Im Erholungsszenario der EIA fällt Brent 2027 auf durchschnittlich 65 US Dollar je Barrel. Nach EIA Angaben sanken die durch die Straße von Hormus transportierten Rohöl und Flüssigölmengen im zweiten Quartal 2026 auf 4,9 Millionen Barrel pro Tag – nach 21,6 Millionen Barrel pro Tag im vierten Quartal 2025.
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Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: How have persistent disruptions in the Strait of Hormuz, conflict and sanctions involving the United States and Iran, and resulting global o. Article summary: The forecasts have been highly assumption-sensitive: EIA’s outlook moved from a Hormuz-closure, inventory-draw scenario to a lower-price recovery case after the U.S.–Iran MOU and a partial return of shipping. Rabobank ha. Topic tags: general, government, general web, news. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts with
Die Störungen an der Straße von Hormus haben Ölpreisprognosen ungewöhnlich stark von politischen und logistischen Annahmen abhängig gemacht. Die US-Energieinformationsbehörde EIA hat ihre Preispfade wiederholt gesenkt, wenn sie von einer Erholung des Tankerverkehrs und der stillgelegten Förderung ausging. Hielten die Beschränkungen länger an und gingen die Lagerbestände zurück, hob sie ihre kurzfristigen Schätzungen wieder an. Rabobank beurteilt die kurzfristigen Risiken zuletzt optimistischer für den Ölpreis: Die Bank geht davon aus, dass die Vorräte zu schnell abgebaut werden, um dauerhaft als Puffer zu dienen. 1
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Das niedrigere Preisszenario der EIA setzt voraus, dass sich die weltweite Rohölförderung und die Handelsströme bis Ende 2026 weitgehend den Verhältnissen vor dem Konflikt annähern. Der Großteil der zuvor stillgelegten Produktion soll demnach im ersten Quartal 2027 wieder anlaufen. Wenn sich die Lagerbestände anschließend weiter auffüllen, könnte Brent 2027 im Jahresdurchschnitt auf 65 US-Dollar je Barrel fallen. Für 2026 nannte die EIA in diesem Erholungsszenario einen Brent-Jahresdurchschnitt von 82 US-Dollar; für das dritte Quartal wurden 74 US-Dollar veranschlagt. 1
Diese Annahme ist inzwischen weniger eindeutig. Nach EIA-Schätzungen wurden im zweiten Quartal 2026 durch die Straße von Hormus im Durchschnitt nur 4,9 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Flüssigöl transportiert. Im vierten Quartal 2025, also vor Beginn des Konflikts, waren es noch 21,6 Millionen Barrel pro Tag. Die August-Prognose ging davon aus, dass der Großteil der regionalen Förderung Anfang 2027 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Gleichzeitig könnten rund 0,6 Millionen Barrel pro Tag der Unterbrechungen bis Ende 2027 fortbestehen. 2
Als die gravierenden Einschränkungen der Schifffahrt anhielten, erhöhte die EIA ihre kurzfristige Schätzung wieder. Für das dritte Quartal 2026 wurde in der Berichterstattung zur August-Prognose ein Brent-Preis von ungefähr 85 US-Dollar je Barrel genannt. Die Abfolge zeigt: Die EIA vertritt nicht eine einzige unveränderliche Krisenprognose. Ihre Zahlen reagieren auf veränderte Annahmen zu Schifffahrt, Förderung und Lagerbeständen.
In einem schwerwiegenderen Störungsszenario schätzte die EIA, dass Produzenten im Nahen Osten ihre Förderung um mehr als 11 Millionen Barrel pro Tag gekürzt hatten. Für das zweite Quartal 2026 erwartete sie einen weltweiten Abbau der Ölbestände um durchschnittlich 6,3 Millionen Barrel pro Tag, für das dritte Quartal um 7,6 Millionen Barrel pro Tag. Solange die Transporte eingeschränkt blieben, sollte Brent im Juni und Juli durchschnittlich 105 US-Dollar je Barrel kosten. 17
In einer späteren Prognose fielen die erwarteten, aber weiterhin erheblichen Abnahmen etwas geringer aus. Die EIA schätzte, dass die weltweiten Ölvorräte im zweiten Quartal 2026 im Schnitt um 4,2 Millionen Barrel pro Tag zurückgingen. Für das dritte Quartal rechnete sie mit einem weiteren Rückgang um 3,8 Millionen Barrel pro Tag. 2
Diese Werte beschreiben die Veränderung der Lagerbestände über einen Zeitraum, nicht die Größe der vorhandenen Tanks. Ein Abbau um 4,2 Millionen Barrel pro Tag bedeutet, dass die weltweiten Vorräte im Quartalsdurchschnitt täglich um eine entsprechende Menge schrumpften. Hält dieser Prozess an, kann er die Preise auch ohne deutlich steigende Nachfrage stützen: Der Markt greift dann auf gespeicherte Mengen zurück, um Ausfälle bei Förderung und Transport auszugleichen.
Rabobank geht in ihrer zuletzt berichteten Einschätzung vorsichtiger mit einer schnellen Normalisierung um. Nach Angaben der Bank werden die weltweiten Ölbestände derzeit um etwa 2 bis 5 Millionen Barrel pro Tag abgebaut. Zusätzlich würden die Vorräte an raffinierten Produkten um weitere 5 bis 6 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Rabobank bezeichnet diese Lagerbestände als eine Art „Sparkonto“, das langfristig nicht nachhaltig genutzt werden könne. 6
In der später berichteten Prognose setzte die Bank Brent für das dritte und vierte Quartal 2026 jeweils bei 90 US-Dollar je Barrel an. Für 2027 wurden 86 US-Dollar, für 2028 79 US-Dollar genannt. 3
Rabobank erwartet außerdem, dass die Transporte durch Hormus bis 2027 einschließlich Umleitungen über alternative Exportwege nur 50 bis 60 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen. Die Exporte von Raffinerieprodukten aus dem Nahen Osten könnten demnach erst Mitte 2028 wieder normal laufen. 6
9 Das ist ein wichtiger Unterschied: Rohöl kann teilweise über andere Routen ausgeführt werden, während raffinierte Produkte weiterhin durch fehlende oder eingeschränkte Raffinerie- und Umschlagkapazitäten begrenzt bleiben.
Die Prognosen der Bank haben sich mit dem erwarteten Zeitplan für die Wiederöffnung rasch verändert. In einem Szenario nach dem damaligen Memorandum of Understanding (MoU), also einer politischen Absichtserklärung, setzte Rabobank Brent für das dritte Quartal 2026 bei 79 US-Dollar und für das vierte Quartal bei 78 US-Dollar an. WTI wurde mit 75,50 US-Dollar beziehungsweise 74 US-Dollar veranschlagt. Für 2027 und 2028 lagen die entsprechenden Brent-Werte in diesem weicheren Erholungspfad bei 74,50 US-Dollar und 71 US-Dollar. Diese Zahlen sind als früheres Szenario zu verstehen und nicht als direkter Vergleich mit der später angehobenen Prognose. 10
| Institution und Szenario | Brent | WTI | Wesentliche Annahme |
|---|---|---|---|
| EIA, Erholungsszenario, Jahresdurchschnitt 2026 | 82 US-Dollar/Barrel | In der zitierten Veröffentlichung nicht genannt | Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs, Erholung der Förderung, steigende Lagerbestände |
| EIA, Erholungsszenario, Jahresdurchschnitt 2027 | 65 US-Dollar/Barrel | In der zitierten Veröffentlichung nicht genannt | Normalisierung des Angebots und Wiederaufbau der Vorräte |
| EIA, schweres Störungsszenario, Juni und Juli 2026 | 105 US-Dollar/Barrel | Nicht genannt | Eingeschränkte Transporte und starker Lagerabbau |
| Rabobank, zuletzt berichtete Einschätzung, Q3 und Q4 2026 | 90 US-Dollar/Barrel | Im zitierten Bericht nicht zuverlässig genannt | Anhaltendes geopolitisches Risiko und schneller Verbrauch der Vorräte |
| Rabobank, zuletzt berichtete Einschätzung, 2027 | 86 US-Dollar/Barrel | Nicht zuverlässig verfügbar | Teilweise Erholung der Hormus-Transporte und erschöpfte Lagerbestände |
| Rabobank, zuletzt berichtete Einschätzung, 2028 | 79 US-Dollar/Barrel | Nicht zuverlässig verfügbar | Verzögerte Normalisierung der Raffinerieproduktexporte |
| Rabobank, früheres Szenario nach dem MoU, Q3 und Q4 2026 | 79 bzw. 78 US-Dollar/Barrel | 75,50 bzw. 74 US-Dollar/Barrel | Schrittweise Öffnung und moderaterer Preisverlauf |
Die zitierten EIA-Veröffentlichungen enthalten keine vergleichbare offizielle Brent- oder WTI-Prognose für 2028. Auch die verfügbare Rabobank-Berichterstattung liefert für 2027 und 2028 keine verlässlich belegten WTI-Werte. Es wäre daher irreführend, die fehlenden Werte aus dem Abstand zwischen Brent und WTI abzuleiten.
Das Basisszenario der EIA sieht vor, dass der Großteil der Förderung Anfang 2027 wieder nahe an die durchschnittlichen Werte vor dem Konflikt herankommt. Eine vollständige Rückkehr wird jedoch nicht als sicher betrachtet. Die Schätzung, dass bis Ende 2027 rund 0,6 Millionen Barrel pro Tag beeinträchtigt bleiben könnten, deutet darauf hin, dass einzelne Produzenten weiterhin mit operativen oder logistischen Problemen rechnen müssen.
Die physische Erholung hängt von mehr ab als von der technischen Fähigkeit, Öl zu fördern. Wenn Exportwege blockiert sind, können sich Lager vor Ort füllen. Produzenten müssen dann möglicherweise die Förderung drosseln oder stilllegen. Entscheidend sind außerdem verfügbare Tanker, Versicherungen, Hafenzugang, die Sicherheit der Infrastruktur, alternative Exportwege und das Vertrauen darauf, dass politische Vereinbarungen oder Sanktionen Bestand haben. Die EIA hat zuvor beschrieben, wie ein eingeschränkter Tankerverkehr und gekündigter Versicherungsschutz dazu führen können, dass Öl hinter dem Engpass festsitzt.
Rabobank ist beim Handelsvolumen vorsichtiger: Bis 2027 könnten ihrer Einschätzung zufolge nur 50 bis 60 Prozent der früheren Hormus-Mengen zurückkehren, während sich die Exporte von Raffinerieprodukten erst später normalisieren. 6
9 Der Unterschied zwischen Fördererholung und Exporterholung ist entscheidend. Öl kann technisch verfügbar sein und dennoch nicht im gleichen Umfang wie vor dem Konflikt die Abnehmer erreichen.
Das unmittelbarste Aufwärtsrisiko für die Preise wäre eine erneute Verschlechterung des Tankerverkehrs durch Hormus. Die für das zweite Quartal 2026 geschätzte Menge von 4,9 Millionen Barrel pro Tag lag weit unter dem Vergleichswert vor dem Konflikt. Das zeigt, wie schnell ein maritimer Engpass den physischen Ölmarkt verändern kann. 2
Auch Bab el-Mandeb bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Nach EIA-Schätzungen flossen im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 8,1 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Flüssigöl durch die Meerenge – nach 5,4 Millionen Barrel pro Tag im vierten Quartal 2025. Das deutet darauf hin, dass ein Teil des Handels umgeleitet wurde, als der Verkehr durch Hormus nachließ. Eine neue Störung bei Bab el-Mandeb würde die Ausweichmöglichkeiten weiter einschränken und den Druck auf Rohöl und Ölprodukte erhöhen. 2
Besonders gefährdet könnten raffinierte Produkte sein. Begrenzte Raffinerie- und Konversionskapazitäten sowie niedrige Benzinvorräte können Diesel, Kerosin beziehungsweise Flugtreibstoff, Schiffskraftstoff und Benzin stärker verteuern als der reine Rohöl-Benchmark. Rabobank betont, dass sich die Produktströme möglicherweise langsamer erholen als die Rohölverfügbarkeit, weil die Raffineriekapazität – und nicht nur die Rohölversorgung – den Engpass bildet. 12
Daraus ergibt sich ein asymmetrisches Risikoprofil: Eine dauerhafte Deeskalation, wiederhergestellte Schifffahrt und die Rückkehr der stillgelegten Förderung könnten Brent in Richtung des EIA-Erholungspfads von Mitte 60 US-Dollar im Jahr 2027 drücken. Neue Angriffe, länger anhaltende Versicherungsbeschränkungen, zusätzliche Produktionsstilllegungen oder Probleme am Bab el-Mandeb könnten Brent dagegen kurzfristig im Bereich von 90 bis 105 US-Dollar je Barrel halten und erneut Preise von mehr als 100 US-Dollar ermöglichen. 3
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Die EIA kalkuliert mit einer vergleichsweise geordneten Erholung: Der Verkehr durch Hormus nimmt zu, stillgelegte Fördermengen kehren Anfang 2027 zurück und die Lagerbestände beginnen wieder zu wachsen. Rabobank gewichtet stärker das Risiko, dass die Schifffahrt beeinträchtigt bleibt, die Vorräte weiter abgebaut werden und Engpässe bei raffinierten Produkten bis 2028 andauern.
Die belastbarste Schlussfolgerung ist deshalb nicht, dass eine der beiden Institutionen ein endgültiges Kursziel besitzt. Entscheidend ist das Tempo der Normalisierung. Erholen sich Handel und Förderung gemeinsam, können die Preise deutlich nachgeben. Sinkende Lagerbestände treffen dagegen weiterhin auf schwer umleitbare Rohöl- und Produktströme – dann bleibt das Aufwärtsrisiko erheblich.
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Im Erholungsszenario der EIA fällt Brent 2027 auf durchschnittlich 65 US Dollar je Barrel.
Im Erholungsszenario der EIA fällt Brent 2027 auf durchschnittlich 65 US Dollar je Barrel. Nach EIA Angaben sanken die durch die Straße von Hormus transportierten Rohöl und Flüssigölmengen im zweiten Quartal 2026 auf 4,9 Millionen Barrel pro Tag – nach 21,6 Millionen Barrel pro Tag im vierten Quartal 2025.
Für alle Jahre von 2026 bis 2028 liegt in den verfügbaren Quellen keine vollständig vergleichbare Brent und WTI Prognosetabelle beider Institutionen vor.
Im Erholungsszenario der EIA fällt Brent 2027 auf durchschnittlich 65 US Dollar je Barrel. Nach EIA Angaben sanken die durch die Straße von Hormus transportierten Rohöl und Flüssigölmengen im zweiten Quartal 2026 auf 4,9 Millionen Barrel pro Tag – nach 21,6 Millionen Barrel pro Tag im vierten Quartal 2025.
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Die Störungen an der Straße von Hormus haben Ölpreisprognosen ungewöhnlich stark von politischen und logistischen Annahmen abhängig gemacht. Die US-Energieinformationsbehörde EIA hat ihre Preispfade wiederholt gesenkt, wenn sie von einer Erholung des Tankerverkehrs und der stillgelegten Förderung ausging. Hielten die Beschränkungen länger an und gingen die Lagerbestände zurück, hob sie ihre kurzfristigen Schätzungen wieder an. Rabobank beurteilt die kurzfristigen Risiken zuletzt optimistischer für den Ölpreis: Die Bank geht davon aus, dass die Vorräte zu schnell abgebaut werden, um dauerhaft als Puffer zu dienen. 1
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Das niedrigere Preisszenario der EIA setzt voraus, dass sich die weltweite Rohölförderung und die Handelsströme bis Ende 2026 weitgehend den Verhältnissen vor dem Konflikt annähern. Der Großteil der zuvor stillgelegten Produktion soll demnach im ersten Quartal 2027 wieder anlaufen. Wenn sich die Lagerbestände anschließend weiter auffüllen, könnte Brent 2027 im Jahresdurchschnitt auf 65 US-Dollar je Barrel fallen. Für 2026 nannte die EIA in diesem Erholungsszenario einen Brent-Jahresdurchschnitt von 82 US-Dollar; für das dritte Quartal wurden 74 US-Dollar veranschlagt. 1
Diese Annahme ist inzwischen weniger eindeutig. Nach EIA-Schätzungen wurden im zweiten Quartal 2026 durch die Straße von Hormus im Durchschnitt nur 4,9 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Flüssigöl transportiert. Im vierten Quartal 2025, also vor Beginn des Konflikts, waren es noch 21,6 Millionen Barrel pro Tag. Die August-Prognose ging davon aus, dass der Großteil der regionalen Förderung Anfang 2027 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Gleichzeitig könnten rund 0,6 Millionen Barrel pro Tag der Unterbrechungen bis Ende 2027 fortbestehen. 2
Als die gravierenden Einschränkungen der Schifffahrt anhielten, erhöhte die EIA ihre kurzfristige Schätzung wieder. Für das dritte Quartal 2026 wurde in der Berichterstattung zur August-Prognose ein Brent-Preis von ungefähr 85 US-Dollar je Barrel genannt. Die Abfolge zeigt: Die EIA vertritt nicht eine einzige unveränderliche Krisenprognose. Ihre Zahlen reagieren auf veränderte Annahmen zu Schifffahrt, Förderung und Lagerbeständen.
In einem schwerwiegenderen Störungsszenario schätzte die EIA, dass Produzenten im Nahen Osten ihre Förderung um mehr als 11 Millionen Barrel pro Tag gekürzt hatten. Für das zweite Quartal 2026 erwartete sie einen weltweiten Abbau der Ölbestände um durchschnittlich 6,3 Millionen Barrel pro Tag, für das dritte Quartal um 7,6 Millionen Barrel pro Tag. Solange die Transporte eingeschränkt blieben, sollte Brent im Juni und Juli durchschnittlich 105 US-Dollar je Barrel kosten. 17
In einer späteren Prognose fielen die erwarteten, aber weiterhin erheblichen Abnahmen etwas geringer aus. Die EIA schätzte, dass die weltweiten Ölvorräte im zweiten Quartal 2026 im Schnitt um 4,2 Millionen Barrel pro Tag zurückgingen. Für das dritte Quartal rechnete sie mit einem weiteren Rückgang um 3,8 Millionen Barrel pro Tag. 2
Diese Werte beschreiben die Veränderung der Lagerbestände über einen Zeitraum, nicht die Größe der vorhandenen Tanks. Ein Abbau um 4,2 Millionen Barrel pro Tag bedeutet, dass die weltweiten Vorräte im Quartalsdurchschnitt täglich um eine entsprechende Menge schrumpften. Hält dieser Prozess an, kann er die Preise auch ohne deutlich steigende Nachfrage stützen: Der Markt greift dann auf gespeicherte Mengen zurück, um Ausfälle bei Förderung und Transport auszugleichen.
Rabobank geht in ihrer zuletzt berichteten Einschätzung vorsichtiger mit einer schnellen Normalisierung um. Nach Angaben der Bank werden die weltweiten Ölbestände derzeit um etwa 2 bis 5 Millionen Barrel pro Tag abgebaut. Zusätzlich würden die Vorräte an raffinierten Produkten um weitere 5 bis 6 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Rabobank bezeichnet diese Lagerbestände als eine Art „Sparkonto“, das langfristig nicht nachhaltig genutzt werden könne. 6
In der später berichteten Prognose setzte die Bank Brent für das dritte und vierte Quartal 2026 jeweils bei 90 US-Dollar je Barrel an. Für 2027 wurden 86 US-Dollar, für 2028 79 US-Dollar genannt. 3
Rabobank erwartet außerdem, dass die Transporte durch Hormus bis 2027 einschließlich Umleitungen über alternative Exportwege nur 50 bis 60 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen. Die Exporte von Raffinerieprodukten aus dem Nahen Osten könnten demnach erst Mitte 2028 wieder normal laufen. 6
9 Das ist ein wichtiger Unterschied: Rohöl kann teilweise über andere Routen ausgeführt werden, während raffinierte Produkte weiterhin durch fehlende oder eingeschränkte Raffinerie- und Umschlagkapazitäten begrenzt bleiben.
Die Prognosen der Bank haben sich mit dem erwarteten Zeitplan für die Wiederöffnung rasch verändert. In einem Szenario nach dem damaligen Memorandum of Understanding (MoU), also einer politischen Absichtserklärung, setzte Rabobank Brent für das dritte Quartal 2026 bei 79 US-Dollar und für das vierte Quartal bei 78 US-Dollar an. WTI wurde mit 75,50 US-Dollar beziehungsweise 74 US-Dollar veranschlagt. Für 2027 und 2028 lagen die entsprechenden Brent-Werte in diesem weicheren Erholungspfad bei 74,50 US-Dollar und 71 US-Dollar. Diese Zahlen sind als früheres Szenario zu verstehen und nicht als direkter Vergleich mit der später angehobenen Prognose. 10
| Institution und Szenario | Brent | WTI | Wesentliche Annahme |
|---|---|---|---|
| EIA, Erholungsszenario, Jahresdurchschnitt 2026 | 82 US-Dollar/Barrel | In der zitierten Veröffentlichung nicht genannt | Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs, Erholung der Förderung, steigende Lagerbestände |
| EIA, Erholungsszenario, Jahresdurchschnitt 2027 | 65 US-Dollar/Barrel | In der zitierten Veröffentlichung nicht genannt | Normalisierung des Angebots und Wiederaufbau der Vorräte |
| EIA, schweres Störungsszenario, Juni und Juli 2026 | 105 US-Dollar/Barrel | Nicht genannt | Eingeschränkte Transporte und starker Lagerabbau |
| Rabobank, zuletzt berichtete Einschätzung, Q3 und Q4 2026 | 90 US-Dollar/Barrel | Im zitierten Bericht nicht zuverlässig genannt | Anhaltendes geopolitisches Risiko und schneller Verbrauch der Vorräte |
| Rabobank, zuletzt berichtete Einschätzung, 2027 | 86 US-Dollar/Barrel | Nicht zuverlässig verfügbar | Teilweise Erholung der Hormus-Transporte und erschöpfte Lagerbestände |
| Rabobank, zuletzt berichtete Einschätzung, 2028 | 79 US-Dollar/Barrel | Nicht zuverlässig verfügbar | Verzögerte Normalisierung der Raffinerieproduktexporte |
| Rabobank, früheres Szenario nach dem MoU, Q3 und Q4 2026 | 79 bzw. 78 US-Dollar/Barrel | 75,50 bzw. 74 US-Dollar/Barrel | Schrittweise Öffnung und moderaterer Preisverlauf |
Die zitierten EIA-Veröffentlichungen enthalten keine vergleichbare offizielle Brent- oder WTI-Prognose für 2028. Auch die verfügbare Rabobank-Berichterstattung liefert für 2027 und 2028 keine verlässlich belegten WTI-Werte. Es wäre daher irreführend, die fehlenden Werte aus dem Abstand zwischen Brent und WTI abzuleiten.
Das Basisszenario der EIA sieht vor, dass der Großteil der Förderung Anfang 2027 wieder nahe an die durchschnittlichen Werte vor dem Konflikt herankommt. Eine vollständige Rückkehr wird jedoch nicht als sicher betrachtet. Die Schätzung, dass bis Ende 2027 rund 0,6 Millionen Barrel pro Tag beeinträchtigt bleiben könnten, deutet darauf hin, dass einzelne Produzenten weiterhin mit operativen oder logistischen Problemen rechnen müssen.
Die physische Erholung hängt von mehr ab als von der technischen Fähigkeit, Öl zu fördern. Wenn Exportwege blockiert sind, können sich Lager vor Ort füllen. Produzenten müssen dann möglicherweise die Förderung drosseln oder stilllegen. Entscheidend sind außerdem verfügbare Tanker, Versicherungen, Hafenzugang, die Sicherheit der Infrastruktur, alternative Exportwege und das Vertrauen darauf, dass politische Vereinbarungen oder Sanktionen Bestand haben. Die EIA hat zuvor beschrieben, wie ein eingeschränkter Tankerverkehr und gekündigter Versicherungsschutz dazu führen können, dass Öl hinter dem Engpass festsitzt.
Rabobank ist beim Handelsvolumen vorsichtiger: Bis 2027 könnten ihrer Einschätzung zufolge nur 50 bis 60 Prozent der früheren Hormus-Mengen zurückkehren, während sich die Exporte von Raffinerieprodukten erst später normalisieren. 6
9 Der Unterschied zwischen Fördererholung und Exporterholung ist entscheidend. Öl kann technisch verfügbar sein und dennoch nicht im gleichen Umfang wie vor dem Konflikt die Abnehmer erreichen.
Das unmittelbarste Aufwärtsrisiko für die Preise wäre eine erneute Verschlechterung des Tankerverkehrs durch Hormus. Die für das zweite Quartal 2026 geschätzte Menge von 4,9 Millionen Barrel pro Tag lag weit unter dem Vergleichswert vor dem Konflikt. Das zeigt, wie schnell ein maritimer Engpass den physischen Ölmarkt verändern kann. 2
Auch Bab el-Mandeb bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Nach EIA-Schätzungen flossen im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 8,1 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Flüssigöl durch die Meerenge – nach 5,4 Millionen Barrel pro Tag im vierten Quartal 2025. Das deutet darauf hin, dass ein Teil des Handels umgeleitet wurde, als der Verkehr durch Hormus nachließ. Eine neue Störung bei Bab el-Mandeb würde die Ausweichmöglichkeiten weiter einschränken und den Druck auf Rohöl und Ölprodukte erhöhen. 2
Besonders gefährdet könnten raffinierte Produkte sein. Begrenzte Raffinerie- und Konversionskapazitäten sowie niedrige Benzinvorräte können Diesel, Kerosin beziehungsweise Flugtreibstoff, Schiffskraftstoff und Benzin stärker verteuern als der reine Rohöl-Benchmark. Rabobank betont, dass sich die Produktströme möglicherweise langsamer erholen als die Rohölverfügbarkeit, weil die Raffineriekapazität – und nicht nur die Rohölversorgung – den Engpass bildet. 12
Daraus ergibt sich ein asymmetrisches Risikoprofil: Eine dauerhafte Deeskalation, wiederhergestellte Schifffahrt und die Rückkehr der stillgelegten Förderung könnten Brent in Richtung des EIA-Erholungspfads von Mitte 60 US-Dollar im Jahr 2027 drücken. Neue Angriffe, länger anhaltende Versicherungsbeschränkungen, zusätzliche Produktionsstilllegungen oder Probleme am Bab el-Mandeb könnten Brent dagegen kurzfristig im Bereich von 90 bis 105 US-Dollar je Barrel halten und erneut Preise von mehr als 100 US-Dollar ermöglichen. 3
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Die EIA kalkuliert mit einer vergleichsweise geordneten Erholung: Der Verkehr durch Hormus nimmt zu, stillgelegte Fördermengen kehren Anfang 2027 zurück und die Lagerbestände beginnen wieder zu wachsen. Rabobank gewichtet stärker das Risiko, dass die Schifffahrt beeinträchtigt bleibt, die Vorräte weiter abgebaut werden und Engpässe bei raffinierten Produkten bis 2028 andauern.
Die belastbarste Schlussfolgerung ist deshalb nicht, dass eine der beiden Institutionen ein endgültiges Kursziel besitzt. Entscheidend ist das Tempo der Normalisierung. Erholen sich Handel und Förderung gemeinsam, können die Preise deutlich nachgeben. Sinkende Lagerbestände treffen dagegen weiterhin auf schwer umleitbare Rohöl- und Produktströme – dann bleibt das Aufwärtsrisiko erheblich.
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Im Erholungsszenario der EIA fällt Brent 2027 auf durchschnittlich 65 US Dollar je Barrel.
Im Erholungsszenario der EIA fällt Brent 2027 auf durchschnittlich 65 US Dollar je Barrel. Nach EIA Angaben sanken die durch die Straße von Hormus transportierten Rohöl und Flüssigölmengen im zweiten Quartal 2026 auf 4,9 Millionen Barrel pro Tag – nach 21,6 Millionen Barrel pro Tag im vierten Quartal 2025.
Für alle Jahre von 2026 bis 2028 liegt in den verfügbaren Quellen keine vollständig vergleichbare Brent und WTI Prognosetabelle beider Institutionen vor.