Diese Zahlen sind keine allgemeine Geschwindigkeitsgarantie für Linux 7.3. Der Nutzen hängt unter anderem von gso_max_size und gro_max_size, den Fähigkeiten der Netzwerkkarte, dem Zustand der Offloads, der MTU, dem eingesetzten Tunneltyp und der jeweiligen Arbeitslast ab.
Auch die Verwaltung von IPv4- und IPv6-Routing-Regeln wurde auf bessere Parallelität getrimmt. Operationen zum Hinzufügen und Löschen von FIB-Regeln (RTM_NEWRULE und RTM_DEL हासिलfib_rules_ops zum Einsatz. RTNL bleibt in bestimmten Fällen erforderlich, unter anderem beim fib_unmerge()-Pfad der ersten IPv4-Regel.
Ein synthetischer Test mit 4.096 Netzwerk-Namespaces und jeweils 1.024 parallel eingefügten Regeln fiel bei IPv4 von 22,752 auf 0,918 Sekunden. Das entspricht ungefähr einer 24,8-fachen Beschleunigung. Bei IPv6 sank die Laufzeit von 35,181 auf 1,214 Sekunden, also um etwa den Faktor 29.
Der Test bildet ein extremes Szenario mit massiver paralleler Namespace-Konkurrenz ab. Die Werte lassen sich daher nicht direkt als typische Beschleunigung beim Start gewöhnlicher Container interpretieren.
Neben dem Code stand auch der Entwicklungsprozess im Mittelpunkt. Netzwerk-Maintainer Jakub Kicinski zählte 632 net- und 648 net-next-Patches. Seiner Einschätzung zufolge war etwa ein Drittel bis die Hälfte von net-next auf KI-Unterstützung zurückzuführen – häufig bei weniger wichtigen Fehlerkorrekturen, Aufräumarbeiten oder Klarstellungen. Das entspräche grob 216 bis 324 Patches. Kicinski und Paolo Abeni beschrieben sich angesichts dieser Flut als „completely overwhelmed“, also vollständig überlastet.
Als Gegenmaßnahme soll KI nicht einfach an die Stelle der Maintainer treten. Meta stellte laut den Berichten Budget und Zugang zu mehreren modernen Spitzenmodellen bereit, damit Patches zunächst von mehreren Systemen geprüft werden können. Die Hoffnung: Mehrere unabhängige Modelle sollen individuelle Halluzinationen und Fehlbewertungen besser auffangen als ein einzelnes Modell.
Geplant sind unter anderem Automatisierungen für die Patchwork-Verwaltung, standardisierte Prozesshinweise, Anpassungen von Commit-Nachrichten und möglicherweise das Einspielen von Patches, die bereits von vertrauenswürdigen Personen geprüft wurden.
Bei seltenen und besonders heiklen Fehlern sehen die Maintainer diese Automatisierung jedoch nicht als ausreichend an. Dazu zählen etwa PCIe-Fehler und Timeouts, bei denen API-Verhalten, Sperrreihenfolgen und die genaue Wiederherstellung weiterhin menschliche Prüfung benötigen.
Der Merge enthält außerdem mehrere Treiber- und Protokollbausteine:
SCM_RIGHTS. Wird ein bestimmter Dateideskriptor von einem Linux Security Module (LSM) abgelehnt, kann der Empfänger mit SO_RIGHTS_NOTRUNC den betroffenen Deskriptor und den zugehörigen errno erkennen, statt dass die restlichen Einträge des Arrays bereits beim ersten Fehler verloren gehen. Ein erster Release Candidate wurde für ungefähr den 30. August 2026 erwartet. Die stabile Veröffentlichung von Linux 7.3 war nach der damaligen Planung für Ende Oktober vorgesehen, vorbehaltlich des normalen Verlaufs des Release-Zyklus.
Nutzer von Distributionen mit festen Veröffentlichungszyklen müssen voraussichtlich deutlich länger warten: Distributoren wählen Kernel-Versionen selbst aus, übernehmen bei Bedarf Änderungen zurück, testen sie und veröffentlichen sie nach einem eigenen Zeitplan. Rolling-Release-Distributionen könnten Linux 7.3 früher paketieren. Für CachyOS gab es jedoch noch keinen bestätigten Termin; die August-Images basierten weiterhin auf Linux 7.1.