King Slide zeigt beispielhaft, wie sich dieser Trend bereits in Unternehmenszahlen niederschlägt. Der taiwanische Hersteller von Serverschienen meldete im Juli den fünften monatlichen Umsatzrekord in Folge. Unterstützt wurde das Geschäft von den anhaltenden Investitionen in KI-Infrastruktur.
An Glaubwürdigkeit gewinnt die Bewegung durch das enorme Volumen der geplanten Infrastrukturinvestitionen. US-amerikanische Hyperscaler – also große Cloud- und Plattformanbieter mit riesigen Rechenzentren – haben laut den Berichten hinter der jüngsten Rallye in Schwellenländern fast 2,4 Billionen US-Dollar für KI-Infrastruktur zugesagt.
Diese Ausgaben könnten Zulieferern mit direktem Bezug zum Bau und Ausbau von Rechenzentren über mehrere Jahre hinweg steigende Umsätze bescheren. Mehrjährige Auftragsbestände bieten zudem eine bessere Visibilität als ein Unternehmen, dessen einziger Bezug zur KI in einer entsprechenden Vermarktung oder Anlegerfantasie besteht. Kühlung, Stromversorgung und Konnektivität sind unverzichtbare Komponenten, wenn die Rechenlast in den Zentren zunimmt.
Das bedeutet nicht, dass jeder kleinere Zulieferer gleichermaßen profitieren wird. Vielmehr beginnt der Markt, KI als Ökosystem zu bewerten: Chipentwickler und -hersteller bleiben zentral, ebenso aber die Unternehmen, die einen Einsatz der Technologie im großen Maßstab erst ermöglichen.
Die aktuelle Umschichtung wird vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung an den Schwellenländerbörsen verständlicher. Der MSCI Emerging Markets Index ist seit Jahresbeginn um rund 22 Prozent gestiegen. Nach einer Analyse von Neuberger Berman entfallen jedoch 14 Prozentpunkte dieses Anstiegs allein auf TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix.
Damit war die erste Rallye vor allem eine Halbleitergeschichte. Auch die Kursbewegungen im Juli zeigten, wie eng der Index weiterhin mit den großen südkoreanischen Chipkonzernen verbunden war: SK Hynix und Samsung steuerten bei der Erholung asiatischer Technologiewerte fast die Hälfte der Tagesgewinne bei.
Die kleineren KI-Zulieferer markieren deshalb vor allem eine Veränderung in der Zusammensetzung der Marktführer – nicht unbedingt einen Wechsel der zugrunde liegenden Anlagestory. Das Kapital wandert von einem Abschnitt der KI-Hardwarekette in einen anderen.
Innerhalb der Technologieinfrastruktur gibt es Anzeichen für eine breitere Beteiligung. Das Marktpotenzial reicht inzwischen von Prozessoren über Servertechnik, Kühlung und Stromversorgung bis zu optischen Netzwerken. Strategen erwarten, dass sich die Marktführerschaft in der zweiten Jahreshälfte gleichmäßiger entlang dieser Lieferkette verteilt.
Das ist jedoch etwas anderes als eine breit angelegte Diversifizierung der Schwellenländerbörsen. Wenn neben den großen Chipherstellern lediglich weitere KI-Zulieferer steigen, während Konsum, Finanzwerte, Gesundheitswesen und andere Branchen zurückbleiben, bleibt die Bewegung eine konzentrierte Themenwette.
Auch die geografische Verteilung mahnt zur Vorsicht. Asien macht ungefähr 82 Prozent des MSCI Emerging Markets Index aus. Zugleich konzentrieren sich die relevanten Produktionsnetzwerke auf China, Taiwan und Südkorea. Die Region ist damit besonders gut positioniert, um vom weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur zu profitieren. Dieselbe Konzentration bedeutet aber auch, dass ein Schock für die nordasiatische Technologie- oder Fertigungsindustrie viele vermeintlich unterschiedliche Gewinner gleichzeitig treffen könnte.
Ein schwächerer US-Dollar kann das Umfeld für Anlagen und Währungen der Schwellenländer verbessern und asiatische Aktien für internationale Investoren attraktiver machen. Zuletzt legten mehrere asiatische Schwellenländerwährungen gegenüber dem nachgebenden Dollar zu; Taiwans Währung gehörte regional zu den stärksten.
KI-Rechenzentren eröffnen außerdem eine zweite Investitionsperspektive: Strom und Elektrifizierung. Mit wachsender Rechenkapazität steigt auch der Bedarf an Netzinfrastruktur und Ausrüstung für die Stromversorgung. Dadurch könnten neben Server- und Netzwerkausrüstern auch Unternehmen aus dem Bereich Energie- und Stromtechnik in den Fokus rücken.
Diese Faktoren können dazu beitragen, dass bislang wenig beachtete asiatische Aktien neues Kapital anziehen. Sie sind jedoch kein Beleg für eine bereits breit getragene Beteiligung am Gesamtmarkt. Die verfügbaren Daten sprechen weiterhin für eine Rallye, die von KI-naher Technologie und Infrastruktur dominiert wird.
Kleinere Zulieferer sind keine defensiven Alternativen zu TSMC, Samsung oder SK Hynix. Ihre Umsätze können von denselben Investitionsplänen der Hyperscaler abhängen, auch wenn sie an einer anderen Stelle der Lieferkette stehen. Eine Abkühlung der Rechenzentrumsausgaben, eine Normalisierung der Lieferbedingungen oder veränderte Erwartungen an die KI-Nachfrage könnten daher Chiphersteller, Kühltechnik-, Serverkomponenten- und Optikzulieferer gleichzeitig belasten.
Das hohe Asiengewicht verschafft Anlegern in Schwellenländeraktien erhebliches Engagement in der regionalen KI-Fertigungsbasis. Gleichzeitig ist der Index damit weniger geografisch ausgewogen, als es die Bezeichnung „Schwellenländer“ vermuten lässt. China, Taiwan und Südkorea profitieren in einem Aufschwung überproportional. Geopolitische Spannungen oder eine regionale Produktionsstörung könnten sich aber ebenfalls besonders stark auswirken.
Kursgewinne von bis zu 90 Prozent innerhalb eines Monats können auf starke Gewinnerwartungen hindeuten – sie erhöhen aber auch die Empfindlichkeit gegenüber Enttäuschungen. Anleger müssen unterscheiden zwischen Unternehmen mit steigenden Umsätzen und belastbaren Aufträgen und solchen Aktien, die lediglich einen KI-Aufschlag bei der Bewertung erhalten. Die Umsatzentwicklung von King Slide ist ein konkreter Datenpunkt für ein Unternehmen, aber keine Garantie dafür, dass die gesamte Zulieferergruppe ähnlich stark wachsen wird.
Der wichtigste Test ist nicht, ob weitere KI-Aktien steigen. Entscheidend ist, ob sich die Kursgewinne schließlich über denselben Technologiecluster hinaus ausweiten.
Eine gesündere Rallye der Schwellenländer würde mehrere Formen von Breite zeigen:
Bis solche Signale sichtbar werden, ist die treffendere Beschreibung eine sich ausweitende KI-Lieferkettenrallye – und noch kein vollständig diversifizierter Bullenmarkt der Schwellenländer. Die kleineren „Schaufelverkäufer“ vergrößern zwar das Anlageuniversum, bleiben aber Teil derselben konzentrierten, technologiegetriebenen Erzählung, die den Index ursprünglich nach oben geführt hat.
King Slide zeigt beispielhaft, wie sich dieser Trend bereits in Unternehmenszahlen niederschlägt. Der taiwanische Hersteller von Serverschienen meldete im Juli den fünften monatlichen Umsatzrekord in Folge. Unterstützt wurde das Geschäft von den anhaltenden Investitionen in KI-Infrastruktur.
An Glaubwürdigkeit gewinnt die Bewegung durch das enorme Volumen der geplanten Infrastrukturinvestitionen. US-amerikanische Hyperscaler – also große Cloud- und Plattformanbieter mit riesigen Rechenzentren – haben laut den Berichten hinter der jüngsten Rallye in Schwellenländern fast 2,4 Billionen US-Dollar für KI-Infrastruktur zugesagt.
Diese Ausgaben könnten Zulieferern mit direktem Bezug zum Bau und Ausbau von Rechenzentren über mehrere Jahre hinweg steigende Umsätze bescheren. Mehrjährige Auftragsbestände bieten zudem eine bessere Visibilität als ein Unternehmen, dessen einziger Bezug zur KI in einer entsprechenden Vermarktung oder Anlegerfantasie besteht. Kühlung, Stromversorgung und Konnektivität sind unverzichtbare Komponenten, wenn die Rechenlast in den Zentren zunimmt.
Das bedeutet nicht, dass jeder kleinere Zulieferer gleichermaßen profitieren wird. Vielmehr beginnt der Markt, KI als Ökosystem zu bewerten: Chipentwickler und -hersteller bleiben zentral, ebenso aber die Unternehmen, die einen Einsatz der Technologie im großen Maßstab erst ermöglichen.
Die aktuelle Umschichtung wird vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung an den Schwellenländerbörsen verständlicher. Der MSCI Emerging Markets Index ist seit Jahresbeginn um rund 22 Prozent gestiegen. Nach einer Analyse von Neuberger Berman entfallen jedoch 14 Prozentpunkte dieses Anstiegs allein auf TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix.
Damit war die erste Rallye vor allem eine Halbleitergeschichte. Auch die Kursbewegungen im Juli zeigten, wie eng der Index weiterhin mit den großen südkoreanischen Chipkonzernen verbunden war: SK Hynix und Samsung steuerten bei der Erholung asiatischer Technologiewerte fast die Hälfte der Tagesgewinne bei.
Die kleineren KI-Zulieferer markieren deshalb vor allem eine Veränderung in der Zusammensetzung der Marktführer – nicht unbedingt einen Wechsel der zugrunde liegenden Anlagestory. Das Kapital wandert von einem Abschnitt der KI-Hardwarekette in einen anderen.
Innerhalb der Technologieinfrastruktur gibt es Anzeichen für eine breitere Beteiligung. Das Marktpotenzial reicht inzwischen von Prozessoren über Servertechnik, Kühlung und Stromversorgung bis zu optischen Netzwerken. Strategen erwarten, dass sich die Marktführerschaft in der zweiten Jahreshälfte gleichmäßiger entlang dieser Lieferkette verteilt.
Das ist jedoch etwas anderes als eine breit angelegte Diversifizierung der Schwellenländerbörsen. Wenn neben den großen Chipherstellern lediglich weitere KI-Zulieferer steigen, während Konsum, Finanzwerte, Gesundheitswesen und andere Branchen zurückbleiben, bleibt die Bewegung eine konzentrierte Themenwette.
Auch die geografische Verteilung mahnt zur Vorsicht. Asien macht ungefähr 82 Prozent des MSCI Emerging Markets Index aus. Zugleich konzentrieren sich die relevanten Produktionsnetzwerke auf China, Taiwan und Südkorea. Die Region ist damit besonders gut positioniert, um vom weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur zu profitieren. Dieselbe Konzentration bedeutet aber auch, dass ein Schock für die nordasiatische Technologie- oder Fertigungsindustrie viele vermeintlich unterschiedliche Gewinner gleichzeitig treffen könnte.
Ein schwächerer US-Dollar kann das Umfeld für Anlagen und Währungen der Schwellenländer verbessern und asiatische Aktien für internationale Investoren attraktiver machen. Zuletzt legten mehrere asiatische Schwellenländerwährungen gegenüber dem nachgebenden Dollar zu; Taiwans Währung gehörte regional zu den stärksten.
KI-Rechenzentren eröffnen außerdem eine zweite Investitionsperspektive: Strom und Elektrifizierung. Mit wachsender Rechenkapazität steigt auch der Bedarf an Netzinfrastruktur und Ausrüstung für die Stromversorgung. Dadurch könnten neben Server- und Netzwerkausrüstern auch Unternehmen aus dem Bereich Energie- und Stromtechnik in den Fokus rücken.
Diese Faktoren können dazu beitragen, dass bislang wenig beachtete asiatische Aktien neues Kapital anziehen. Sie sind jedoch kein Beleg für eine bereits breit getragene Beteiligung am Gesamtmarkt. Die verfügbaren Daten sprechen weiterhin für eine Rallye, die von KI-naher Technologie und Infrastruktur dominiert wird.
Kleinere Zulieferer sind keine defensiven Alternativen zu TSMC, Samsung oder SK Hynix. Ihre Umsätze können von denselben Investitionsplänen der Hyperscaler abhängen, auch wenn sie an einer anderen Stelle der Lieferkette stehen. Eine Abkühlung der Rechenzentrumsausgaben, eine Normalisierung der Lieferbedingungen oder veränderte Erwartungen an die KI-Nachfrage könnten daher Chiphersteller, Kühltechnik-, Serverkomponenten- und Optikzulieferer gleichzeitig belasten.
Das hohe Asiengewicht verschafft Anlegern in Schwellenländeraktien erhebliches Engagement in der regionalen KI-Fertigungsbasis. Gleichzeitig ist der Index damit weniger geografisch ausgewogen, als es die Bezeichnung „Schwellenländer“ vermuten lässt. China, Taiwan und Südkorea profitieren in einem Aufschwung überproportional. Geopolitische Spannungen oder eine regionale Produktionsstörung könnten sich aber ebenfalls besonders stark auswirken.
Kursgewinne von bis zu 90 Prozent innerhalb eines Monats können auf starke Gewinnerwartungen hindeuten – sie erhöhen aber auch die Empfindlichkeit gegenüber Enttäuschungen. Anleger müssen unterscheiden zwischen Unternehmen mit steigenden Umsätzen und belastbaren Aufträgen und solchen Aktien, die lediglich einen KI-Aufschlag bei der Bewertung erhalten. Die Umsatzentwicklung von King Slide ist ein konkreter Datenpunkt für ein Unternehmen, aber keine Garantie dafür, dass die gesamte Zulieferergruppe ähnlich stark wachsen wird.
Der wichtigste Test ist nicht, ob weitere KI-Aktien steigen. Entscheidend ist, ob sich die Kursgewinne schließlich über denselben Technologiecluster hinaus ausweiten.
Eine gesündere Rallye der Schwellenländer würde mehrere Formen von Breite zeigen:
Bis solche Signale sichtbar werden, ist die treffendere Beschreibung eine sich ausweitende KI-Lieferkettenrallye – und noch kein vollständig diversifizierter Bullenmarkt der Schwellenländer. Die kleineren „Schaufelverkäufer“ vergrößern zwar das Anlageuniversum, bleiben aber Teil derselben konzentrierten, technologiegetriebenen Erzählung, die den Index ursprünglich nach oben geführt hat.