Die israelische Polizei erschoss Ibrahim al-Hendi, einen 33-jährigen Palästinenser aus Beit Hanina in Ostjerusalem, am frühen Morgen des 4. September nahe dem Damaskustor – auf Arabisch Bab al-Amud – am Zugang zur Jerusalemer Altstadt. Die Polizei erklärte, al-Hendi habe versucht, Einsatzkräfte mit einem Messer anzugreifen. Palästinensische Quellen identifizierten ihn als Bewohner von Beit Hanina; die Darstellung eines Messerangriffs wird dabei als Angabe der israelischen Polizei wiedergegeben.
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Verschärfte Kontrollen in der Altstadt
Nach der Tötung verstärkten israelische Kräfte ihre Präsenz am Damaskustor und im Umfeld der Altstadt. Es wurde ein Sicherheitskordon eingerichtet und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Das traf insbesondere Palästinenserinnen und Palästinenser auf dem Weg zum Morgengebet: Nach Berichten wurde ihnen der Zugang erheblich erschwert.
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Der Vorfall stand in einem größeren Kontext anhaltender Spannungen und Einschränkungen in Ostjerusalem und dem besetzten Westjordanland. Die verstärkte Sicherheitspräsenz bedeutete somit nicht nur eine Reaktion am Ort des Einsatzes, sondern wirkte sich auch unmittelbar auf den Alltag und den Zugang zu religiösen Stätten aus.
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Qusra: Drei Familien weiter von Versorgung abgeschnitten
Unabhängig vom Einsatz in Jerusalem berichteten Medien am selben Tag über die Lage in Qusra, einem Dorf nahe Nablus im nördlichen besetzten Westjordanland. Dort waren drei palästinensische Familien laut Bericht vom 4. September seit 28 Tagen – seit dem 9. August – in ihren Häusern eingeschlossen. Israelische Siedler hätten die Häuser umringt; Bewohner berichteten, dass der normale Zugang und die Versorgung mit grundlegenden Gütern unterbrochen seien. Frühere Berichte dokumentierten zudem Unterbrechungen der Wasser- und Stromversorgung.
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Die israelische Armee erklärte das Gebiet zum geschlossenen Militärgebiet. Dadurch waren Zugänge zusätzlich beschränkt. Nach Angaben von Aktivisten und Medien hinderten Soldaten etwa 100 palästinensische, israelische und internationale Friedensaktivistinnen und -aktivisten daran, Lebensmittel und Medikamente direkt zu den Familien zu bringen.
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Weshalb die Kritik aus Washington auffiel
Die Belagerung von Qusra löste auch in den USA ungewöhnlich deutliche Kritik aus. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, der sonst als Unterstützer israelischer Siedlungen im Westjordanland gilt, nannte die Belagerung einen „horrific act of terror“ und sprach von „Israeli terrorists“.
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Seine Wortwahl war bemerkenswert, weil sie die Kombination aus Einschüchterung durch Siedler, der lang anhaltenden Einschränkung der Versorgung und den staatlich verhängten Zugangsbeschränkungen ausdrücklich verurteilte.
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Zunehmende Gewalt im Westjordanland
Parallel wurden weitere Übergriffe durch Siedler sowie Militäreinsätze und Festnahmen unter anderem im Raum Nablus und Dschenin gemeldet.
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10 Die palästinensische Kommission gegen die Mauer und die Siedlungen registrierte bis Ende August 2026 insgesamt 4.113 Angriffe extremistischer Siedler im Westjordanland. Diese Zahl ist eine Zwischenbilanz für die ersten sieben Monate des Jahres und kein Jahresendwert.
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