Indiens Importe russischen Rohöls sanken in der ersten Augusthälfte 2026 auf rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag – fast 32 Prozent weniger als im Rekordmonat Juli. China bezog im August schätzungsweise 1,25 Millionen Barrel russisches Rohöl pro Tag.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: How has the collapse of Iran’s oil exports and China’s renewed, aggressive purchasing of Russian crude reshaped competition with India for d. Article summary: Iran’s export collapse has turned China from a relatively less aggressive competitor into a major bidder for the Russian barrels India had used to offset disrupted Middle Eastern supply. The result is a tighter, more exp. Topic tags: general, news, general web. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts with fake numbers
Der Einbruch der iranischen Ölexporte verändert die Kräfteverhältnisse auf dem asiatischen Rohölmarkt. Indien hatte während der Krise im Nahen Osten stark auf vergünstigte russische Lieferungen gesetzt, um ausgefallene Transporte aus dem Golf zu ersetzen. Doch nachdem iranische Lieferungen nach China nahezu versiegten, gingen chinesische Raffinerien aggressiver auf russische Fässer zu – und verschärften damit den Wettbewerb um dieselbe Ausweichquelle.
Das bedeutet noch keinen unmittelbaren Engpass an Tankstellen. Für Indien wird der russische Rohölbezug aber zu einem weniger verlässlichen Sicherheitsnetz: Die Mengen schwanken stärker, die Rabatte werden kleiner und Transport-, Versicherungs- sowie Sanktionsrisiken nehmen zu.
Iranische Rohölexporte fielen laut Kpler-Daten, die Reuters zitierte, im August 2026 auf rund 294.000 Barrel pro Tag. 2025 waren es noch etwa 1,7 Millionen Barrel pro Tag. Der Rückgang folgte auf die US-Blockade iranischer Schiffe und Häfen sowie die Störung der Tankerbewegungen durch die Straße von Hormus.
China war traditionell der wichtigste Abnehmer iranischen Öls. Als diese Lieferungen schwerer verfügbar wurden, musste Peking nach Ersatz suchen – in einem Markt, der bereits durch Angriffe, eingeschränkten Schiffsverkehr im Golf und Unsicherheit über russische Exporte belastet war. Gleichzeitig sanken die Angebote für iranisches Rohöl an chinesische Käufer, während die Preise stiegen.
Für Indien ist das entscheidend, weil russisches Rohöl während der Störungen im Nahen Osten zur wichtigsten Notfallquelle des Landes geworden war.
Im Juni und Juli steigerte Indien seine russischen Rohölimporte auf Rekord- oder rekordnahe Werte. Nach Reuters-Angaben lieferte Russland im Juli 2,47 Millionen Barrel pro Tag – 50,83 Prozent der indischen Rohölimporte. 1 Andere Schätzungen auf Basis von Schiffsbewegungen lagen für Juli bei etwa 2,8 Millionen Barrel pro Tag. Die Abweichung zeigt, wie unsicher Echtzeitdaten zu noch nicht vollständig erfassten Tankerladungen sein können. 59
In der ersten Augusthälfte sanken die russischen Lieferungen nach Indien laut Kpler-Daten, die der Financial Express zitierte, auf rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag – fast 32 Prozent weniger als im Rekordmonat Juli. 8 Auch ThePrint meldete für die erste Monatshälfte etwa 1,9 Millionen Barrel pro Tag. Die endgültige Augustzahl könnte noch steigen, wenn weitere Ladungen erfasst werden. 6
Wichtiger als die exakte Schätzung ist die Richtung: Der außergewöhnlich hohe Juli-Wert hat sich nicht als stabiles neues Normal erwiesen. Gerade in dem Moment, in dem Indien verlässliche Alternativen zu Rohöl aus dem Nahen Osten braucht, ist die russische Versorgung unbeständiger geworden.
Chinas seegestützte Importe russischen Rohöls wurden für August auf 1,25 Millionen Barrel pro Tag geschätzt. Das liegt zwar unter den 1,423 Millionen Barrel pro Tag im Juli, gehört aber weiterhin zu den stärksten Monaten der vergangenen Zeit. 2
Sinopec, Chinas staatlicher Raffineriekonzern, soll 30 bis 40 Ladungen der russischen Sorte ESPO für Lieferungen zwischen Juli und September gekauft haben. Das entspricht ungefähr 241.000 bis 320.000 Barrel pro Tag. 17
ESPO wird aus dem Fernen Osten Russlands über den Pazifik nach China transportiert. Indien ist dagegen stärker auf längere russische Lieferketten angewiesen. Dadurch muss das Land nicht nur um Ladungen konkurrieren, sondern auch Tanker, Zahlungswege, Versicherungen und die Einhaltung von Sanktionen organisieren.
Die geografischen Vorteile Chinas machen russisches Öl für Indien nicht unzugänglich. Sie können chinesische Nachfrage bei bestimmten Sorten und Routen jedoch wettbewerbsfähiger machen.
Russisches Rohöl bleibt attraktiv, wenn der Abschlag gegenüber der internationalen Referenz groß genug ist, um Transport- und Compliance-Kosten auszugleichen. Doch diese Rechnung verschlechtert sich. Für ESPO-Ladungen im September wurden laut Reuters Abschläge von etwa 1 bis 3 US-Dollar je Barrel gegenüber ICE Brent genannt. Bei im August verladenem ESPO waren es noch rund 4 US-Dollar. 21
Zusätzliche Fracht- und Kriegsrisikoversicherungen schmälern den Vorteil weiter. Störungen im Schiffsverkehr und Angriffe auf Energieanlagen haben die Kosten für Kriegsrisiken erhöht, die Abschläge russischer Sorten verringert und Indiens Importrechnung sowie die Raffineriemargen belastet. Zugleich müssen indische Importeure die Unsicherheit an zwei wichtigen Seewegen einkalkulieren: der Straße von Hormus und der Bab al-Mandab-Straße. 1112
Für Raffinerien zählt deshalb nicht der Schlagzeilenrabatt, sondern der tatsächliche Preis bei Ankunft. Dazu gehören Fracht, Versicherung, Finanzierung, Routenrisiko und die Frage, ob das Öl unter veränderten Sanktionsregeln noch bezahlt, geliefert und weiterverkauft werden kann.
Die USA erhöhen den Druck auf den iranischen Ölhandel. Gleichzeitig könnte ein Gesetzespaket zu Russland-Sanktionen Strafzölle gegen große Abnehmer russischer Energie ermöglichen. Der US-Senat verabschiedete 2026 ein Sanktionsgesetz, das unter bestimmten Bedingungen Zölle von bis zu 100 Prozent gegen China, Indien und andere Länder erlauben würde. Weitere Gesetzgebungsschritte wären allerdings noch nötig. 1922
Diese Unsicherheit erschwert längerfristige Verträge. Eine indische Raffinerie kann heute zwar eine günstige Ladung kaufen, aber nicht sicher wissen, ob sie morgen noch versichert, finanziert, geliefert und unter den geltenden Regeln an Kunden weiterverkauft werden kann. Schiffs- und Zahlungsrisiken können den scheinbaren Preisvorteil daher aufzehren, bevor das Rohöl die Raffinerie erreicht.
Indien importiert etwa 89 Prozent seines Rohölbedarfs. Rund 40 Prozent der Rohölimporte passieren normalerweise die Straße von Hormus. 14 Eine anhaltende Störung würde daher nicht nur die Beschaffung der Raffinerien treffen. Sie könnte die Importrechnung erhöhen, das Leistungsbilanzdefizit verschärfen, die Rupie unter Druck setzen und politische Zielkonflikte bei Inflation, Kraftstoffsteuern und Subventionen verstärken.
Steigende Brent-Preise würden diese Effekte zusätzlich verschärfen. Der Markt preist bereits die Möglichkeit einer längeren Hormus-Krise ein: Laut Kpler-Daten, die Reuters zitierte, gingen die täglichen Rohöl- und Produktströme durch die Meerenge gegenüber dem Vorkriegsdurchschnitt deutlich zurück.
Auch die strategischen Reserven setzen Grenzen. Die vorliegenden Belege liefern keinen exakten Stand der indischen Reserven im August 2026 und belegen auch keinen konkreten monatlichen Rückgang. Sie zeigen jedoch, dass Indiens strategische Erdölreserven etwa 9,5 Tage der Nettoimporte abdecken, während kommerzielle Lagerbestände separat betrachtet werden und deutlich längere Zeiträume umfassen können. 13
Diese Unterscheidung ist wichtig: Kommerzielle Vorräte und strategische Reserven sind nicht beliebig austauschbar. Beide beseitigen außerdem nicht die Notwendigkeit, bei einer länger andauernden Störung neue Ladungen zu beschaffen.
Die unmittelbare Antwort ist eine breitere Diversifizierung – nicht der vollständige Verzicht auf russisches Öl. Bloomberg berichtete, dass indische Raffinerien ihre Suche auf Westafrika und den amerikanischen Kontinent ausweiten und trotz eingeschränkter Hormus-Ströme auch Lieferungen aus dem Persischen Golf prüfen. 3
Drei Schritte sind besonders wichtig:
China setzt ebenfalls nicht auf nur eine Ersatzquelle. Sinopec kündigte an, mehr Öl aus Brasilien, Afrika und anderen Regionen außerhalb des Golfs zu beziehen – darunter Lieferungen, die außerhalb des Golfs verladen werden. 20 Indien verfolgt eine ähnliche Diversifizierungsstrategie.
Damit wird der asiatische Rohölmarkt fragmentierter. China und Indien konkurrieren gleichzeitig um russische, afrikanische, brasilianische und atlantische Lieferungen, während verbliebene Golf-Ladungen mit einem höheren geopolitischen und frachtbedingten Aufschlag gehandelt werden.
Die wahrscheinlichste Folge sind volatilere Lieferkosten und stärker schwankende Raffineriemargen – selbst dann, wenn die weltweite Gesamtproduktion rechnerisch ausreichen sollte.
Die zentrale Lehre für Indien ist daher strategischer Natur: Vergünstigtes russisches Rohöl war eine wirkungsvolle Antwort auf den Schock im Nahen Osten. Die starke Konzentration auf diese Quelle ist nun aber selbst zu einer Verwundbarkeit geworden. Nachdem China iranische Fässer durch russisches Öl ersetzt, ist Indiens günstigste und schnellste Notfallversorgung umkämpft. Für Raffinerien und Politik zählen deshalb Diversifizierung, robuste Logistik und eine verlässliche Reserveplanung inzwischen ebenso sehr wie der nominelle Preis einer russischen Ladung.
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Indiens Importe russischen Rohöls sanken in der ersten Augusthälfte 2026 auf rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag – fast 32 Prozent weniger als im Rekordmonat Juli.
Indiens Importe russischen Rohöls sanken in der ersten Augusthälfte 2026 auf rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag – fast 32 Prozent weniger als im Rekordmonat Juli. China bezog im August schätzungsweise 1,25 Millionen Barrel russisches Rohöl pro Tag.
Für Indien schrumpft damit der Vorteil des russischen Rabatts: längere Transportwege, höhere Fracht und Kriegsrisikoversicherungen, Sanktionen und unsichere Zahlungswege treiben die tatsächlichen Beschaffungskosten na...