Samsung erhöhte im Juli 2026 die Preise für neue Foundry Aufträge: SF4 Chips für Kunden in China und den USA wurden um 10 bis 15 Prozent teurer. Für taiwanische SF4 Kunden stiegen die Preise um 5 bis 10 Prozent, für SF5 Wafer um 10 bis 15 Prozent und für ältere 8 Nanometer Wafer um knapp 10 Prozent.
Forschungsantwort

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Samsung nutzt die angespannte Lage im Chipgeschäft, um bei neuen Foundry-Aufträgen höhere Preise durchzusetzen. Unter einer Foundry versteht man einen Auftragsfertiger, der Chips nach den Entwürfen anderer Unternehmen produziert. Der Schritt verbessert kurzfristig Samsungs Verhandlungsposition – ist aber noch kein Beleg dafür, dass der Konzern den langjährigen Abstand zu TSMC dauerhaft schließt.
Nach Informationen von Reuters erhöhten sich die Preise für Samsungs 4-Nanometer-Prozess SF4 gegenüber dem Vormonat um 10 bis 15 Prozent für Kunden in China und den USA. Für Kunden in Taiwan fiel der Anstieg mit 5 bis 10 Prozent geringer aus. Wafer aus dem 5-Nanometer-Prozess SF5 verteuerten sich ebenfalls um 10 bis 15 Prozent; für die ältere 8-Nanometer-Technologie wurden knapp 10 Prozent mehr verlangt. Die Angaben beziehen sich auf neue Bestellungen – eine nachträgliche Neubewertung bestehender Verträge wurde nicht berichtet.
Chinesische Halbleiterentwickler haben nur eingeschränkten Zugang zu modernsten Fertigungsanlagen im eigenen Land und sind deshalb stärker auf ausländische Foundries angewiesen. Die US-Exportkontrollen für Halbleitertechnik erhöhen zudem die Unsicherheit und begrenzen die praktisch verfügbaren Bezugsquellen. Dadurch erhält freie Fertigungskapazität außerhalb Chinas einen zusätzlichen Wert.
Der größere Aufschlag für chinesische Kunden ist daher nicht einfach ein geografischer Zuschlag. Er wirkt vielmehr wie eine Knappheitsprämie: Wer dringend Produktionsplätze braucht und nur wenige Alternativen hat, ist eher bereit, höhere Preise zu akzeptieren.
Der weltweite Ausbau von Rechenzentren und KI-Anwendungen treibt die Nachfrage nach leistungsfähigen Chips. Gleichzeitig ist die Fertigungskapazität bei TSMC – dem mit Abstand größten Auftragsfertiger – für moderne Prozesse weitgehend gebucht. Kunden, die dort keine ausreichenden Kontingente erhalten, prüfen deshalb zunehmend Samsung und Intel als Alternativen. Das verschafft Samsung trotz früherer Herausforderungen bei Ausbeute und Fertigungsumsetzung mehr Spielraum bei den Preisen.
Der Engpass betrifft dabei nicht nur die allerneuesten Fertigungsschritte. Dass auch Wafer aus dem älteren 8-Nanometer-Prozess fast 10 Prozent teurer wurden, deutet auf eine breitere Kapazitätsknappheit hin. Unternehmen suchen offenbar nach jedem verfügbaren und technisch passenden Produktionsplatz. Samsung rechnet selbst damit, dass sich der weltweite Chipmangel verschärfen und bis 2028 anhalten könnte.
Die SF4-Fertigung im Samsung-Werk Pyeongtaek soll bereits vollständig ausgelastet sein. Dort werden unter anderem Chips für Qualcomm sowie sogenannte Base Dies für Samsungs Speicherprodukte mit hoher Bandbreite (HBM) gefertigt. Samsung muss diese Aufträge mit Bestellungen aus China und den USA sowie mit dem eigenen Bedarf an Halbleitern und Produkten ausbalancieren.
Deshalb konnte der Konzern Berichten zufolge nicht sämtliche Anfragen chinesischer Kunden annehmen. Auch Google soll über die Nutzung von SF4-Kapazitäten verhandelt haben – ein weiterer Hinweis darauf, wie begehrt die verfügbaren Produktionsplätze sind.
Samsungs Foundry-Geschäft arbeitet weiterhin mit Verlusten. Höhere Verkaufspreise, eine bessere Auslastung der Fabriken und ein größerer Anteil moderner Fertigungsprozesse könnten jedoch helfen, die hohen Fixkosten auf mehr Wafer zu verteilen und die Margen zu verbessern.
Eine Rückkehr in die Gewinnzone im Jahr 2027 ist deshalb plausibel, sofern Auslastung, Fertigungsausbeute, neue Kundenaufträge und Preise auf hohem Niveau bleiben. Sicher ist das jedoch nicht: Die aktuelle Preismacht kann teilweise aus einem vorübergehenden oder mittelfristigen Engpass resultieren.
Die Größenordnung des Wettbewerbsabstands darf nicht übersehen werden. Im ersten Quartal 2026 kam Samsung laut Counterpoint auf rund 7 Prozent des weltweiten Foundry-Umsatzes, während TSMC mehr als 70 Prozent erreichte. Die vierteljährlichen Daten von Counterpoint weisen TSMC mit 73 Prozent und Samsung mit 7 Prozent aus.
Samsung profitiert damit von einer günstigen Gelegenheit aus einer vergleichsweise kleinen Ausgangsbasis. Die höheren Preise zeigen, dass das Unternehmen in bestimmten Bereichen dringend benötigte Kapazität anbieten kann – sie bedeuten aber nicht, dass Samsung TSMC bereits als Marktführer verdrängt.
Die Preiserhöhungen zeigen, wie stark der KI-Boom inzwischen die gesamte Halbleiter-Lieferkette erfasst. Chinas eingeschränkter Zugang zu moderner Technik, die hohe Nachfrage aus Rechenzentren, TSMCs weitgehend ausgebuchte Spitzenfertigung und Samsungs selbst stark belastete Produktionslinien verstärken sich gegenseitig.
Kurzfristig kann Samsung diesen Engpass monetarisieren. Der entscheidende Test für eine nachhaltige Erholung der Foundry-Sparte wird jedoch sein, ob daraus auch nach dem Ausbau zusätzlicher Kapazitäten wiederkehrende, margenstarke Kundenaufträge entstehen. Erst dann wäre ein dauerhafter Turnaround überzeugend belegt.
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Samsung erhöhte im Juli 2026 die Preise für neue Foundry Aufträge: SF4 Chips für Kunden in China und den USA wurden um 10 bis 15 Prozent teurer.
Samsung erhöhte im Juli 2026 die Preise für neue Foundry Aufträge: SF4 Chips für Kunden in China und den USA wurden um 10 bis 15 Prozent teurer. Für taiwanische SF4 Kunden stiegen die Preise um 5 bis 10 Prozent, für SF5 Wafer um 10 bis 15 Prozent und für ältere 8 Nanometer Wafer um knapp 10 Prozent.
Die Preiserhöhungen spiegeln die knappe Fertigungskapazität für KI Chips, volle führende TSMC Fabriken und die eingeschränkten Beschaffungsmöglichkeiten chinesischer Chipentwickler wider.