The Atlantic zufolge entwickelte die Ukraine den nicht ausgeführten Plan „M&Ms“, mit bis zu 1.000 kleinen, günstigen und KI gestützten Drohnen pro Nacht den zivilen Flugverkehr rund um Moskau zu stören und Druck auf R... Die Drohnen sollten sich dem Bericht zufolge mithilfe kamerabasierter Landmarken und Geländeerke...
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What did The Atlantic report about Ukraine’s alleged “M&Ms” plan to launch up to 1,000 small, cheap, nearly identical AI-enabled autonomous. Article summary: The Atlantic reported—citing two anonymous sources—that Ukraine developed but did not execute “M&Ms,” an exceptionally large autonomous-drone operation aimed at keeping Moscow’s civilian airports closed long enough to pr. Topic tags: general, general web, news, education, government. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, ch
The Atlantic berichtete, ukrainische Verantwortliche hätten unter dem Codenamen „M&Ms“ einen Plan entwickelt, um Moskaus Flughäfen mit bis zu 1.000 kleinen, günstigen und KI-gestützten Drohnen pro Nacht zu überlasten. Ziel sei nicht in erster Linie die Zerstörung von Terminals oder Start- und Landebahnen gewesen. Vielmehr sollte der zivile Luftraum über längere Zeit so unsicher werden, dass internationale Fluggesellschaften ihre Verbindungen in die russische Hauptstadt aussetzen müssten. Der Bericht stützt sich auf zwei anonyme Quellen und ist nicht unabhängig bestätigt. Ein nicht namentlich genannter Vertreter aus dem Präsidialamt von Wolodymyr Selenskyj bezeichnete ihn als „völligen Unsinn“.
Nach Darstellung von The Atlantic sollte die schiere Zahl nahezu identischer Drohnen die russische Luftabwehr vor ein Skalierungsproblem stellen. Selbst wenn viele Fluggeräte abgefangen würden, könnte ein großer Schwarm die Abwehr überlasten oder zumindest wiederholte Sperrungen des zivilen Flugverkehrs erzwingen. Die Drohnen sollten sich dem Bericht zufolge mithilfe von Kameras, Geländemerkmalen und bekannten Orientierungspunkten navigieren – ein Verfahren, das als „Map Matching“ beschrieben wird. Eine kontinuierliche Steuerung durch einzelne Piloten wäre damit nicht erforderlich gewesen.
Der beabsichtigte Effekt wäre somit vor allem eine dauerhafte Unterbrechung des Flugverkehrs gewesen. Betroffen sein sollten auch ausländische Fluggesellschaften, die Moskau weiterhin anfliegen und internationale Drehkreuze wie Istanbul oder Dubai nutzen. Wiederholte Drohnenaktivitäten hatten in der Vergangenheit bereits zu vorübergehenden Schließungen von Flughäfen in und um Moskau geführt.
Der Ansatz passt zu einem breiteren Muster des Krieges: Drohnen sollen nicht nur militärische Ziele treffen, sondern auch wirtschaftliche und politische Kosten weit hinter der Front erzeugen. Die Ukraine führt weiterhin Langstreckenangriffe auf Ziele in und um Moskau sowie in anderen Teilen Russlands durch.
Die Logik hinter „M&Ms“ wäre laut den zitierten Quellen vor allem erpresserischer beziehungsweise politischer Natur gewesen. Wenn Moskaus Flughäfen über längere Zeit geschlossen blieben, könnten wohlhabendere Russinnen und Russen, die für Auslandsreisen auf internationale Umsteigeverbindungen angewiesen sind, das Land schwerer verlassen oder erreichen. Dadurch sollte der Eindruck erschüttert werden, Russlands Elite könne sich vom Krieg abschotten. Der entstehende Unmut sollte letztlich den Druck auf Präsident Wladimir Putin erhöhen und Verhandlungen begünstigen.
Eine solche Strategie wäre allerdings politisch und humanitär hochriskant gewesen. Die Folgen hätten nicht nur russische Entscheidungsträger getroffen, sondern auch Passagiere, Flugbesatzungen, Flughafenpersonal und Reisende aus Staaten, die nicht unmittelbar am Krieg beteiligt sind. Der behauptete politische Nutzen hätte daher auf einer extrem schmalen Grenze beruht: möglichst große Störung, ohne einen Absturz oder ein Ereignis mit zahlreichen Todesopfern zu verursachen.
Autonome Systeme sind nicht allein aufgrund ihrer technischen Funktionsweise automatisch völkerrechtswidrig. Entscheidend wäre unter anderem, wie sie eingesetzt werden, welche Ziele sie erfassen sollen, wie zuverlässig sie militärische Ziele von zivilen Objekten unterscheiden können und welche zumutbaren Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung ziviler Schäden vorgesehen sind.
Ein autonomer Schwarm im Umfeld stark frequentierter Flughäfen würde in einer besonders unübersichtlichen Umgebung operieren. Dort könnten Passagierflugzeuge, Terminals, Start- und Landebahnen, Fahrzeuge und Menschen gleichzeitig in Bewegung sein. Eine Drohne, die sich anhand visueller Merkmale orientiert, könnte ihre Umgebung falsch einordnen, ein Objekt verwechseln oder nach dem Start nicht mehr rechtzeitig umgelenkt werden, wenn keine kontinuierliche menschliche Kontrolle besteht.
Damit wären zentrale Grundsätze des humanitären Völkerrechts berührt: die Unterscheidung zwischen militärischen Zielen und Zivilpersonen beziehungsweise zivilen Objekten, die Verhältnismäßigkeit und die Pflicht zu möglichen Vorsichtsmaßnahmen. Selbst wenn eine militärische oder sicherheitsbezogene Funktion eines Flughafens als Ziel betrachtet würde, müsste eine Operation, die den zivilen Luftverkehr erwartbar gefährlich macht, die absehbaren Risiken für Menschen und zivile Infrastruktur berücksichtigen. Die geplante Größenordnung würde diese Bewertung noch schwieriger machen.
Den Quellen von The Atlantic zufolge befürchtete Selenskyj, eine der Drohnen könnte ein ziviles Verkehrsflugzeug treffen und Passagiere, Besatzungsmitglieder oder Flughafenpersonal töten. Er soll Sorge gehabt haben, ein solcher Vorfall könne als „Piraterie“ dargestellt werden. Trotzdem sei die Planung wegen der erhofften diplomatischen Wirkung monatelang fortgesetzt worden.
Die Darstellung ist umstritten. Ein Sprecher des Präsidenten lehnte eine Stellungnahme ab. Ein anderer Vertreter aus Selenskyjs Umfeld bestritt den Bericht und erklärte, die Ukraine verfüge nicht über ausreichend präzise und zuverlässige Langstreckenwaffen, um Moskauer Flughäfen anzugreifen, ohne unvertretbare Risiken für Zivilpersonen zu schaffen.
Diese Einordnung ist entscheidend: „M&Ms“ ist kein bestätigter Bericht über eine tatsächlich durchgeführte Operation, sondern die Darstellung eines angeblichen Vorschlags, die im Wesentlichen auf anonymen Aussagen beruht und von einem Vertreter des ukrainischen Präsidialamts ausdrücklich zurückgewiesen wurde.
The Atlantic brachte den Stillstand des Vorhabens mit Selenskyjs Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow im Juli in Verbindung. Fedorow galt als treibende Kraft hinter dem Ausbau der ukrainischen Drohnenproduktion und der technologischen Innovation auf dem Schlachtfeld. Separate Berichte beschrieben Spannungen zwischen Fedorow und dem damaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, über die strategische Ausrichtung des Krieges und die Rolle von Technologie.
Beide Männer wurden später im Zuge einer umfassenderen Neuordnung der ukrainischen Führung aus ihren Ämtern entfernt. Jewhenij Chmara übernahm zunächst kommissarisch das Verteidigungsministerium und wurde später offiziell für das Amt nominiert und bestätigt, wie aus der zugrunde liegenden Berichterstattung hervorgeht.
Fedorows Entlassung löste politische Kontroversen und Proteste aus. Berichte aus dieser Zeit zufolge forderte er Wahlen während des Kriegs. Die verfügbaren Quellen belegen jedoch nicht, dass die Personalentscheidungen speziell getroffen wurden, um „M&Ms“ zu stoppen. Sie stellen lediglich einen Zusammenhang zwischen dem berichteten Stillstand des Plans und Fedorows Entlassung her.
The Atlantic beschrieb „M&Ms“ als ins Stocken geraten beziehungsweise auf Eis gelegt – nicht als dauerhaft aufgegeben. Theoretisch könnte ein verändertes Konzept unter einer anderen Führung oder bei veränderten Umständen erneut geprüft werden. In der vorliegenden Berichterstattung gibt es jedoch keinen Beleg dafür, dass der Plan wieder aufgenommen oder umgesetzt wurde.
Davon zu unterscheiden ist die reale und andauernde ukrainische Langstrecken-Drohnenkampagne. Am 16. August behaupteten russische Behörden, landesweit 822 ukrainische Drohnen zerstört zu haben; Hunderte davon seien in Richtung der Region Moskau unterwegs gewesen. Reuters und NPR berichteten über diese russischen Angaben sowie Tote und Schäden im Großraum Moskau. Die Gesamtzahl der tatsächlich gestarteten Drohnen und die abgefangenen Fluggeräte lassen sich jedoch nur schwer unabhängig überprüfen.
Die Geschichte über „M&Ms“ beschreibt eine angeblich geplante, aber nicht ausgeführte Strategie der Sättigung: Mit einer großen Zahl billiger, visuell gesteuerter autonomer Drohnen sollte der zivile Flugbetrieb in Moskau so unsicher werden, dass Flughäfen über längere Zeit geschlossen bleiben müssten. Der politische Hebel sollte über die internationale Reisefreiheit der wohlhabenden russischen Bevölkerung wirken und letztlich Druck auf Putin erzeugen.
Gerade die Eigenschaft, die den Plan strategisch wirkungsvoll gemacht hätte – autonome Waffen in einem von Passagierflugzeugen und Menschen bevölkerten Luftraum –, wäre zugleich seine größte Schwachstelle gewesen. Die ukrainische Drohnenkampagne insgesamt ist durch mehrere Berichte dokumentiert. Der konkrete „M&Ms“-Plan bleibt dagegen eine unbestätigte Darstellung anonymer Quellen, die von einem Vertreter aus Selenskyjs Präsidialamt als „völliger Unsinn“ zurückgewiesen wurde.
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The Atlantic zufolge entwickelte die Ukraine den nicht ausgeführten Plan „M&Ms“, mit bis zu 1.000 kleinen, günstigen und KI gestützten Drohnen pro Nacht den zivilen Flugverkehr rund um Moskau zu stören und Druck auf R...
The Atlantic zufolge entwickelte die Ukraine den nicht ausgeführten Plan „M&Ms“, mit bis zu 1.000 kleinen, günstigen und KI gestützten Drohnen pro Nacht den zivilen Flugverkehr rund um Moskau zu stören und Druck auf R... Die Drohnen sollten sich dem Bericht zufolge mithilfe kamerabasierter Landmarken und Geländeerkennung – einer Form von „Map Matching“ – weitgehend ohne laufende menschliche Steuerung orientieren.
Ein solcher Schwarm über stark frequentierten Zivilflughäfen hätte erhebliche humanitäre und völkerrechtliche Risiken bedeutet, insbesondere für Passagiere, Besatzungen, Beschäftigte und zivile Infrastruktur.