Fernando Alonsos offene Zukunft nach 2026 ist für Aston Martin längst mehr als eine Vertragsfrage. Sie beeinflusst, wann das Team auf dem Fahrermarkt handeln kann, wie klar es seinen Plan für 2027 präsentieren kann – und sie hat eine grundsätzliche Debatte ausgelöst: Wie weit darf sich der Regulierer der Formel 1 öffentlich dafür einsetzen, einen bestimmten Star in der Serie zu halten?
Aston Martin hat seine Priorität klar benannt: Alonso soll bleiben. Solange der Spanier jedoch sowohl die Formel 1 als auch einen möglichen Wechsel in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) offenhält, muss das Team Geduld mit Vorsorge verbinden.
Aston Martin wartet auf die Wunschlösung
Mike Krack hat mehrfach erklärt, dass Aston Martin mit Alonso weitermachen möchte und nun dessen Entscheidung abwartet. Nach Alternativen gefragt, nannte Krack keine Namen und bestätigte auch keinen „Plan B“. Einen Abgang Alonsos schon als feststehendes Szenario zu behandeln, wäre aus seiner Sicht unnötig dramatisch.
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Das bedeutet nicht, dass intern keine Vorsorge getroffen wird. Es heißt lediglich, dass ein möglicher Ersatz öffentlich nicht bestätigt ist. Für die Planung des Fahrerduos 2027 ist vor allem der Zeitpunkt entscheidend: Geduld schützt die Beziehung zu Alonso, doch eine späte Entscheidung könnte die Auswahl einschränken, falls ein Cockpit neu besetzt werden muss.
Die WEC ist eine echte Aston-Martin-Option
Alonso hat bestätigt, dass die WEC für 2027 eine Möglichkeit ist – auch ein Einsatz für Aston Martin außerhalb der Formel 1. Eine Entscheidung stehe aber nicht unmittelbar bevor.
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Ein solcher Wechsel würde die Verbindung zwischen Fahrer und Hersteller also nicht zwingend beenden. Alonso könnte vom F1-Team in das Langstreckenprogramm wechseln. Für Aston Martin wäre das besser zu steuern, als ihn vollständig zu verlieren. Dennoch müsste das Formel-1-Team sein Cockpit in einer sensiblen Phase des Fahrerkarussells neu vergeben.
Die schwache Form des AMR26 verschärft die Lage
Die Ungewissheit fällt in eine enttäuschende Saison 2026. Nach 14 Grands Prix lag Aston Martin mit drei Punkten auf Rang zehn der Konstrukteurswertung; Podestplätze gab es keine, ebenso nur zwei Top-10-Ergebnisse.
Damit geht es bei Alonsos Entscheidung nicht allein um die Dauer seiner Karriere. Es geht auch um die sportliche Perspektive: Erkennt er genug Potenzial im Formel-1-Projekt von Aston Martin, um 2027 weiterzufahren? Die aktuelle Bilanz liefert darauf keine abschließende Antwort – sie erhöht aber den Druck auf das Team, rasch eine überzeugende Entwicklung aufzuzeigen.
Warum die FIA-Aussagen so umstritten sind
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sagte, es wäre nicht akzeptabel, wenn Alonso die Formel 1 wegen fehlender Konkurrenzfähigkeit verlassen würde. Er wolle helfen, den zweimaligen Weltmeister zum Bleiben zu bewegen.
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Spätere Berichte deuteten an, dass es in den Gesprächen auch um mögliche Anpassungen gehen könnte, die Hondas Entwicklung unter dem neuen Reglement beschleunigen sollen. Eine formelle Maßnahme oder konkret ausgearbeitete Regeländerung war allerdings nicht bestätigt.
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Die Frage lautet daher nicht nur, ob die Formel 1 einen Champion von Alonsos Format behalten möchte. Problematisch ist vor allem der Eindruck, wenn der Präsident des Weltverbands mögliche Unterstützung mit einem einzelnen Fahrer und einem Team verknüpft. Jede technische oder regulatorische Anpassung müsste nachvollziehbar im Interesse der gesamten Meisterschaft begründet und transparent beschlossen werden – sonst entstehen Zweifel an der Gleichbehandlung.
Der frühere Haas-Teamchef Guenther Steiner formulierte diesen Einwand direkt: Die FIA solle nicht entscheiden, welche Teams oder Fahrer Hilfe oder Erfolg „verdienen“.
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Was als Nächstes zählt
Öffentlich gibt Aston Martin Alonso Zeit und hält zugleich daran fest, dass seine Weiterverpflichtung das Ziel bleibt. Die realistische WEC-Alternative macht deutlich: Es geht nicht nur um eine Vertragsverlängerung in der Formel 1, sondern um die Frage, in welcher Rolle Alonso 2027 dem gesamten Aston-Martin-Programm am meisten nutzen kann.
Bis eine Entscheidung fällt, muss das Team drei Dinge gleichzeitig schaffen: die bevorzugte Zusammenarbeit mit Alonso schützen, für einen Ersatzfall vorbereitet sein und sportlich bessere Argumente für eine F1-Zukunft liefern. Die FIA-Kontroverse erhöht dabei die Aufmerksamkeit für eine Entscheidung, die letztlich Alonso selbst treffen sollte – ebenso wie für mögliche Regelgespräche, die Aston Martins Wettbewerbsfähigkeit berühren könnten.