Huawei stellt mit dem Tau (τ) Skalierungsgesetz und der LogicFolding Architektur eine designorientierte Alternative zur klassischen Strukturverkleinerung vor. Das Unternehmen peilt bis 2031 eine Transistordichte an, die einem 1,4 nm beziehungsweise 14A Prozess entspricht.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What did Huawei announce about achieving advanced semiconductor production without TSMC, including He Tingbo’s appearance at the IEEE Intern. Article summary: Huawei announced a proposed route to more advanced chips that emphasizes design and system architecture rather than relying solely on ever-smaller lithographic features. It is a significant strategic claim, but not proof. Topic tags: general, general web, user generated, government, education. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, wat
Huawei sucht einen Ausweg aus einem zentralen Problem der chinesischen Chipindustrie: Fortschritte sollen auch dann möglich bleiben, wenn der Zugang zu den modernsten Fertigungsanlagen und zu TSMC eingeschränkt ist. Auf dem IEEE International Symposium on Circuits and Systems (ISCAS) 2026 in Shanghai stellte He Tingbo, Präsidentin des Halbleitergeschäfts und Vorsitzende von Huaweis Wissenschaftskomitee, das Tau-(τ)-Skalierungsgesetz und die dazugehörige LogicFolding-Architektur vor. 1
Die auffälligste Zielmarke: Bis 2031 sollen High-End-Chips eine Transistordichte erreichen, die einem 1,4-nm- beziehungsweise 14A-Prozess entspricht. Entscheidend ist jedoch die Formulierung. Huawei kündigt damit keinen bereits verfügbaren echten 1,4-nm-Fertigungsprozess an. Gemeint ist eine 1,4-nm-äquivalente Dichte, die durch Architektur- und Systemoptimierungen entstehen soll – unabhängig davon, ob die zugrunde liegende Fertigungstechnologie das tatsächliche 1,4-nm-Niveau erreicht. 14
In ihrer Keynote „New Semiconductor Path in Practice“ präsentierte He Tingbo die Tau-Skalierung als neues Leitprinzip für die Weiterentwicklung von Halbleitern und elektronischen Systemen. Statt den Fortschritt hauptsächlich daran zu messen, wie klein die physikalischen Strukturen eines Transistors werden, soll stärker die Zeitkonstante τ in den Mittelpunkt rücken – insbesondere die Zeit, die Signale für ihren Weg durch ein Rechensystem benötigen. 16
Huawei spricht damit von einem Wechsel von der klassischen geometrischen Skalierung hin zur Zeit- beziehungsweise τ-Skalierung. Das bedeutet nicht, dass kleinere Strukturbreiten bedeutungslos werden. Vielmehr sollen Verbesserungen auf mehreren Ebenen zusammenwirken, damit ein Chip mehr nutzbare Rechenleistung bei geringerer Verzögerung und niedrigerem Energieverbrauch liefert, selbst wenn die Transistoren nicht mehr im bisherigen Tempo schrumpfen.
LogicFolding ist die zentrale Architektur hinter Huaweis neuem Ansatz. Nach Darstellung des Unternehmens kann sie Logikschaltungen über herkömmliche, weitgehend ebene Layouts hinaus neu anordnen. Dadurch sollen kritische Signalwege kürzer werden. Gleichzeitig könnten Widerstände und parasitäre Kapazitäten in den Verbindungen sinken – Faktoren, die Geschwindigkeit und Energiebedarf beeinflussen. 14
Der Ansatz umfasst laut Huawei mehrere aufeinander abgestimmte Ebenen:
Genau deshalb ist LogicFolding eher als Designmethodik denn als neuer Lithografieprozess zu verstehen. Ein kleinerer Fertigungsknoten kann zwar mehr Transistoren auf einer Fläche ermöglichen. Doch auch Schaltungsaufbau, Verdrahtung, Packaging, Speicheranbindung und die Optimierung auf bestimmte Anwendungen bestimmen, wie viel Leistung ein komplettes System tatsächlich liefert.
Huawei zufolge wurde der Tau-Skalierungsansatz in den vergangenen sechs Jahren bereits für die Entwicklung und Massenproduktion von 381 Chips genutzt. Die Anwendungen reichen demnach von Smartphones bis zu künstlichen Intelligenzsystemen. 16
Huawei präsentiert diese Zahl als Hinweis darauf, dass es sich nicht nur um ein theoretisches Konzept handelt. Die vorliegenden Berichte enthalten allerdings keine unabhängige Prüfung aller 381 Chips und auch keinen standardisierten Vergleich ihrer Dichte, Leistung oder Energieeffizienz. Die Zahl sollte daher als Unternehmensangabe verstanden werden – nicht als unabhängig bestätigter Beweis für ein neues, branchenweit etabliertes Skalierungsgesetz.
Ein neuer Kirin-Prozessor für Smartphones soll im Herbst 2026 vollständig auf LogicFolding setzen. 4 Dieser Chip dürfte zum entscheidenden Praxistest werden. Unabhängige Teardowns und Benchmarks müssen zeigen, ob die Architektur im fertigen Produkt tatsächlich messbare Vorteile bringt.
Bezeichnungen wie „1,4 nm“ stehen in der Halbleiterbranche häufig als Kurzform für eine ganze Generation von Fertigungstechnologien. Huaweis Ziel ist jedoch präziser: Das Unternehmen spricht von einer Transistordichte auf dem Niveau eines 1,4-nm-Prozesses, die durch Architektur und Systemdesign erreicht werden soll. 18
Damit ist nicht belegt, dass Huawei oder ein chinesischer Auftragsfertiger bereits eine 1,4-nm-Produktionslinie demonstriert hat. Drei Aussagen müssen voneinander unterschieden werden:
Diese Ziele können zusammenfallen, sind aber nicht dasselbe. Huaweis Ankündigung stützt vor allem die zweite Aussage als langfristige Zielsetzung. Sie beweist weder einen echten 1,4-nm-Knoten noch garantiert sie automatisch eine vergleichbare Leistung in Smartphones oder KI-Rechenzentren.
Die Strategie gewinnt an Bedeutung, weil Huawei nach US-Beschränkungen den Zugang zur führenden externen Fertigungskette verlor. Die Regeln betrafen auch Unternehmen, die US-Technologie zur Produktion von Chips für Huaweis Chiptochter HiSilicon einsetzten. Seitdem musste Huawei größere Teile seiner Halbleiter-Lieferkette auf chinesische Möglichkeiten stützen, darunter den Auftragsfertiger SMIC.
Zugleich begrenzen US-Exportkontrollen Chinas Zugang zu fortgeschrittenen Halbleitertechnologien und Fertigungsanlagen. Ein Bericht von 2025, der sich auf TechInsights berief, kam zu dem Schluss, dass SMIC weiterhin Schwierigkeiten beim Übergang zu einer neuen Produktionsgeneration hatte. Ein Huawei-Laptop nutzte demnach einen Chip auf Basis des älteren 7-nm-N+2-Prozesses.
Diese Lücke erklärt, warum Huawei den Schwerpunkt auf Verbesserungen bei Architektur und Systemdesign legt, statt ausschließlich auf die Verfügbarkeit der jeweils modernsten Lithografiewerkzeuge zu setzen.
Eine teilweise Erholung der heimischen Lieferkette hatte Huawei bereits zuvor demonstriert. Das Mate 60 Pro aus dem Jahr 2023 verwendete einen in China gefertigten Prozessor der 7-nm-Klasse von SMIC. Damit kehrte Huawei nach den Einschränkungen mit einem 5G-fähigen Flaggschiff-Smartphone zurück.
Huaweis Präsentation zeigt, dass das Unternehmen einen koordinierten, designorientierten Weg zur weiteren Chipskalierung verfolgt und dafür konkrete Meilensteine nennt. Der nächste Test ist der für Herbst 2026 geplante Kirin-Chip. Das langfristige Ziel lautet eine 1,4-nm-äquivalente Transistordichte bis 2031. 14
Die Ankündigung belegt jedoch nicht, dass Huawei die modernste Fertigungstechnologie von TSMC eingeholt hat. Sie zeigt auch nicht, dass SMIC derzeit einen echten 1,4-nm-Prozess in Serie fertigen kann oder dass LogicFolding die prognostizierten Vorteile bei Verbraucher- und KI-Produkten tatsächlich erreicht.
Dafür sind weitere Daten nötig: Fertigungsausbeute, Energieverbrauch, Softwarekompatibilität, reale Benchmark-Ergebnisse und unabhängige technische Analysen. Die strategische Bedeutung bleibt dennoch erheblich. Sollte Huawei aus begrenzten Fertigungstechnologien deutlich mehr Leistung und Dichte herausholen können, würde das den praktischen Nachteil gegenüber führenden Auftragsfertigern zumindest teilweise verringern.
Tau-Skalierung und LogicFolding sind daher vorerst vielversprechende, aber überwiegend von Huawei selbst berichtete Ansätze. Der Kirin-Start 2026 und die anschließenden unabhängigen Tests werden zeigen, ob Huawei damit einen dauerhaft tragfähigen Alternativpfad gefunden hat – oder vor allem eine neue Bezeichnung für Optimierungen innerhalb bestehender Fertigungsgrenzen.
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Huawei stellt mit dem Tau (τ) Skalierungsgesetz und der LogicFolding Architektur eine designorientierte Alternative zur klassischen Strukturverkleinerung vor.
Huawei stellt mit dem Tau (τ) Skalierungsgesetz und der LogicFolding Architektur eine designorientierte Alternative zur klassischen Strukturverkleinerung vor. Das Unternehmen peilt bis 2031 eine Transistordichte an, die einem 1,4 nm beziehungsweise 14A Prozess entspricht.
Huawei zufolge basiert die Methode bereits auf 381 in Serie produzierten Chips aus sechs Jahren Entwicklung; ein vollständig auf LogicFolding ausgelegter Kirin Chip soll im Herbst 2026 erscheinen.