegt ist Irans erklärte Absicht – nicht, welche Schiffe verkauft werden oder dass Familien bereits Zahlungen erhalten haben.
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