Russlands Wirtschaftsministerium hat seine Prognosen für die Gasförderung und die Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG) per Schiff im Jahr 2026 gesenkt. Ein Rückgang gegenüber 2025 ist damit nicht gemeint: Laut dem Entwurf sollen beide Mengen weiterhin steigen – nur schwächer als im Mai erwartet. Zugleich bereitet sich die EU darauf vor, ihre verbliebenen russischen Gasimporte zu beenden.
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Was hat sich an den Zahlen geändert?
Die Gasförderung wird nun auf 683,1 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Das sind 5,3 Milliarden Kubikmeter weniger als in der Mai-Prognose von 688,4 Milliarden Kubikmetern, aber mehr als die 662,7 Milliarden Kubikmeter des Jahres 2025. Für LNG-Exporte per Schiff stehen 35 Millionen Tonnen im Entwurf: ebenfalls 5,3 Millionen Tonnen weniger als im Mai erwartet, aber mehr als die 30,3 Millionen Tonnen von 2025. Bei LNG entspricht die Korrektur rund 13 Prozent der früheren Prognose, bei der Gasförderung weniger als einem Prozent. Es handelt sich um Schätzungen aus einem Entwurf, nicht um endgültige Ergebnisse für 2026.
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Warum bleibt Europa wichtig?
Die EU bezieht seit Russlands großangelegtem Angriff auf die Ukraine deutlich weniger russisches Gas. Im September 2026 stammten noch 12 Prozent ihrer Gasimporte aus Russland; vor 2022 waren es 45 Prozent. Ganz eingestellt sind die Käufe nicht: Im ersten Halbjahr 2026 importierten EU-Staaten Rekordmengen aus der russischen LNG-Anlage Jamal.
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Für diesen Handel gibt es jedoch einen beschlossenen Ausstiegsplan. Russische LNG-Importe sollen am 1. Januar 2027 enden, Pipelinegasimporte grundsätzlich am 30. September 2027. Falls ein Mitgliedstaat Schwierigkeiten hat, seine Gasspeicher zu füllen, kann die zweite Frist spätestens bis zum 1. November 2027 verschoben werden. Der bevorstehende Wegfall des EU-Marktes belastet den Ausblick. Aus dem Prognoseentwurf allein lässt sich aber nicht ablesen, welchen Anteil er an den einzelnen Korrekturen hat.
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Kann Asien die Verkäufe ersetzen?
Russland rechnet nach 2027 mit höheren Pipelinegasverkäufen nach China, hat aber zugleich seine Preiserwartungen für diese Lieferungen gesenkt. Bei LNG erschweren längere Transportwege, höhere Frachtkosten und bestehende Verträge eine Umlenkung nach Asien. Ein Analyst schätzte im März, dass 2026 höchstens 1,7 Millionen Tonnen russisches LNG statt nach Europa nach Asien geliefert werden könnten. Das war eine Schätzung der verfügbaren Menge – keine Vorhersage, dass sie tatsächlich vollständig umgeleitet wird.
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Was bedeutet das für Haushalt und Energiesektor?
Die überarbeiteten Gaszahlen sollen in Anpassungen des russischen Staatshaushalts bis 2029 einfließen. Wie stark sich geringere erwartete Mengen auf die Einnahmen auswirken, lässt sich daraus allein nicht bestimmen: Auch Verkaufspreise und Absatzmärkte zählen.
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Unter Druck steht zudem der Ölausblick. Moskau hat seine Prognose für die Ölförderung 2026 im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine auf ein 17-Jahres-Tief gesenkt. Das ist eine eigenständige Prognose und kein Beleg dafür, dass Störungen im Ölsektor die Gasrevision verursacht haben. Für Gas und LNG bleibt die Kernaussage: Russland erwartet 2026 weiterhin Wachstum gegenüber 2025, aber weniger als noch im Mai.
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