Pop Marts Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 23,8 Prozent auf 17,17 Milliarden Yuan (RMB), der bereinigte Nettogewinn um 9,5 Prozent auf 5,16 Milliarden Yuan. Der Wachstumseinbruch ist drastisch: Nach mehr als 200 Prozent im Vorjahreszeitraum legten die Umsätze in Festlandchina sowie Hongkong, Macau und Taiwan...
Forschungsantwort

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Pop Mart wächst weiter, doch der außergewöhnliche Schwung aus dem Labubu-Boom ist spürbar verloren gegangen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 23,8 Prozent auf 17,17 Milliarden Yuan (RMB). Der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich um 9,5 Prozent auf 5,16 Milliarden Yuan. Beide Werte zeigen zwar ein weiterhin profitables Geschäft, blieben aber hinter den Erwartungen des Marktes zurück.
Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von rund 19,98 Milliarden Yuan gerechnet – das hätte einem Wachstum von etwa 44 Prozent entsprochen. Beim bereinigten Nettogewinn lagen die Erwartungen bei ungefähr 5,98 Milliarden Yuan.
Der ausgewiesene Periodengewinn belief sich auf rund 5,10 Milliarden Yuan und lag damit 8,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bruttogewinn stieg um 22,6 Prozent auf etwa 11,97 Milliarden Yuan. Gleichzeitig sank die Nettomarge von 33,7 auf 29,7 Prozent.
In absoluten Zahlen bleibt das Ergebnis stark. Im Vergleich zur Labubu-getriebenen Ausnahmedynamik des Vorjahres fällt die Abkühlung jedoch umso stärker auf: Damals hatte das Wachstum im ersten Halbjahr noch mehr als 200 Prozent betragen.
Der wichtigste Unterschied in der Bilanz zeigt sich beim Blick auf die Regionen. Der Umsatz in Festlandchina sowie in Hongkong, Macau und Taiwan stieg um 47 Prozent. Die Auslandserlöse gingen dagegen um 11 Prozent zurück.
Das ist deshalb relevant, weil die internationale Expansion zuvor zu den wichtigsten Wachstumstreibern von Pop Mart gehört hatte. 2025 war der Konzernumsatz um 184,7 Prozent gestiegen – maßgeblich getragen von der internationalen Nachfrage und der Figur Labubu.
Der Rückgang im Ausland wirft nun die Frage auf, ob sich Labubus Popularität in verschiedenen Märkten in regelmäßige Käufe übersetzt oder ob ein großer Teil des Geschäfts auf dem ersten viralen Schub beruhte. Berichte verweisen außerdem auf schwächere chinesische Online-Verkäufe und eine vorsichtigere Haltung der Anleger. Das verfügbare Material liefert allerdings keine einheitliche Kennzahl, mit der sich ein Anstieg von Leerverkaufspositionen zuverlässig beziffern ließe. Die Stärke dieser bärischen Marktpositionierung sollte daher nicht überbewertet werden.
Konzernchef Wang Ning sagte, Pop Mart werde sein früheres Ziel von mindestens 20 Prozent Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 höchstwahrscheinlich verfehlen. Ausschlaggebend sind der außergewöhnlich hohe Vergleichswert aus dem Vorjahr und der zunehmende Druck auf den internationalen Märkten.
Morgan Stanley hatte sein Kursziel für die in Hongkong notierte Aktie bereits um 13 Prozent von 247 auf 214 Hongkong-Dollar gesenkt. Die Bank verwies auf die hohe Vergleichsbasis im zweiten Halbjahr und das nachlassende Auslandsgeschäft. Nach einer separaten Zusammenfassung der Bankprognosen wurden die Umsatzschätzungen für 2026 und 2027 um rund 4 bis 5 Prozent reduziert, die Gewinnprognosen um etwa 4 Prozent.
Auch andere Marktprognosen wurden vorsichtiger. Eine zuvor zitierte Morgan-Stanley-Schätzung ging für 2026 von 13 Prozent Umsatzwachstum aus und lag damit unter dem Unternehmensziel. Im selben Bericht wurden für HSBC 9,6 Prozent Wachstum und für die Deutsche Bank ein Umsatzrückgang von 2 Prozent genannt. Dabei handelt es sich um Analystenprognosen, nicht um Unternehmensziele; sie können sich mit neuen Geschäftszahlen ändern.
Die Schwäche der Aktie spiegelt eine grundlegende strategische Frage wider: Kann Pop Mart aus einer viralen Figur ein dauerhaftes geistiges Eigentum mit vielen Umsatzquellen machen? Oder war ein erheblicher Teil des jüngsten Erfolgs an eine vorübergehende Labubu-Begeisterung gebunden?
Nach Angaben des Business Times hat Pop Mart seit dem Höhepunkt des Labubu-Hypes rund 32 Milliarden US-Dollar an Börsenwert verloren. Ein anderer Bericht nannte einen Rückgang von ungefähr 28 Milliarden US-Dollar. Die Abweichung dürfte davon abhängen, welcher Höchststand und welcher Bewertungszeitpunkt zugrunde gelegt werden.
Pop Mart versucht deshalb, Labubu über Sammelfiguren hinaus zu einer größeren Unterhaltungs- und Konsummarke auszubauen. Gemeinsam mit Sony Pictures Entertainment plant das Unternehmen einen Labubu-Spielfilm. Hinzu kommen laut den vorliegenden Berichten weitere Ansätze:
Diese Projekte könnten neue Möglichkeiten schaffen, mit den Charakteren von Pop Mart in Kontakt zu bleiben. Sie brauchen jedoch Zeit, um sich zu bewähren. Ein Film, eine Kooperation oder eine neue Produktlinie belegt nicht automatisch eine dauerhaft wiederkehrende Nachfrage – besonders dann nicht, wenn die Auslandserlöse bereits zurückgehen.
Die nächste Bewährungsprobe besteht darin, ob die Stärke im chinesischen Heimatmarkt die internationale Schwäche ausgleichen kann, ohne dass Pop Mart erneut zu stark von einer einzigen Erfolgsfigur abhängt. Im Mittelpunkt dürften vier Signale stehen:
Zusätzlich kündigte Pop Mart ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 2 bis 5 Milliarden Yuan an. Das Unternehmen begründete den Schritt mit schwächeren Inlandsumsätzen und einer Normalisierung der Nachfrage nach der starken Entwicklung im Vorjahr. Ein Rückkauf kann die Stimmung an der Börse stützen, löst aber nicht die zentrale Frage nach der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.
Die Halbjahreszahlen markieren damit einen Wendepunkt in der Bewertung von Pop Mart. Es geht nicht mehr allein darum, ob Labubu noch einmal einen viralen Hype auslösen kann. Der Konzern muss nun zeigen, dass seine Figuren, Vertriebskanäle und Unterhaltungspartnerschaften auch nach dem Abklingen der Begeisterungswelle verlässlich und wiederholbar wachsen können.
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Pop Marts Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 23,8 Prozent auf 17,17 Milliarden Yuan (RMB), der bereinigte Nettogewinn um 9,5 Prozent auf 5,16 Milliarden Yuan.
Pop Marts Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 23,8 Prozent auf 17,17 Milliarden Yuan (RMB), der bereinigte Nettogewinn um 9,5 Prozent auf 5,16 Milliarden Yuan. Der Wachstumseinbruch ist drastisch: Nach mehr als 200 Prozent im Vorjahreszeitraum legten die Umsätze in Festlandchina sowie Hongkong, Macau und Taiwan um 47 Prozent zu, während die Auslandserlöse um 11 Prozent sanken.
Vorstandschef Wang Ning rechnet inzwischen damit, dass Pop Mart sein früheres Ziel von mindestens 20 Prozent Umsatzwachstum für 2026 verfehlen wird.