Eine Zinserhöhung macht eine Währung nicht automatisch stärker. Japans Notenbank, die Bank of Japan (BOJ), hob ihren Leitzins am 18. September 2026 zwar von 1,00 auf 1,25 Prozent an – den höchsten Stand seit 31 Jahren. Der Schritt war aber weithin erwartet worden. Zudem stimmten zwei der neun Mitglieder des Entscheidungsgremiums dagegen. Händler werteten das laut Reuters als Grund, an raschen weiteren Erhöhungen zu zweifeln; der Yen verlor nach dem Beschluss gegenüber dem Dollar an Wert.
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Der Zinsabstand blieb der entscheidende Faktor
Für US-Leitzinsen wurde am 22. September eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angegeben. Damit lag sie noch rund 2,5 bis 2,75 Prozentpunkte über Japans neuem Satz. Dieser Abstand kann sogenannte Carry Trades attraktiv machen: Anleger leihen sich vergleichsweise günstig Yen und investieren in höher verzinste Anlagen. Die Rechnung hat allerdings ein Wechselkursrisiko. Steigt der Yen plötzlich kräftig, kann der Währungsverlust den Zinsvorteil rasch aufzehren.
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Was die Feiertage am Markt veränderten
Vom 21. bis 23. September blieben Japans Aktien- und Terminbörsen sowie der Markt für japanische Staatsanleihen wegen der Feiertagsperiode „Silver Week“ geschlossen. Der Handel sollte am 24. September wieder anlaufen; Devisen wurden währenddessen weiter gehandelt. Bei dünnerem Feiertagshandel können Wechselkurse stärker ausschlagen. Japanische Aktien und Anleihen konnten neue Entwicklungen dagegen erst zur Wiedereröffnung einpreisen. Die Pause konnte Bewegungen also verstärken, erklärt aber nicht allein die anhaltende Yen-Schwäche.
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Bei der Marke von 158 Yen kommt es auf den Zeitpunkt an: Berichte verorten einen Kurs von etwa 158 Yen je Dollar rund um die BOJ-Entscheidung vom 18. September. Ein Marktbericht vom 23. September nannte dagegen 157,46 Yen. Aus diesen Angaben lässt sich nicht sicher ableiten, dass der Kurs am 23. September über 158 lag.
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Warum 160 Yen je Dollar Aufmerksamkeit erregen
Steigt der Dollarkurs auf 160 Yen, bedeutet das einen schwächeren Yen. Frühere Yen-Käufe durch japanische Behörden und Berichte über eine Wechselkursabfrage vom 18. September halten die Möglichkeit eines erneuten Eingriffs im Blick. Bei einer solchen Abfrage erkundigen sich Behörden nach Kursen am Devisenmarkt; sie ist noch kein Eingriff. Die vorliegenden Berichte belegen auch nicht, dass bei 160 Yen automatisch interveniert würde. Wie schnell und ungeordnet sich der Kurs bewegt, könnte ebenso wichtig sein wie der Zahlenwert.
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Für die Wiedereröffnung in Tokio ergeben sich unterschiedliche Szenarien, keine sichere Prognose: Ein weiter schwacher Yen könnte Exporteuren helfen, zugleich aber Importe verteuern. Eine plötzliche Yen-Erholung nach Warnungen oder einem Eingriff könnte Anleger zwingen, yenfinanzierte Carry Trades aufzulösen – ein Risiko, das Reuters bereits bei einer früheren Yen-Rally beschrieben hat. Bei japanischen Staatsanleihen wirken mögliche Kräfte gegeneinander: Erwartungen weiterer BOJ-Zinsschritte könnten die Renditen erhöhen und die Kurse drücken; ein breiter Rückzug aus riskanteren Anlagen könnte dagegen die Nachfrage nach Anleihen stützen.
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