Seit dem Start von „Operation Economic Outcast“ am 24. August reagiert China mit diplomatischer Zurückweisung, nicht mit einem öffentlich angekündigten Paket eigener Gegensanktionen.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: How has China responded to the United States’ escalating Iran-related sanctions campaign—including Treasury Secretary Scott Bessent’s August. Article summary: China has answered principally with diplomatic defiance rather than a publicly announced counter-sanctions package: it calls the measures “illegal unilateral sanctions,” says its Iran cooperation is lawful and should not. Topic tags: general, news, general web, government. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts with
Chinas Antwort auf die jüngste US-Sanktionskampagne gegen Iran ist rhetorisch scharf, in der praktischen Umsetzung aber vorsichtig. Peking verurteilt die Maßnahmen als „illegale einseitige Sanktionen“, bezeichnet die Zusammenarbeit mit Teheran als rechtmäßig und kündigt an, die eigenen Interessen zu schützen. 7
8 Ein öffentlich angekündigtes chinesisches Gegensanktionspaket, das sich ausdrücklich gegen die Vereinigten Staaten richtet, gibt es bislang jedoch nicht.
Darin zeigt sich ein bekanntes strategisches Muster: China wehrt sich gegen den Versuch Washingtons, den Iran-bezogenen Handel chinesischer Unternehmen zu kontrollieren. Zugleich will Peking vermeiden, dass wichtige chinesische Banken dem Zugriff des US-Finanzsystems ausgesetzt werden.
US-Finanzminister Scott Bessent stellte am 24. August eine Kampagne vor, die nicht nur iranische Organisationen, sondern auch deren Geschäftspartner unter Druck setzen soll. „Operation Economic Outcast“ weitet die Gefahr von Sekundärsanktionen auf den ölbezogenen Handel sowie auf Bereiche wie digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt aus. 1
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Das wichtigste Druckmittel ist der Zugang zum US-Finanzsystem. Unternehmen und Banken, die weiterhin Geschäfte mit Iran ermöglichen, könnten vor die Wahl gestellt werden: ihre Beziehungen zu Teheran fortsetzen oder den Zugang zum Dollar-Clearing und zu internationalen Korrespondenzbanken bewahren. 5
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Das erste Sanktionspaket traf auch Akteure in China und Hongkong. Eine große chinesische Bank wurde jedoch zunächst nicht gelistet. Dieser Unterschied ist entscheidend: Sanktionen gegen kleinere Vermittler verteuern die Umgehung der Maßnahmen. Die direkte Bestrafung einer bedeutenden chinesischen Bank könnte dagegen einen wesentlich größeren Konflikt zwischen Washington und Peking auslösen. 2
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Am 28. August setzte das US-Finanzministerium die in Hongkong ansässige Kameng Trading Limited auf seine Sanktionsliste. Nach Darstellung des Ministeriums fungierte das Unternehmen als Tarnfirma für ein iranisches Wechselhaus und half sanktionierten iranischen Personen beim Zugang zum internationalen Finanzsystem.
Der Fall zeigt, dass auch Firmen mit Sitz in Hongkong in Reichweite der Kampagne liegen. Für chinesische und regionale Unternehmen, die iranische Zahlungen, Transporte oder Handelsdokumente abwickeln, steigen damit die Compliance-Risiken. Die verfügbare Berichterstattung belegt allerdings keine eigenständige Reaktion Pekings auf die Kameng-Listung, die über die allgemeinen Warnungen vor einer Behinderung der chinesisch-iranischen Zusammenarbeit hinausgeht.
Gerade diese begrenzte Reaktion ist aufschlussreich. Chinas öffentliche Position ist kompromisslos formuliert, die praktische Antwort bleibt jedoch kalkuliert und nicht offen vergeltend.
Chinas Einwand ist rechtlicher und strategischer Natur. Chinesische Vertreter betonen, die Zusammenarbeit mit Iran bewege sich innerhalb des Völkerrechts und dürfe nicht gestört oder untergraben werden. 7
11 Peking weist außerdem das grundsätzliche Recht der USA zurück, einseitig zu bestimmen, welche Staaten und Unternehmen normalen Handel mit Iran betreiben dürfen.
Für China geht es damit um mehr als um Iran. Würde Peking den Forderungen Washingtons nach Sekundärsanktionen nachgeben, würde dies die Vorstellung stärken, dass der Zugang zum US-Finanzsystem den Vereinigten Staaten ein Vetorecht über chinesische Geschäftsbeziehungen verleiht. Die Verteidigung des Iran-Handels dient daher auch Chinas Interesse, Spielraum für eine eigenständige Wirtschafts- und Außenpolitik zu bewahren.
Zugleich fordert China Zurückhaltung und eine Rückkehr zu Verhandlungen. Sanktionen und Druck würden Streitigkeiten nicht lösen, sondern die Spannungen weiter verschärfen, argumentiert Peking. 6
Die zentrale offene Frage lautet, ob Washington den nächsten Schritt gehen und chinesische Banken oder große Käufer iranischen Öls direkt bestrafen wird. US-Vertreter haben signalisiert, dass chinesische Institute nicht automatisch ausgenommen sind, wenn sie Transaktionen ermöglichen, durch die iranisches Öl in Einnahmen umgewandelt wird. 15
Diese Drohung ist wirkungsvoll, weil auch Banken mit nur geringen Geschäften in den USA häufig auf Dollar-Clearing, Korrespondenzbeziehungen oder andere Teile der globalen Finanzinfrastruktur angewiesen sind. Eine Einstufung könnte deshalb internationale Aktivitäten einer Bank weit über ihr Iran-Geschäft hinaus beeinträchtigen.
Genau an diesem Punkt würden die Kosten jedoch für beide Seiten steigen. Die Sanktionierung einer großen chinesischen Bank könnte Teheran unter Druck setzen, zugleich aber chinesische Vergeltungsmaßnahmen provozieren, den Handel stören und die finanzielle Fragmentierung beschleunigen. Dass Washington im ersten Paket auf eine solche Maßnahme verzichtete, deutet darauf hin, dass die USA Druck ausüben, sich aber Handlungsspielraum im gesamten Verhältnis zu China erhalten wollen. 2
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Der wiederholte Einsatz von Sekundärsanktionen schafft für sanktionierte Staaten und risikoscheue Handelspartner einen Anreiz, ihre Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Möglich wären eine stärkere Abwicklung in Renminbi, bilaterale Zahlungsvereinbarungen, Tauschgeschäfte oder alternative Finanzkanäle.
China baut seit Jahren Zahlungswege für den Renminbi und Währungs-Swap-Vereinbarungen mit Energieexporteuren aus. Die Krise rund um die Straße von Hormus hat die mögliche Rolle der chinesischen Währung im Energiehandel zusätzlich in den Mittelpunkt gerückt.
Das ist jedoch eine Geschichte schrittweiser Diversifizierung – kein Beleg für eine bevorstehende Ablösung des Dollars. Die US-Kampagne zeigt weiterhin, wie weitreichend Beschränkungen über das dollarbasierte Finanzsystem wirken können. Der Dollar verfügt nach wie vor über entscheidende Vorteile bei Liquidität, Konvertierbarkeit und etablierten globalen Netzwerken.
Die vorsichtigste Schlussfolgerung lautet daher: Sanktionen können alternative Zahlungswege langsam attraktiver machen, während der Dollar seine dominante Stellung behält.
Die Kampagne legt zugleich einen inneren Widerspruch in Irans Beziehung zu China offen. Peking hat Teheran dabei geholfen, Ölexporte aufrechtzuerhalten, Sanktionen abzufedern und wirtschaftliche sowie technologische Verbindungen zu bewahren. 17 Für Iran ist China deshalb ein entscheidender Absatz- und Finanzkanal, solange der Zugang zu westlichen Märkten eingeschränkt bleibt.
Chinas Unterstützung folgt jedoch chinesischen Interessen. Peking will Zugang zu iranischer Energie und Einfluss im Nahen Osten sichern. Gleichzeitig muss es das Risiko von US-Strafmaßnahmen begrenzen, seine umfassenderen Handelsbeziehungen zu Washington schützen und vermeiden, in eine direkte sicherheitspolitische Verpflichtung gegenüber Teheran gezogen zu werden.
Deshalb greifen beide extremen Deutungen zu kurz. China wird Iran voraussichtlich nicht vollständig fallen lassen. Ebenso wenig ist zu erwarten, dass Peking unbegrenzte wirtschaftliche Kosten auf sich nimmt, um Teheran abzuschirmen. In Iran bietet die Auseinandersetzung daher weiteren Anlass für die Debatte, wie verlässlich China unter maximalem Druck tatsächlich wäre.
Chinas Abhängigkeit von Energie aus der Golfregion macht die Straße von Hormus besonders sensibel. Peking erklärte, eine Störung oder Blockade der wichtigen Meerenge liege nicht im internationalen Interesse, und rief zu Zurückhaltung sowie diplomatischen Bemühungen auf.
Gleichzeitig wäre China von den wirtschaftlichen Folgen gestörter Transporte am Golf unmittelbar betroffen. Ein Faktenblatt einer US-Regierungskommission berichtete, chinesische Behörden hätten angesichts früherer Risiken für die Schifffahrt im Golf einige Ausfuhren raffinierter Erdölprodukte gestoppt. Das zeigt, wie schnell regionale Instabilität in chinesische Wirtschaftsentscheidungen hineinwirken kann. 18
Daraus entsteht ein schwieriger Balanceakt. China hat ein starkes Interesse an offenen Schifffahrtswegen und könnte über Diplomatie oder wirtschaftlichen Einfluss Druck auf Teheran ausüben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Peking bereit wäre, eine US-Seeblockade militärisch herauszufordern oder für iranische Transporte zu kämpfen.
Wahrscheinlicher sind diplomatischer Druck, kommerzielle Anpassungen und eine selektive maritime Präsenz – nicht ein offener Krieg mit Washington.
Der Streit über die Iran-Sanktionen dürfte die Erwartung eines Besuchs von Präsident Xi Jinping in Washington am 24. September erschweren. Reuters berichtete, der Besuch werde im Rahmen von Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump erwartet, und verwies zugleich auf Chinas umfassendere Bemühungen um Stabilität im Nahen Osten.
Sollte der Besuch stattfinden, könnte die Sanktionskampagne zwei Funktionen erfüllen. Washington kann den Iran-bezogenen Handel als Verhandlungshebel einsetzen. Peking kann zugleich deutlich machen, dass es eine einseitige US-Kontrolle über chinesische Wirtschaftsbeziehungen nicht akzeptiert.
Beide Seiten haben außerdem ein Interesse daran, eine Eskalation zu verhindern, die in einen direkten Streit über eine große chinesische Bank münden würde. Die endgültige Tagesordnung und der Status des Besuchs sollten allerdings vorläufig behandelt werden, solange beide Regierungen die Pläne nicht bestätigt haben. Das vorliegende Material belegt weder eine abschließende Vereinbarung noch eine umfassende Einigung zwischen China und den USA.
China widersetzt sich der US-Kampagne politisch und hält sich die Möglichkeit offen, weiter mit Iran zu handeln. Ein unbegrenztes Bekenntnis zur Konfrontation mit Washington signalisiert Peking jedoch nicht. Die Strategie besteht darin, die Legitimität einseitiger Sanktionen zurückzuweisen, chinesische Unternehmen soweit möglich zu schützen und Alternativen zur Verringerung der US-Finanzmacht auszubauen – ohne den Zugang zum Dollar-System sofort zu opfern.
Damit wird die Auseinandersetzung zu einem Test für die Reichweite von Sanktionen, nicht zu einem abrupten Bruch der globalen Finanzordnung. Washington kann Iran und dessen Partner weiterhin erhebliche Kosten auferlegen. Jede neue Drohung gegen chinesische Akteure stärkt jedoch zugleich Pekings Anreiz, nicht dollarbasierte Kanäle auszubauen.
Das wahrscheinlichste Ergebnis ist daher eine langsame finanzielle Diversifizierung bei anhaltender Dollar-Dominanz – kein unmittelbarer Zusammenbruch des Handels zwischen China und Iran und auch kein schnelles Ende des US-geführten Finanzsystems.
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Seit dem Start von „Operation Economic Outcast“ am 24. August reagiert China mit diplomatischer Zurückweisung, nicht mit einem öffentlich angekündigten Paket eigener Gegensanktionen.
Seit dem Start von „Operation Economic Outcast“ am 24. August reagiert China mit diplomatischer Zurückweisung, nicht mit einem öffentlich angekündigten Paket eigener Gegensanktionen. Die USA haben Unternehmen in China und Hongkong ins Visier genommen, bislang aber keine große chinesische Bank sanktioniert.
Die Maßnahmen könnten langfristig Zahlungen in Renminbi und über Chinas CIPS System fördern.