KI-bezogene Emittenten machten zur Jahresmitte schätzungsweise nahezu 15 Prozent des Investment-Grade-Anleihemarktes aus. Morgan Stanley rechnet für 2026 weltweit mit fast 570 Milliarden US-Dollar an KI-bezogener Schuldenaufnahme – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Für Alphabet, Amazon, Meta und Oracle wird eine gemeinsame Emissionssumme von nahezu 223 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 genannt. Diese Zahl sollte allerdings als stichtags- und methodikabhängige Schätzung verstanden werden. Veröffentlichte Berechnungen unterscheiden sich je nachdem, ob sie nur Unternehmensanleihen oder auch Private Credit, Projektfinanzierungen und Zulieferer einbeziehen. Reuters bezifferte die Anleiheemissionen der vier Unternehmen bis Anfang Juli auf rund 194 Milliarden US-Dollar – bereits 79 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2025.
Mehr Unternehmensanleihen bieten Investoren eine Alternative zu US-Staatsanleihen und anderen Staatspapieren – vor allem am langen Ende der Zinskurve. Um Kapital in ausreichendem Umfang anzuziehen, müssen die Unternehmen häufig einen Renditeaufschlag gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen anbieten.
Gleichzeitig finanzieren Regierungen weiterhin hohe Defizite. Unsicherheit über Inflation und Wirtschaftswachstum macht lang laufende Anleihen zusätzlich empfindlich. Die inflationsbereinigten Renditen wichtiger Industrieländer sind auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gestiegen, während sowohl die öffentliche Verschuldung als auch die KI-bezogene Kreditaufnahme zunehmen.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe stieg zuletzt zeitweise über 5,3 Prozent – nahe einem 19-Jahres-Hoch. Dahinter standen ein globaler Ausverkauf am Anleihemarkt, Inflationssorgen, Erwartungen zur Geldpolitik, geopolitische Risiken und die wachsende US-Staatsverschuldung von fast 40 Billionen US-Dollar.
Für steigende Staatsrenditen kommen mehrere Kräfte gleichzeitig infrage:
Die Emissionen der Hyperscaler können das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage plausibel verstärken. Die verfügbaren Daten zeigen jedoch nicht, dass sie der wichtigste Auslöser für die höheren Renditen von Staatsanleihen sind.
Die Technologiekonzerne beschränken sich bei ihrer Finanzierung nicht mehr auf den US-Dollar. Alphabet nahm bei seiner ersten Anleiheemission in australischen Dollar 5,5 Milliarden australische Dollar über Laufzeiten von drei, fünf, zehn und 20 Jahren auf. Die eingegangenen Orders überstiegen 18 Milliarden australische Dollar. Damit war Alphabet der erste KI-Hyperscaler, der den australischen Dollar-Anleihemarkt anzapfte.
Für die längste Tranche lag die Rendite bei etwa 6,9 Prozent. Das zeigt, dass selbst ein besonders bonitätsstarker Emittent für eine geografische und währungsbezogene Diversifizierung seiner Finanzierung deutlich höhere Kosten in Kauf nehmen kann.
Alphabet gehört bereits zu den großen Schuldnern an den Anleihemärkten für Euro, Pfund Sterling, Schweizer Franken und Yen. Amazon nahm im März 14,5 Milliarden Euro auf – die größte jemals abgeschlossene Transaktion am europäischen Unternehmensanleihemarkt.
Die Angaben zur australischen Transaktion – 5,5 Milliarden australische Dollar, eine 20-jährige Tranche nahe 6,9 Prozent und eine Nachfrage von mehr als 18 Milliarden australischen Dollar – sind durch die Berichterstattung gestützt. Die häufig genannte Rekordsumme von rund 60 Milliarden australischen Dollar für ausländische Emissionen in Australien sowie die konkrete Prognose von 1,75 Billionen US-Dollar innerhalb eines Gesamtfinanzierungsvolumens von 3,2 Billionen US-Dollar bis 2028 konnten anhand der vorliegenden hochwertigen Quellen nicht unabhängig überprüft werden und sollten daher als Schätzungen behandelt werden.
Hyperscaler-Anleihen bieten – abhängig von Emittent und Laufzeit – Renditen von etwa 4,75 bis 8 Prozent. Für Anleger, die Zinsänderungs- und Spreadrisiken tragen können, kann das bei überwiegend bonitätsstarken Schuldnern ein attraktiver laufender Ertrag sein. Große Orderbücher, etwa bei Alphabets australischer Emission, zeigen weiterhin ein hohes institutionelles Interesse an bekannten Technologiekonzernen.
Anleihen von Alphabet, Amazon oder Meta unterscheiden sich grundlegend von Papieren von Rechenzentrumsentwicklern, Chipherstellern, kleineren KI-Unternehmen oder Zweckgesellschaften für Projektfinanzierungen. Anleger sollten unter anderem darauf achten, ob es sich um vorrangige unbesicherte Anleihen des Mutterkonzerns, besicherte Schulden, strukturell nachrangige Holdinggesellschaftsverbindlichkeiten, Leasingverpflichtungen oder außerbilanzielle Finanzierungen handelt.
Eine hohe Rendite sagt allein noch nicht aus, ob das zusätzliche Risiko angemessen vergütet wird.
Ein Teil der attraktiven Rendite stammt aus langen Laufzeiten. Steigen die Marktrenditen weiter, können die Kurse dieser Anleihen deutlich fallen. Sinkende Renditen machen einen bereits gesicherten Kupon zwar wertvoller, verringern aber die Erträge, die bei Fälligkeit oder bei zwischenzeitlich frei werdendem Kapital erzielt werden können.
Die Schulden werden aufgenommen, bevor die langfristigen Umsätze und Renditen der KI-Infrastruktur vollständig bewiesen sind. Sollte sich die Monetarisierung langsamer entwickeln als erwartet, der Kapitalaufwand hoch bleiben oder der Wettbewerb die Margen im Cloud- und KI-Geschäft drücken, könnten sich Verschuldungskennzahlen und Risikoaufschläge auch bei heute starken Emittenten verschlechtern.
Die Nachfrage ist weiterhin robust, wird aber mit zunehmendem Angebot und höheren Renditen selektiver. Analysten warnen, dass der Investment-Grade-Markt möglicherweise nicht den gesamten erwarteten Finanzierungsbedarf der Hyperscaler aufnehmen kann. Das könnte zu höheren Kupons und breiteren Risikoaufschlägen führen – oder Unternehmen dazu bewegen, stärker auf Private Credit, Eigenkapital, Leasingmodelle und komplexere Finanzierungsstrukturen zurückzugreifen.
Für ein Einkommensportfolio spricht daher vieles für einen disziplinierten Ansatz: Hyperscaler-Anleihen sollten als Teil einer diversifizierten Unternehmensanleihen-Allokation betrachtet werden, nicht als Ersatz für Staatsanleihen. Sinnvoll sind eine Prüfung der Bilanzstärke und Rangfolge, gestaffelte Laufzeiten sowie Zurückhaltung bei Renditen am oberen Ende der Spanne von 8 Prozent, wenn dafür zusätzliche Projekt-, Verschuldungs-, Liquiditäts-, Währungs- oder Strukturrisiken übernommen werden.
KI-bezogene Emittenten machten zur Jahresmitte schätzungsweise nahezu 15 Prozent des Investment-Grade-Anleihemarktes aus. Morgan Stanley rechnet für 2026 weltweit mit fast 570 Milliarden US-Dollar an KI-bezogener Schuldenaufnahme – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Für Alphabet, Amazon, Meta und Oracle wird eine gemeinsame Emissionssumme von nahezu 223 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 genannt. Diese Zahl sollte allerdings als stichtags- und methodikabhängige Schätzung verstanden werden. Veröffentlichte Berechnungen unterscheiden sich je nachdem, ob sie nur Unternehmensanleihen oder auch Private Credit, Projektfinanzierungen und Zulieferer einbeziehen. Reuters bezifferte die Anleiheemissionen der vier Unternehmen bis Anfang Juli auf rund 194 Milliarden US-Dollar – bereits 79 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2025.
Mehr Unternehmensanleihen bieten Investoren eine Alternative zu US-Staatsanleihen und anderen Staatspapieren – vor allem am langen Ende der Zinskurve. Um Kapital in ausreichendem Umfang anzuziehen, müssen die Unternehmen häufig einen Renditeaufschlag gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen anbieten.
Gleichzeitig finanzieren Regierungen weiterhin hohe Defizite. Unsicherheit über Inflation und Wirtschaftswachstum macht lang laufende Anleihen zusätzlich empfindlich. Die inflationsbereinigten Renditen wichtiger Industrieländer sind auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gestiegen, während sowohl die öffentliche Verschuldung als auch die KI-bezogene Kreditaufnahme zunehmen.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe stieg zuletzt zeitweise über 5,3 Prozent – nahe einem 19-Jahres-Hoch. Dahinter standen ein globaler Ausverkauf am Anleihemarkt, Inflationssorgen, Erwartungen zur Geldpolitik, geopolitische Risiken und die wachsende US-Staatsverschuldung von fast 40 Billionen US-Dollar.
Für steigende Staatsrenditen kommen mehrere Kräfte gleichzeitig infrage:
Die Emissionen der Hyperscaler können das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage plausibel verstärken. Die verfügbaren Daten zeigen jedoch nicht, dass sie der wichtigste Auslöser für die höheren Renditen von Staatsanleihen sind.
Die Technologiekonzerne beschränken sich bei ihrer Finanzierung nicht mehr auf den US-Dollar. Alphabet nahm bei seiner ersten Anleiheemission in australischen Dollar 5,5 Milliarden australische Dollar über Laufzeiten von drei, fünf, zehn und 20 Jahren auf. Die eingegangenen Orders überstiegen 18 Milliarden australische Dollar. Damit war Alphabet der erste KI-Hyperscaler, der den australischen Dollar-Anleihemarkt anzapfte.
Für die längste Tranche lag die Rendite bei etwa 6,9 Prozent. Das zeigt, dass selbst ein besonders bonitätsstarker Emittent für eine geografische und währungsbezogene Diversifizierung seiner Finanzierung deutlich höhere Kosten in Kauf nehmen kann.
Alphabet gehört bereits zu den großen Schuldnern an den Anleihemärkten für Euro, Pfund Sterling, Schweizer Franken und Yen. Amazon nahm im März 14,5 Milliarden Euro auf – die größte jemals abgeschlossene Transaktion am europäischen Unternehmensanleihemarkt.
Die Angaben zur australischen Transaktion – 5,5 Milliarden australische Dollar, eine 20-jährige Tranche nahe 6,9 Prozent und eine Nachfrage von mehr als 18 Milliarden australischen Dollar – sind durch die Berichterstattung gestützt. Die häufig genannte Rekordsumme von rund 60 Milliarden australischen Dollar für ausländische Emissionen in Australien sowie die konkrete Prognose von 1,75 Billionen US-Dollar innerhalb eines Gesamtfinanzierungsvolumens von 3,2 Billionen US-Dollar bis 2028 konnten anhand der vorliegenden hochwertigen Quellen nicht unabhängig überprüft werden und sollten daher als Schätzungen behandelt werden.
Hyperscaler-Anleihen bieten – abhängig von Emittent und Laufzeit – Renditen von etwa 4,75 bis 8 Prozent. Für Anleger, die Zinsänderungs- und Spreadrisiken tragen können, kann das bei überwiegend bonitätsstarken Schuldnern ein attraktiver laufender Ertrag sein. Große Orderbücher, etwa bei Alphabets australischer Emission, zeigen weiterhin ein hohes institutionelles Interesse an bekannten Technologiekonzernen.
Anleihen von Alphabet, Amazon oder Meta unterscheiden sich grundlegend von Papieren von Rechenzentrumsentwicklern, Chipherstellern, kleineren KI-Unternehmen oder Zweckgesellschaften für Projektfinanzierungen. Anleger sollten unter anderem darauf achten, ob es sich um vorrangige unbesicherte Anleihen des Mutterkonzerns, besicherte Schulden, strukturell nachrangige Holdinggesellschaftsverbindlichkeiten, Leasingverpflichtungen oder außerbilanzielle Finanzierungen handelt.
Eine hohe Rendite sagt allein noch nicht aus, ob das zusätzliche Risiko angemessen vergütet wird.
Ein Teil der attraktiven Rendite stammt aus langen Laufzeiten. Steigen die Marktrenditen weiter, können die Kurse dieser Anleihen deutlich fallen. Sinkende Renditen machen einen bereits gesicherten Kupon zwar wertvoller, verringern aber die Erträge, die bei Fälligkeit oder bei zwischenzeitlich frei werdendem Kapital erzielt werden können.
Die Schulden werden aufgenommen, bevor die langfristigen Umsätze und Renditen der KI-Infrastruktur vollständig bewiesen sind. Sollte sich die Monetarisierung langsamer entwickeln als erwartet, der Kapitalaufwand hoch bleiben oder der Wettbewerb die Margen im Cloud- und KI-Geschäft drücken, könnten sich Verschuldungskennzahlen und Risikoaufschläge auch bei heute starken Emittenten verschlechtern.
Die Nachfrage ist weiterhin robust, wird aber mit zunehmendem Angebot und höheren Renditen selektiver. Analysten warnen, dass der Investment-Grade-Markt möglicherweise nicht den gesamten erwarteten Finanzierungsbedarf der Hyperscaler aufnehmen kann. Das könnte zu höheren Kupons und breiteren Risikoaufschlägen führen – oder Unternehmen dazu bewegen, stärker auf Private Credit, Eigenkapital, Leasingmodelle und komplexere Finanzierungsstrukturen zurückzugreifen.
Für ein Einkommensportfolio spricht daher vieles für einen disziplinierten Ansatz: Hyperscaler-Anleihen sollten als Teil einer diversifizierten Unternehmensanleihen-Allokation betrachtet werden, nicht als Ersatz für Staatsanleihen. Sinnvoll sind eine Prüfung der Bilanzstärke und Rangfolge, gestaffelte Laufzeiten sowie Zurückhaltung bei Renditen am oberen Ende der Spanne von 8 Prozent, wenn dafür zusätzliche Projekt-, Verschuldungs-, Liquiditäts-, Währungs- oder Strukturrisiken übernommen werden.