Russland deckte von Januar bis Juni 2026 51 Prozent der EU Importe von tiefgekühlten Pollockfilets nach Menge ab – nach 44 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die US Lieferungen sanken um 15 Prozent auf 46.000 Tonnen, die chinesischen Lieferungen ebenfalls um 15 Prozent auf 19.000 Tonnen.
Forschungsantwort

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Russland hat seine führende Position als Lieferant von tiefgekühlten Pollockfilets für die Europäische Union im ersten Halbjahr 2026 weiter ausgebaut. Der russische Anteil an den EU-Importen stieg nach Menge von 44 auf 51 Prozent. Ausschlaggebend war nicht nur ein moderates Wachstum der russischen Lieferungen, sondern auch der Rückgang bei wichtigen Wettbewerbern aus den USA und China.
Die Entwicklung steht in auffälligem Kontrast zur Sanktionspolitik der EU. Die Europäische Kommission wollte Fischereiprodukte erstmals umfassender in das 21. Sanktionspaket gegen Russland aufnehmen und unter anderem ein vollständiges Importverbot für russischen Kabeljau verhängen. Vor der Verabschiedung des Pakets wurden die Fischereimaßnahmen jedoch wieder gestrichen.
Von Januar bis Juni exportierte Russland 66.000 Tonnen tiefgekühlte Pollockfilets in die EU – 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Wert dieser Lieferungen stieg um 34 Prozent auf 218 Millionen US-Dollar.
Damit erhöhte sich Russlands Anteil am EU-Markt nach Menge innerhalb eines Jahres um sieben Prozentpunkte auf 51 Prozent.
Dass der Exportwert deutlich stärker wuchs als die Menge, deutet auf höhere Preise oder eine wertvollere Produktzusammensetzung hin. Die vorliegenden Daten zeigen jedoch nicht, welcher dieser Faktoren den Anstieg bei Pollock genau verursacht hat.
Bereits die Zahlen für Januar bis Mai hatten denselben Trend erkennen lassen: Russland lieferte 51.000 Tonnen im Wert von 164 Millionen US-Dollar und kam nach Menge auf einen Marktanteil von 50 Prozent.
Während Russland zulegte, entwickelte sich die Konkurrenz rückläufig:
Russland musste den Markt also nicht durch einen sprunghaften Anstieg der Liefermenge übernehmen. Sein Anteil wuchs, weil die eigenen Lieferungen zunahmen, während wichtige alternative Quellen schwächer wurden. Für europäische Abnehmer erhöhte sich dadurch die Abhängigkeit von russischem Pollock – trotz der politischen Bemühungen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Moskau weiter einzuschränken.
Pollock machte den größten Teil der erfassten Lieferungen aus. Russlands Fisch- und Meeresfrüchteexporte in die EU umfassten im ersten Halbjahr jedoch mehrere Produktgruppen:
Insgesamt exportierte Russland von Januar bis Juni 94.000 Tonnen Fischprodukte in die EU. Der Gesamtwert belief sich auf 417 Millionen US-Dollar.
Auch im Monatsvergleich blieb der Zugang zum europäischen Markt bestehen. Im Juni erreichten die russischen Fischlieferungen in die EU einen Wert von 74,9 Millionen Euro – das 1,7-Fache des Mai-Werts und den höchsten Monatsstand seit November 2024. Den größten Anteil hatten Filets und Fischfleisch, vor allem von Pollock und Kabeljau.
Parallel dazu baute Russland seinen Seafood-Export nach China aus. Im ersten Halbjahr 2026 beliefen sich diese Lieferungen auf 723.000 Tonnen im Wert von 2,33 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 14 Prozent bei der Menge und 52 Prozent beim Wert.
Die durchschnittlichen russischen Exportpreise stiegen um 40 Prozent bei tiefgekühltem Kabeljau und um 30 Prozent bei Kabeljaufilets.
Als ein Faktor wurde die Kürzung der zulässigen Gesamtfangmenge für Atlantischen Kabeljau in der Barentssee genannt. Für 2026 wurde sie um 16 Prozent auf 285.000 Tonnen reduziert; auf Russland entfiel dabei eine Quote von 136.000 Tonnen.
Die niedrigere Fanggrenze erklärt nicht jede Preisbewegung. Sie stellt jedoch eine zusätzliche Angebotsbeschränkung dar. Für Verarbeiter, die Kabeljau als Rohstoff benötigen, kann eine geringere Verfügbarkeit die Beschaffung verteuern und einen kurzfristigen Wechsel der Lieferanten erschweren.
Bei der Vorstellung des 21. Sanktionspakets bezeichnete die Kommission die Fischerei als einen der letzten großen russischen Wirtschaftsbereiche, die noch nicht von weitreichenden Beschränkungen erfasst seien. Vorgesehen waren strenge Einschränkungen für bestimmte Fischprodukte sowie ein vollständiges Verbot anderer Produkte, darunter Kabeljau.
Die Fischereiregeln wurden anschließend vor der Verabschiedung des Pakets von den EU-Mitgliedstaaten entfernt. Zu den Ländern, die sich gegen die Maßnahmen stellten, gehörten Deutschland, Polen und Portugal.
Im Mittelpunkt der Einwände standen mögliche Folgen für Lieferketten und Verarbeitung. Verarbeiter in Deutschland und Polen sind stark auf Alaska-Pollock angewiesen, während Portugal eine hohe Nachfrage nach Kabeljau und entsprechende Verarbeitungsstrukturen hat. Ein plötzliches Importverbot hätte die Rohstoffkosten erhöhen, Verarbeitungsbetriebe belasten und Arbeitsplätze gefährden können. Auch ein zusätzlicher Druck auf die Lebensmittelpreise war möglich.
Das bedeutet nicht, dass die EU ihre grundsätzliche Sanktionspolitik gegenüber Russland aufgegeben hätte. Es zeigt vielmehr, wie schwierig ein Verbot in einer Produktkategorie ist, bei der europäische Unternehmen und Verbraucher weiterhin auf etablierte Lieferströme angewiesen sind. Russische Kaviarimporte hatte die EU bereits 2022 verboten; Kabeljau und Pollock blieben jedoch wirtschaftlich bedeutend.
Die Handelszahlen aus dem ersten Halbjahr machen das politische Dilemma sichtbar. Russlands Pollocklieferungen in die EU stiegen auf 66.000 Tonnen, während die Lieferungen aus den USA und China zurückgingen. Über alle erfassten Fischprodukte hinweg erreichten die russischen Exporte 417 Millionen US-Dollar.
Ein umfassendes Verbot wäre deshalb wirtschaftlich empfindlicher gewesen, als wenn andere Lieferanten ihre Mengen kurzfristig deutlich hätten ausweiten können. Russland stärkte seine Marktposition durch das Zusammenspiel aus wachsenden Lieferungen, einem deutlich höheren Exportwert und sinkenden Mengen bei Wettbewerbern.
Die vorliegenden Belege bestätigen allerdings nicht eigenständig konkrete Aussagen zu Norebo oder zur Murman Seafood Company. Auch die Behauptung, russische Produkte machten ungefähr ein Drittel des EU-Marktes aus, lässt sich anhand des hier vorliegenden Materials nicht verifizieren. Diese Angaben sollten daher ohne zusätzliche Quellen nicht als gesicherte Fakten behandelt werden.
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Russland deckte von Januar bis Juni 2026 51 Prozent der EU Importe von tiefgekühlten Pollockfilets nach Menge ab – nach 44 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Russland deckte von Januar bis Juni 2026 51 Prozent der EU Importe von tiefgekühlten Pollockfilets nach Menge ab – nach 44 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die US Lieferungen sanken um 15 Prozent auf 46.000 Tonnen, die chinesischen Lieferungen ebenfalls um 15 Prozent auf 19.000 Tonnen.
Russische Kabeljaupreise stiegen, während die zulässige Fangmenge für Atlantischen Kabeljau in der Barentssee 2026 um 16 Prozent gekürzt wurde.