Phil Schillers Rückzug aus der Leitung des App Store und der Apple-Produktveranstaltungen ist zugleich praktischer Umbau und Symbol: Einer der sichtbarsten Manager aus der Ära von Steve Jobs und Tim Cook gibt zwei besonders prägende Aufgaben ab – genau an dem Tag, an dem Cooks Zeit als CEO endet.
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Schiller verlässt Apple allerdings nicht. Der 66-Jährige bleibt Apple Fellow und soll an bislang nicht näher bezeichneten Projekten arbeiten. Die operative Verantwortung wird damit deutlich reduziert, ohne dass das Unternehmen seinen formellen Abschied bekannt gegeben hätte.
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Ein Apple-Urgestein zieht sich aus dem Rampenlicht zurück
Schiller kam 1987 zu Apple und wurde zu einem der wichtigsten Köpfe des weltweiten Produktmarketings. Viele Jahre prägte er die öffentliche Präsentation von Mac, iPhone und anderen Produkten. 2020 wechselte er aus seiner Funktion als Senior Vice President of Worldwide Marketing in die Rolle des Apple Fellow – ein Titel, der bei Apple herausragende technische oder führungsbezogene Beiträge würdigt.
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Zwei zentrale Zuständigkeiten behielt er dennoch: den App Store und die großen Produktpräsentationen. Nun gibt er auch diese ab. Apple-Mitarbeiter betrachten die neue Fellow-Rolle laut Berichten als einen möglichen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Schillers späterem Ruhestand. Bestätigt ist das nicht. Apple erklärt lediglich, dass er als Apple Fellow im Unternehmen bleibt.
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Der App Store rückt näher an Apples Services-Geschäft
Die Verantwortung für den App Store soll künftig wieder in Eddy Cues Services-Organisation liegen. Cue hatte den Store bereits früher beaufsichtigt und erhält damit ein strategisch wichtiges Geschäftsfeld zurück. Für das Tagesgeschäft ist Carson Oliver vorgesehen, ein Apple-Veteran mit 14 Jahren Unternehmenszugehörigkeit.
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Die Neuordnung ist mehr als eine Verschiebung auf dem Organigramm. Der App Store ist eine große Umsatzquelle, steht im Zentrum regulatorischer Auseinandersetzungen und umfasst neben der App-Verteilung auch Themen wie alternative Marktplätze und Apple Arcade. Dass er nun enger an die Services-Sparte angebunden wird, unterstreicht seine Bedeutung für Apples Dienstleistungsgeschäft.
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Produkt-Events werden Teil der Kommunikationsorganisation
Auch Apples Produktveranstaltungen erhalten eine neue organisatorische Heimat. Nola Weinstein soll die Events künftig unter der Kommunikationschefin Kristin Huguet Quayle leiten. Der erste wichtige Termin in dieser neuen Struktur ist die für den 9. September geplante Veranstaltung.
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Damit wird die Produktion von Keynotes und Produktpräsentationen von Schillers persönlicher Zuständigkeit gelöst und stärker in Apples übergreifende Kommunikationsarbeit eingebettet. Für die Außenwirkung des Unternehmens bleibt das eine wichtige Aufgabe – nur liegt sie künftig nicht mehr bei einem einzelnen Manager, der über Jahrzehnte mit Apples Produktauftritten verbunden war.
Schiller ist Teil eines größeren Führungsumbaus
Sein Rückzug steht nicht isoliert da. In den vergangenen Monaten und Jahren wurden auch Zuständigkeiten rund um den früheren Chief Operating Officer Jeff Williams, Umweltchefin Lisa Jackson, den ehemaligen Finanzchef Luca Maestri, Designchef Alan Dye, KI-Chef John Giannandrea, die Zahlungsmanagerin Jennifer Bailey und den Retail-Chef Paul Meade verändert oder neu besetzt.
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John Ternus übernimmt damit nicht einfach ein unverändertes Führungsteam von Tim Cook. Er startet mit einer deutlich neu zusammengesetzten Spitzenmannschaft. Der Übergang wirkt zwar geplant und schrittweise, macht aber sichtbar, dass bei Apple eine ganze Führungsgeneration aus den Jobs- und Cook-Jahren aus operativen Rollen herausrückt.
Ternus übernimmt Apple in einer entscheidenden Phase
Am 1. September wird Ternus CEO und tritt Apples Verwaltungsrat bei. Cook wechselt zum Executive Chairman.
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3 Ternus ist seit 25 Jahren bei Apple und war zuletzt als Chef der Hardwareentwicklung tätig. Ihm wird unter anderem eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung des Mac zugeschrieben.
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Seine größte strategische Herausforderung liegt jedoch nicht allein in der Hardware. Apple muss seine Produkte überzeugend mit künstlicher Intelligenz verbinden, während der Wettbewerb in diesem Bereich zunimmt. Ternus’ technischer Hintergrund kann dabei ein Vorteil sein – zugleich muss er ihn in eine übergreifende Produkt- und KI-Strategie übersetzen.
Schillers Schritt zurück ist deshalb ein aussagekräftiges Signal: Apple übergibt sichtbare Jobs-/Cook-Ära-Aufgaben an jüngere Führungskräfte, ordnet den App Store stärker um das Services-Geschäft und verankert die Produktkommunikation in der Kommunikationsorganisation. Ob Schiller daraus tatsächlich bald vollständig ausscheidet, bleibt offen. Sicher ist nur: Mit dem Ende seiner operativen Rollen wird der Generationenwechsel bei Apple besonders deutlich.
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