BioNTech hat am 28. August 2026 die Phase 2 Studie BNT122 01 beendet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium zu dem Schluss kam, dass eine weitere Nachbeobachtung das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht ve...
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Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What happened when BioNTech terminated its Phase 2 BNT122-01 trial of autogene cevumeran—an individualized mRNA cancer vaccine developed wit. Article summary: BioNTech ended BNT122-01 because the independent DSMB judged that continued follow-up was unlikely to change the trial’s efficacy outcome after identifying a numerical overall-survival imbalance between arms. This was a . Topic tags: general, government, general web, news, education. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, c
BioNTech beendet die Phase-2-Studie BNT122-01 zur Behandlung von Darmkrebs. Der unabhängige Data Safety Monitoring Board (DSMB), der klinische Studien überwacht, kam nach einer erneuten Auswertung zu dem Schluss, dass eine Fortsetzung die erwarteten Wirksamkeitsergebnisse wahrscheinlich nicht mehr verändern würde. Zwischen Behandlungs- und Kontrollgruppe zeigte sich ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben. Neue Sicherheitssignale wurden jedoch nicht festgestellt. 5
17
Für BioNTech ist das ein deutlicher Rückschlag im Programm gegen Darmkrebs. Nach den derzeit vorliegenden Informationen ist es aber kein endgültiges Urteil über alle personalisierten mRNA-Impfstoffe gegen Krebs.
Die Studie prüfte Autogene Cevumeran, auch BNT122 oder RO7198457 genannt. Dabei handelt es sich um eine individuell hergestellte mRNA-Krebsimmuntherapie, die BioNTech gemeinsam mit Genentech, einem Unternehmen der Roche-Gruppe, entwickelt. Die Behandlung wurde als alleinige unterstützende Therapie nach einer Operation getestet. Eingeschlossen waren Patienten mit zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) sowie hohem Risiko nach einem operierten Darmkrebs im Stadium II oder III. Die Vergleichsgruppe wurde zunächst lediglich beobachtet. 5
12
CtDNA kann darauf hindeuten, dass trotz einer vollständigen sichtbaren Entfernung des Tumors noch einzelne Krebszellen im Körper vorhanden sind. Die Idee hinter dem personalisierten Impfstoff: Das Immunsystem sollte anhand tumorspezifischer Neoantigene – also Mutationen im Tumor eines einzelnen Patienten – gezielt T-Zellen gegen mögliche Krebsreste aktivieren.
Die sogenannte Futility-Grenze der Studie war bereits im Oktober 2025 überschritten worden. Damals bewertete das DSMB die Daten und die Nachbeobachtungszeit jedoch noch als zu unreif für eine verlässliche Wirksamkeitsanalyse. Da kein sicherheitsbezogenes Problem festgestellt worden war, wurde die Studie zunächst ohne entsprechende Änderung fortgesetzt.
Bei einer späteren Überprüfung fiel das Urteil anders aus: Das zahlenmäßige Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben zwischen den Gruppen machte es nach Einschätzung des DSMB unwahrscheinlich, dass zusätzliche Beobachtungszeit das Wirksamkeitsergebnis noch wesentlich verbessern würde. Das Gremium empfahl deshalb, die Behandlung abzubrechen und die Studie zu beenden. BioNTech erklärte, dieser Empfehlung zu folgen. 5
17
Wichtig ist die Einordnung des Begriffs „Futility“. Er bedeutet nicht automatisch, dass die Behandlung nachweislich eine bestimmte Zahl zusätzlicher Todesfälle verursacht hat. BioNTech hat in den vorliegenden Informationen weder die Größe noch die Richtung des Ungleichgewichts beim Gesamtüberleben offengelegt. Sicher sagen lässt sich daher: Die Studie wurde beendet, weil ein überzeugender Wirksamkeitsnachweis nicht mehr erwartet wurde. Eine konkret bezifferte Schädigung lässt sich aus der Mitteilung allein nicht ableiten.
Das DSMB nannte keine neuen Sicherheitssignale als Grund für das Ende von BNT122-01. Ausschlaggebend war die erwartete Wirksamkeit. BioNTech kündigte eine umfassende Analyse an. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob die Auswahl der Patienten das Ergebnis erklären oder Hinweise für die weitere Entwicklung liefern kann. Die Resultate sollen zu einem geeigneten Zeitpunkt mit der wissenschaftlichen und medizinischen Fachwelt geteilt werden. 5
Diese Auswertung wird entscheidend sein. Ein negatives Ergebnis in einer biomarkerdefinierten Patientengruppe kann verschiedene Ursachen haben: eine zu schwache Immunaktivierung, Grenzen einer Impfstoff-Monotherapie, die besondere Biologie von Darmkrebs oder eine Patientenauswahl, die nicht zuverlässig jene Personen identifiziert hat, die am ehesten profitieren. Die aktuelle Unternehmensmitteilung erlaubt keine eindeutige Unterscheidung zwischen diesen Möglichkeiten.
Die Nachricht belastete den gesamten Themenkomplex rund um mRNA und Krebsimmuntherapien. BioNTechs Aktie verlor im frühen Handel rund 8 Prozent. Ein weiterer Marktbericht meldete einen Rückgang von etwa 8 Prozent bei BioNTech und rund 6 Prozent bei Moderna, während Pfizer weitgehend unverändert blieb. 9
Die Kursbewegungen deuten darauf hin, dass Anleger die Nachricht als Warnsignal für die mRNA-Onkologie werteten – nicht jedoch als breit angelegten Schock für die gesamte Pharmabranche. BioNTech war unmittelbar von der beendeten Studie betroffen. Moderna wurde vom allgemeineren Narrativ zu mRNA-Krebsimpfstoffen erfasst, obwohl das Unternehmen ein anderes Tumor- und Behandlungsszenario untersucht. Die relative Stabilität von Pfizer spricht ebenfalls dafür, dass sich der Ausverkauf vor allem auf mRNA- und Onkologie-Themen konzentrierte.
Ein Vergleich mit Moderna und Merck muss die Unterschiede zwischen den Studien berücksichtigen. Entscheidend sind vor allem die Krebsart und die Behandlungskombination.
Darmkrebs gilt – mit wichtigen Ausnahmen – als eine für Immuntherapien vergleichsweise schwer zugängliche, sogenannte „kalte“ Tumorart. Melanome weisen dagegen häufig eine höhere Mutationslast auf und gelten traditionell als immunogener. Zudem ist das Melanom ein etabliertes Einsatzgebiet für Immuncheckpoint-Therapien. 3
Ein negatives Ergebnis bei einer Darmkrebs-Monotherapie lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf ein Melanom übertragen. Umgekehrt sollte der Befund auch nicht als belanglos abgetan werden: Er zeigt, dass Autogene Cevumeran in genau dieser Darmkrebsgruppe und in diesem Behandlungsschema keinen erwarteten Wirksamkeitsnachweis erbrachte.
BioNTech prüfte Autogene Cevumeran in BNT122-01 als Monotherapie. Moderna und Merck kombinieren ihren personalisierten Impfstoff Intismeran Autogene – auch V940 oder mRNA-4157 genannt – dagegen mit Pembrolizumab, das unter dem Markennamen Keytruda vertrieben wird. 5
Ein Checkpoint-Hemmer kann Bremsmechanismen des Immunsystems lösen oder abschwächen. Der personalisierte Impfstoff soll zugleich T-Zellen auf tumorspezifische Ziele lenken. Die Kombination untersucht damit eine andere biologische Hypothese als die alleinige Impfung: Nicht nur, ob der Impfstoff eine Immunreaktion auslöst, sondern ob er unter einer bereits wirksamen Checkpoint-Blockade einen zusätzlichen klinischen Nutzen bringt.
Merck und Moderna teilten mit, dass die Phase-3-Studie INTerpath-001 bei vollständig operiertem Melanom im Stadium IIB bis IV sowohl den Endpunkt für das rezidivfreie Überleben als auch den für das fernmetastasenfreie Überleben erreicht habe. Getestet wurde Intismeran Autogene zusammen mit Keytruda.
Das unterstützt die Strategie aus personalisiertem Impfstoff und Checkpoint-Hemmer in dieser Melanomgruppe. Es beweist jedoch weder eine Wirksamkeit personalisierter mRNA-Impfstoffe bei allen Tumorarten noch, dass eine Monotherapie bei Darmkrebs erfolgreich sein muss. Die sachlichste Einordnung lautet daher: Auf der einen Seite steht ein positives Signal aus einer späten Kombinationsstudie beim Melanom, auf der anderen ein negatives Ergebnis aus einer mittleren Entwicklungsphase bei einer Darmkrebs-Monotherapie.
Das Ende von BNT122-01 beendet BioNTechs Arbeit an Autogene Cevumeran nicht. In der Pipeline befindet sich unter anderem IMcode003, eine Phase-2-Studie bei operiertem duktalem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse. Dort wird der Wirkstoff zusammen mit einer Checkpoint-Hemmung und einer Chemotherapie untersucht. 11
Für die Interpretation ist dieser Unterschied besonders wichtig: IMcode003 testet ein Kombinationsschema und nicht die Monotherapie, die in der Darmkrebsstudie geprüft wurde. Frühere, von Forschern initiierte Nachbeobachtungsdaten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigten bei einigen Patienten anhaltende T-Zell-Reaktionen. Diese Ergebnisse stammen allerdings aus einer kleinen Phase-1-Studie und sind kein Beleg für eine klinische Wirksamkeit. 14
Daneben entwickelt BioNTech BNT113, eine gegen HPV16 gerichtete mRNA-Krebsimmuntherapie für Kopf-Hals-Tumoren. Für 2026 ist unter anderem eine Zwischenanalyse vorgesehen. 13 Ergebnisse aus diesem Programm und geplante Daten vom ESMO-Kongress werden zusätzliche, eigenständige Hinweise darauf liefern, ob eine geeignete Zielauswahl und Kombinationstherapie die Behandlungsergebnisse bei anderen Krebsarten verbessern können.
BioNTech verfügte zum 30. Juni 2026 über 16,6 Milliarden Euro an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieranlagen.
Das verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum, mehrere Onkologieprogramme trotz des Rückschlags weiter zu finanzieren. Es macht das Ergebnis von BNT122-01 nicht weniger relevant, verringert aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Beendigung dieser einen Studie allein zu einem sofortigen Rückzug aus der Onkologiestrategie führt.
Die entscheidenden Fragen für die weitere Entwicklung lauten daher weniger, ob personalisierte Neoantigen-mRNA-Therapien abstrakt „funktionieren“, sondern:
BNT122-01 liefert darauf eine begrenzte, aber wichtige Antwort: Bei ctDNA-positivem, operiertem Hochrisiko-Darmkrebs wurde die alleinige Behandlung mit Autogene Cevumeran als aussichtslos bewertet, bevor die Studie einen positiven Wirksamkeitsnachweis erbringen konnte. Die Programme zu Bauchspeicheldrüsen-, Kopf-Hals- und anderen Tumoren werden zeigen, wie weit sich diese Lektion verallgemeinern lässt.
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BioNTech hat am 28. August 2026 die Phase 2 Studie BNT122 01 beendet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium zu dem Schluss kam, dass eine weitere Nachbeobachtung das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht ve...
BioNTech hat am 28. August 2026 die Phase 2 Studie BNT122 01 beendet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium zu dem Schluss kam, dass eine weitere Nachbeobachtung das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht ve... Der Rückschlag betrifft unmittelbar die alleinige Gabe von Autogene Cevumeran bei ctDNA positivem, operiertem Hochrisiko Darmkrebs – nicht automatisch die Kombination personalisierter Impfstoffe mit Keytruda, wie sie...
BioNTech will die Daten weiter analysieren. Die laufende Bauchspeicheldrüsenkrebs Studie sowie BNT113 und weitere Onkologie Daten bleiben wichtige Prüfsteine für die mRNA Strategie.
BioNTech hat am 28. August 2026 die Phase 2 Studie BNT122 01 beendet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium zu dem Schluss kam, dass eine weitere Nachbeobachtung das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht ve...
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BioNTech beendet die Phase-2-Studie BNT122-01 zur Behandlung von Darmkrebs. Der unabhängige Data Safety Monitoring Board (DSMB), der klinische Studien überwacht, kam nach einer erneuten Auswertung zu dem Schluss, dass eine Fortsetzung die erwarteten Wirksamkeitsergebnisse wahrscheinlich nicht mehr verändern würde. Zwischen Behandlungs- und Kontrollgruppe zeigte sich ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben. Neue Sicherheitssignale wurden jedoch nicht festgestellt. 5
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Für BioNTech ist das ein deutlicher Rückschlag im Programm gegen Darmkrebs. Nach den derzeit vorliegenden Informationen ist es aber kein endgültiges Urteil über alle personalisierten mRNA-Impfstoffe gegen Krebs.
Die Studie prüfte Autogene Cevumeran, auch BNT122 oder RO7198457 genannt. Dabei handelt es sich um eine individuell hergestellte mRNA-Krebsimmuntherapie, die BioNTech gemeinsam mit Genentech, einem Unternehmen der Roche-Gruppe, entwickelt. Die Behandlung wurde als alleinige unterstützende Therapie nach einer Operation getestet. Eingeschlossen waren Patienten mit zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) sowie hohem Risiko nach einem operierten Darmkrebs im Stadium II oder III. Die Vergleichsgruppe wurde zunächst lediglich beobachtet. 5
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CtDNA kann darauf hindeuten, dass trotz einer vollständigen sichtbaren Entfernung des Tumors noch einzelne Krebszellen im Körper vorhanden sind. Die Idee hinter dem personalisierten Impfstoff: Das Immunsystem sollte anhand tumorspezifischer Neoantigene – also Mutationen im Tumor eines einzelnen Patienten – gezielt T-Zellen gegen mögliche Krebsreste aktivieren.
Die sogenannte Futility-Grenze der Studie war bereits im Oktober 2025 überschritten worden. Damals bewertete das DSMB die Daten und die Nachbeobachtungszeit jedoch noch als zu unreif für eine verlässliche Wirksamkeitsanalyse. Da kein sicherheitsbezogenes Problem festgestellt worden war, wurde die Studie zunächst ohne entsprechende Änderung fortgesetzt.
Bei einer späteren Überprüfung fiel das Urteil anders aus: Das zahlenmäßige Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben zwischen den Gruppen machte es nach Einschätzung des DSMB unwahrscheinlich, dass zusätzliche Beobachtungszeit das Wirksamkeitsergebnis noch wesentlich verbessern würde. Das Gremium empfahl deshalb, die Behandlung abzubrechen und die Studie zu beenden. BioNTech erklärte, dieser Empfehlung zu folgen. 5
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Wichtig ist die Einordnung des Begriffs „Futility“. Er bedeutet nicht automatisch, dass die Behandlung nachweislich eine bestimmte Zahl zusätzlicher Todesfälle verursacht hat. BioNTech hat in den vorliegenden Informationen weder die Größe noch die Richtung des Ungleichgewichts beim Gesamtüberleben offengelegt. Sicher sagen lässt sich daher: Die Studie wurde beendet, weil ein überzeugender Wirksamkeitsnachweis nicht mehr erwartet wurde. Eine konkret bezifferte Schädigung lässt sich aus der Mitteilung allein nicht ableiten.
Das DSMB nannte keine neuen Sicherheitssignale als Grund für das Ende von BNT122-01. Ausschlaggebend war die erwartete Wirksamkeit. BioNTech kündigte eine umfassende Analyse an. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob die Auswahl der Patienten das Ergebnis erklären oder Hinweise für die weitere Entwicklung liefern kann. Die Resultate sollen zu einem geeigneten Zeitpunkt mit der wissenschaftlichen und medizinischen Fachwelt geteilt werden. 5
Diese Auswertung wird entscheidend sein. Ein negatives Ergebnis in einer biomarkerdefinierten Patientengruppe kann verschiedene Ursachen haben: eine zu schwache Immunaktivierung, Grenzen einer Impfstoff-Monotherapie, die besondere Biologie von Darmkrebs oder eine Patientenauswahl, die nicht zuverlässig jene Personen identifiziert hat, die am ehesten profitieren. Die aktuelle Unternehmensmitteilung erlaubt keine eindeutige Unterscheidung zwischen diesen Möglichkeiten.
Die Nachricht belastete den gesamten Themenkomplex rund um mRNA und Krebsimmuntherapien. BioNTechs Aktie verlor im frühen Handel rund 8 Prozent. Ein weiterer Marktbericht meldete einen Rückgang von etwa 8 Prozent bei BioNTech und rund 6 Prozent bei Moderna, während Pfizer weitgehend unverändert blieb. 9
Die Kursbewegungen deuten darauf hin, dass Anleger die Nachricht als Warnsignal für die mRNA-Onkologie werteten – nicht jedoch als breit angelegten Schock für die gesamte Pharmabranche. BioNTech war unmittelbar von der beendeten Studie betroffen. Moderna wurde vom allgemeineren Narrativ zu mRNA-Krebsimpfstoffen erfasst, obwohl das Unternehmen ein anderes Tumor- und Behandlungsszenario untersucht. Die relative Stabilität von Pfizer spricht ebenfalls dafür, dass sich der Ausverkauf vor allem auf mRNA- und Onkologie-Themen konzentrierte.
Ein Vergleich mit Moderna und Merck muss die Unterschiede zwischen den Studien berücksichtigen. Entscheidend sind vor allem die Krebsart und die Behandlungskombination.
Darmkrebs gilt – mit wichtigen Ausnahmen – als eine für Immuntherapien vergleichsweise schwer zugängliche, sogenannte „kalte“ Tumorart. Melanome weisen dagegen häufig eine höhere Mutationslast auf und gelten traditionell als immunogener. Zudem ist das Melanom ein etabliertes Einsatzgebiet für Immuncheckpoint-Therapien. 3
Ein negatives Ergebnis bei einer Darmkrebs-Monotherapie lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf ein Melanom übertragen. Umgekehrt sollte der Befund auch nicht als belanglos abgetan werden: Er zeigt, dass Autogene Cevumeran in genau dieser Darmkrebsgruppe und in diesem Behandlungsschema keinen erwarteten Wirksamkeitsnachweis erbrachte.
BioNTech prüfte Autogene Cevumeran in BNT122-01 als Monotherapie. Moderna und Merck kombinieren ihren personalisierten Impfstoff Intismeran Autogene – auch V940 oder mRNA-4157 genannt – dagegen mit Pembrolizumab, das unter dem Markennamen Keytruda vertrieben wird. 5
Ein Checkpoint-Hemmer kann Bremsmechanismen des Immunsystems lösen oder abschwächen. Der personalisierte Impfstoff soll zugleich T-Zellen auf tumorspezifische Ziele lenken. Die Kombination untersucht damit eine andere biologische Hypothese als die alleinige Impfung: Nicht nur, ob der Impfstoff eine Immunreaktion auslöst, sondern ob er unter einer bereits wirksamen Checkpoint-Blockade einen zusätzlichen klinischen Nutzen bringt.
Merck und Moderna teilten mit, dass die Phase-3-Studie INTerpath-001 bei vollständig operiertem Melanom im Stadium IIB bis IV sowohl den Endpunkt für das rezidivfreie Überleben als auch den für das fernmetastasenfreie Überleben erreicht habe. Getestet wurde Intismeran Autogene zusammen mit Keytruda.
Das unterstützt die Strategie aus personalisiertem Impfstoff und Checkpoint-Hemmer in dieser Melanomgruppe. Es beweist jedoch weder eine Wirksamkeit personalisierter mRNA-Impfstoffe bei allen Tumorarten noch, dass eine Monotherapie bei Darmkrebs erfolgreich sein muss. Die sachlichste Einordnung lautet daher: Auf der einen Seite steht ein positives Signal aus einer späten Kombinationsstudie beim Melanom, auf der anderen ein negatives Ergebnis aus einer mittleren Entwicklungsphase bei einer Darmkrebs-Monotherapie.
Das Ende von BNT122-01 beendet BioNTechs Arbeit an Autogene Cevumeran nicht. In der Pipeline befindet sich unter anderem IMcode003, eine Phase-2-Studie bei operiertem duktalem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse. Dort wird der Wirkstoff zusammen mit einer Checkpoint-Hemmung und einer Chemotherapie untersucht. 11
Für die Interpretation ist dieser Unterschied besonders wichtig: IMcode003 testet ein Kombinationsschema und nicht die Monotherapie, die in der Darmkrebsstudie geprüft wurde. Frühere, von Forschern initiierte Nachbeobachtungsdaten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigten bei einigen Patienten anhaltende T-Zell-Reaktionen. Diese Ergebnisse stammen allerdings aus einer kleinen Phase-1-Studie und sind kein Beleg für eine klinische Wirksamkeit. 14
Daneben entwickelt BioNTech BNT113, eine gegen HPV16 gerichtete mRNA-Krebsimmuntherapie für Kopf-Hals-Tumoren. Für 2026 ist unter anderem eine Zwischenanalyse vorgesehen. 13 Ergebnisse aus diesem Programm und geplante Daten vom ESMO-Kongress werden zusätzliche, eigenständige Hinweise darauf liefern, ob eine geeignete Zielauswahl und Kombinationstherapie die Behandlungsergebnisse bei anderen Krebsarten verbessern können.
BioNTech verfügte zum 30. Juni 2026 über 16,6 Milliarden Euro an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieranlagen.
Das verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum, mehrere Onkologieprogramme trotz des Rückschlags weiter zu finanzieren. Es macht das Ergebnis von BNT122-01 nicht weniger relevant, verringert aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Beendigung dieser einen Studie allein zu einem sofortigen Rückzug aus der Onkologiestrategie führt.
Die entscheidenden Fragen für die weitere Entwicklung lauten daher weniger, ob personalisierte Neoantigen-mRNA-Therapien abstrakt „funktionieren“, sondern:
BNT122-01 liefert darauf eine begrenzte, aber wichtige Antwort: Bei ctDNA-positivem, operiertem Hochrisiko-Darmkrebs wurde die alleinige Behandlung mit Autogene Cevumeran als aussichtslos bewertet, bevor die Studie einen positiven Wirksamkeitsnachweis erbringen konnte. Die Programme zu Bauchspeicheldrüsen-, Kopf-Hals- und anderen Tumoren werden zeigen, wie weit sich diese Lektion verallgemeinern lässt.
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BioNTech hat am 28. August 2026 die Phase 2 Studie BNT122 01 beendet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium zu dem Schluss kam, dass eine weitere Nachbeobachtung das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht ve...
BioNTech hat am 28. August 2026 die Phase 2 Studie BNT122 01 beendet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium zu dem Schluss kam, dass eine weitere Nachbeobachtung das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht ve... Der Rückschlag betrifft unmittelbar die alleinige Gabe von Autogene Cevumeran bei ctDNA positivem, operiertem Hochrisiko Darmkrebs – nicht automatisch die Kombination personalisierter Impfstoffe mit Keytruda, wie sie...
BioNTech will die Daten weiter analysieren. Die laufende Bauchspeicheldrüsenkrebs Studie sowie BNT113 und weitere Onkologie Daten bleiben wichtige Prüfsteine für die mRNA Strategie.