Diese Geometrie verändert die Nutzung im Alltag spürbar:
Das ist die wichtigste Produktentscheidung des Fold 8. Samsung macht das Gerät nicht einfach nur dünner oder schneller, sondern verändert die Proportionen so, dass der große Bildschirm häufiger wirklich nützlich ist.
Samsung verwendet beim Galaxy Z Fold 8 die sogenannte Flex-Titanium-Displaystruktur. Dabei kommen titanbasierte Schichten unterhalb des OLED-Panels zum Einsatz. Sie sollen die Konstruktion zusätzlich stützen und die sichtbare Falz reduzieren. In Tests wird die neue Falz übereinstimmend als deutlich unauffälliger beschrieben: Von vorne ist sie nur schwer zu erkennen und auch beim Darüberstreichen weniger deutlich zu spüren als bei früheren Galaxy-Fold-Modellen.
Die Bildschirme sind zudem heller. Eine Antireflexbeschichtung auf dem äußeren und dem großen inneren Display soll Reflexionen reduzieren und das Fold 8 stärker wie ein hochwertiges Alltags-Smartphone wirken lassen – und weniger wie empfindliche Spezial-Hardware.
Verschwunden ist die Falz nicht. Auch bei einem verbesserten Falt-Display bleibt der Klappmechanismus ein zentraler Bestandteil des Geräts. Doch eine der auffälligsten optischen Schwächen ist nun deutlich weniger störend. Das erleichtert die Empfehlung an Menschen, die bisher noch kein Falt-Handy besessen haben.
Die ersten Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass viele Käufer auf das neue Format reagieren. Samsung zufolge kamen in Südkorea innerhalb von sieben Tagen 1,44 Millionen Vorbestellungen für das Galaxy Z Fold 8, das Fold 8 Ultra und das Flip 8 zusammen. Berichten zufolge, die sich auf Samsungs Angaben beziehen, ist das ein Rekord für eine Samsung-Smartphone-Serie in diesem Markt.
Auf das Galaxy Z Fold 8 entfielen dabei rund 70 Prozent der südkoreanischen Vorbestellungen. Samsung erklärte außerdem, dass das Fold 8 und das Fold 8 Ultra in bestimmten Vergleichen rund 70 Prozent vor der vorherigen Generation lagen. In Europa übertraf die Vorbestellungskampagne der neuen Z-Serie den Gesamtwert der Vorgängergeneration um mehr als 20 Prozent im Jahresvergleich. Diese Zahlen stammen aus unterschiedlichen Märkten und Vergleichen und sind deshalb nicht als eine einheitliche globale Verkaufsstatistik zu verstehen.
Der Preis macht die Nachfrage besonders bemerkenswert. Samsung führt das Fold 8 in den USA ab 1.899,99 US-Dollar, das Fold 8 Ultra ab 2.099,99 US-Dollar und das Flip 8 ab 1.199,99 US-Dollar. Für Deutschland werden 1.999 Euro für das Fold 8, 2.199 Euro für das Fold 8 Ultra und 1.299 Euro für das Flip 8 genannt. Reuters berichtete, dass Samsung die Preise aktualisierter Faltmodelle wegen gestiegener Kosten für Speicherchips um rund 100 US-Dollar angehoben hat.
Das ist ein Beleg für die Nachfrage im Premiumsegment – aber noch nicht für eine breite Akzeptanz im Massenmarkt. Ein Vorbestellrekord in Südkorea zeigt nicht, dass Falt-Handys für durchschnittliche Smartphone-Käufer erschwinglich geworden sind. Er zeigt jedoch, dass eine beträchtliche Käufergruppe bereit ist, für eine deutlich andere Smartphone-Erfahrung einen hohen Aufpreis zu zahlen.
Die Verbesserungen beim Design gehen mit bekannten Nachteilen einher – und mit mindestens einer überraschenden Einschränkung. Tests kritisieren vor allem die fehlende Telekamera. Für Aufnahmen aus größerer Entfernung ist das Fold 8 dadurch weniger flexibel als einige konkurrierende Premium-Smartphones und Samsungs eigene Ultra-Modelle.
Auch beim Videobild bleibt Letterboxing ein Thema. Das 4:3-Display reduziert schwarze Balken bei manchen Formaten, kann aber nicht jedes Video bildschirmfüllend darstellen, ohne es zu beschneiden oder Balken einzublenden.
Noch schwerer wiegt der Einstiegspreis von 1.899,99 US-Dollar beziehungsweise 1.999 Euro in Deutschland. Samsung hat das Falt-Handy alltagstauglicher gemacht, aber nicht günstiger. Das Fold 8 ist daher ein möglicher Durchbruch bei Bedienkomfort und Begehrlichkeit – kein Beweis dafür, dass Falt-Handys bereits dabei sind, klassische Smartphones im gesamten Markt zu ersetzen.
Branchenprognosen aus den vorliegenden Berichten weisen in dieselbe Richtung: Die weltweiten Auslieferungen faltbarer Smartphones könnten 2026 um rund 20 Prozent wachsen, während der gesamte Smartphone-Markt voraussichtlich schrumpft. Die Prognosen unterscheiden sich beim genauen Wachstum und bei Apples möglichem Marktanteil. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Einschätzung, dass Buchformat-Foldables und besonders teure Modelle in der Kategorie wichtiger werden.
Das ist ein entscheidender Unterschied. Falt-Handys können wachsen, ohne günstig zu werden, wenn sie Käufer ansprechen, die ein größeres Display in einem noch taschentauglichen Gerät wollen und bereit sind, dafür mehr zu bezahlen. Counterpoint erwartet für 2026 einen steigenden durchschnittlichen Großhandelspreis von Falt-Smartphones. Als Gründe nennt das Marktforschungsunternehmen den wachsenden Anteil von Buchformat-Modellen und die zunehmende Bedeutung des Super-Premium-Segments.
Berichte über Samsungs angebliche Bestellung von einer Million zusätzlicher Fold-8-Geräte sind ein weiteres Signal für die Nachfrage. Es handelt sich dabei jedoch um eine Meldung aus der Lieferkette und nicht um eine bestätigte endgültige Verkaufszahl. Eine höhere Produktion kann auf ein stärkeres Interesse als erwartet hindeuten, beweist aber allein noch keinen tatsächlichen Abverkauf.
Apple soll Berichten zufolge ein faltbares iPhone prüfen oder vorbereiten. Produkt, Zeitpunkt und Preis waren in den vorliegenden Berichten jedoch nicht bestätigt. Reuters beschrieb Samsung als ein Unternehmen, das sich auf einen möglichen Angriff Apples vorbereitet. Marktprognosen sehen einen möglichen Apple-Einstieg zugleich als wichtigen Faktor für das erwartete Wachstum der gesamten Kategorie.
Für Samsung hätte Apples Eintritt zwei gegensätzliche Folgen. Einerseits könnte ein faltbares iPhone die Geräteklasse einem größeren Publikum vertraut machen und den Gesamtmarkt vergrößern. Andererseits hätten Interessenten einen neuen Maßstab, an dem sie Samsung messen könnten – etwa bei Kameraqualität, Haltbarkeit, Software, Ökosystem und Preis.
Das Fold 8 liefert Samsung darauf eine klare vorläufige Antwort: Der Formfaktor selbst soll zum entscheidenden Kaufargument werden. Das 4:3-Innendisplay ist nicht nur eine technische Spielerei, das passportähnliche Gehäuse lässt sich auf Anhieb einordnen, und die reduzierte Falz beseitigt einen langjährigen Kritikpunkt. Die fehlende Telekamera und der hohe Einstiegspreis bieten Wettbewerbern allerdings weiterhin Angriffsflächen.
Das Galaxy Z Fold 8 könnte Samsungs bislang überzeugendstes Buchformat-Foldable sein, weil es die Eigenschaften verbessert, die Nutzer jeden Tag wahrnehmen. Der breitere Bildschirm eignet sich besser für Arbeit und Unterhaltung, die Falz lenkt deutlich weniger ab, und die frühen Vorbestellungen zeigen, dass das neue Format auf Interesse stößt.
Seine Bedeutung liegt deshalb weniger darin, ein günstiges Falt-Handy für alle anzubieten. Vielmehr zeigt Samsung, dass ein Premium-Foldable auch aus eigener Kraft begehrenswert sein kann. Solange die Preise nicht sinken und Einschränkungen wie die fehlende Telekamera bestehen bleiben, bleibt das Fold 8 ein Luxus-Smartphone. Als Beleg dafür, dass Falt-Handys gezielt gestaltet und nicht zwangsläufig umständlich wirken müssen, ist es dennoch ein wichtiger Schritt in Richtung Mainstream.