Javier Milei hat Argentiniens langjährigen Anspruch auf die Falklandinseln – in Argentinien meist Malwinen genannt – in seiner Fernsehansprache Anfang September 2026 mit konkreten wirtschaftlichen und verteidigungspolitischen Vorhaben verknüpft. Er erklärte die Inseln für argentinisch, stellte Sanktionen gegen Unternehmen im Umfeld der Offshore-Ölförderung in Aussicht und sagte zusätzliche Mittel für eine Marinebasis in Feuerland zu.
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An der tatsächlichen Verwaltung änderte das nichts: Die Inseln bleiben ein vom Vereinigten Königreich verwaltetes Britisches Überseegebiet.
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Milei weist Selbstbestimmung der Inselbewohner zurück
Milei sagte, die Inseln seien „durch Geschichte und Recht“ argentinisch. Er bezeichnete den Souveränitätsstreit als ungelöst und sprach von britischer Besetzung. Zugleich erklärte er, dass den Bewohnerinnen und Bewohnern der Inseln in diesem Fall kein Recht auf Selbstbestimmung zustehe.
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London vertritt die gegenteilige Position: Die Falklandinsulaner seien britisch, dürften über ihre Zukunft selbst bestimmen und hätten wiederholt den Wunsch geäußert, britisches Überseegebiet zu bleiben. Die britische Regierung bekräftigte ihre unveränderte Verpflichtung gegenüber den Inselbewohnern.
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Sea Lion im Zentrum der Sanktionspläne
Unmittelbarer Anlass für Mileis Vorstoß war das Offshore-Ölprojekt Sea Lion, rund 220 Kilometer nördlich der Inseln. An dem Vorhaben sind Rockhopper Exploration und Navitas Petroleum beteiligt.
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Milei kündigte an, die Durchsetzung bestehender Sanktionen gegen Öl- und Gasaktivitäten ohne argentinische Genehmigung zu beschleunigen. Zudem will seine Regierung dem Kongress ein Gesetz zur Verschärfung der Strafen vorlegen. Berichten zufolge könnten die Maßnahmen Unternehmen den Geschäftsbetrieb in Argentinien erschweren oder verwehren.
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Der Druck soll nicht nur die Projektbetreiber treffen. Milei erklärte, dass Firmen, die unmittelbar oder mittelbar an nicht genehmigten Vorhaben beteiligt seien, von Geschäften in Argentinien ausgeschlossen werden könnten. Das würde auch Dienstleister und andere Unternehmen erfassen, die logistische oder sonstige Unterstützung leisten.
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Ein sofortiger Baustopp oder Förderstopp für Sea Lion folgte aus der Ansprache allerdings nicht. Teile des Maßnahmenpakets hängen von Präsidialentscheidungen und von der Zustimmung des Kongresses ab.
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Neue Marinebasis in Feuerland
Zusätzlich versprach Milei mehr Mittel für eine integrierte Marinebasis in Feuerland, Argentiniens südlichster Provinz. Er ordnete das Projekt in eine umfassendere Strategie für den Südatlantik ein und stellte es als Stärkung des argentinischen Souveränitätsanspruchs dar.
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Damit verband seine Regierung wirtschaftlichen Druck auf die Offshore-Förderung mit einem militärisch-logistischen Signal. Auch dieses Vorhaben ändert jedoch nichts an der gegenwärtigen britischen Verwaltung der Inseln.
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Welche Rolle Trumps Äußerungen spielten
Milei stellte jüngste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump als Zeichen dar, dass sich die internationale Lage zugunsten Argentiniens verschieben könnte. Trump hatte angedeutet, Washington könne seine Haltung zu den Inseln überprüfen. Auf die Frage nach Unterstützung für Großbritannien in einem möglichen künftigen Konflikt verwies er auf die aus seiner Sicht fehlende britische Beteiligung an der US-Kampagne gegen Iran.
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Für Milei bot das eine politische Vorlage. Eine Anerkennung argentinischer Souveränität durch die USA oder eine offizielle Änderung der amerikanischen Politik bedeuteten Trumps Bemerkungen aber nicht. Großbritannien hielt öffentlich an seiner Position fest.
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Was sich verändert hat – und was nicht
Die Ansprache bündelte drei Elemente: einen kategorischen Souveränitätsanspruch, angedrohte Sanktionen gegen Sea Lion und dessen Unterstützungsnetzwerk sowie zusätzliche Finanzierung für eine Marinebasis in Feuerland. Öl- und Gasvorkommen sowie die Logistik im Südatlantik rücken damit ins Zentrum von Mileis Malwinen-Politik.
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Eine Beilegung des Souveränitätsstreits, ein Wechsel der Verwaltung oder eine Abkehr Londons vom Selbstbestimmungsrecht der Inselbewohner ergab sich daraus nicht.
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