Eine Beteiligung von Rio Tinto über 600 Millionen US-Dollar würde den Eigenkapitalteil deutlich voranbringen. McEwen Copper spricht zudem mit weiteren potenziellen Investoren in Nordamerika, Europa und Asien. Auch ein Börsengang, möglicherweise noch im Jahr 2026, wird als Option geprüft. Damit könnte das Unternehmen einen Teil des Eigenkapitals aufnehmen und zugleich die Abhängigkeit von der Bilanz des Mutterkonzerns McEwen Mining verringern.
Rio Tinto besitzt über das Kupfer-Technologieunternehmen Nuton bereits 17,2 Prozent an McEwen Copper. McEwen Mining hält rund 46,3 bis 46,4 Prozent, während Stellantis auf etwa 14,2 Prozent kommt. Der verbleibende Anteil liegt bei weiteren Investoren.
Wie stark sich die Eigentumsverhältnisse durch eine neue Kapitalzufuhr verändern würden, hängt vor allem von der vor der Kapitalaufnahme vereinbarten Bewertung ab. Auf Basis einer zuletzt genannten impliziten Bewertung von etwa 987,5 Millionen US-Dollar würden 600 Millionen US-Dollar neues Eigenkapital ungefähr 38 Prozent des Unternehmens nach der Finanzierung entsprechen. Rios bisherige Beteiligung von 17,2 Prozent würde in diesem Rechenbeispiel auf etwa 10,7 Prozent verwässert. Zusammen mit der neuen Beteiligung ergäbe sich für Rio und Nuton eine Position von rund 48,5 Prozent.
Das ist ausdrücklich eine illustrative Berechnung und keine bekanntgegebene Vertragsbedingung. Bei einer anderen Bewertung oder einer Beteiligung bestehender Aktionäre sähe das Ergebnis entsprechend anders aus. Eine große neue Aktienausgabe würde grundsätzlich alle bisherigen Anteilseigner verwässern, sofern sie nicht ebenfalls investieren.
McEwen Copper hat nach eigenen Angaben eine internationale Finanzinstitution damit beauftragt, ein Darlehenspaket über 2,4 Milliarden US-Dollar zu arrangieren beziehungsweise zu verwalten. Der Name des Instituts wurde zunächst nicht genannt.
Darüber hinaus führt das Unternehmen Gespräche mit mehreren Exportkreditagenturen, darunter der US Export-Import Bank. Exportkreditagenturen können Projekte unterstützen, wenn dabei Ausrüstung oder Dienstleistungen aus ihrem jeweiligen Herkunftsland bezogen werden. Eine solche Beteiligung könnte die politische und finanzielle Absicherung eines großen Argentinien-Projekts verbessern. Sie stellt jedoch noch keine endgültig zugesagte Fremdfinanzierung dar.
Los Azules liegt in der argentinischen Provinz San Juan und zählt zu den zehn größten unerschlossenen Kupferprojekten weltweit. Für das Projekt liegen Umweltgenehmigungen für Bau und Betrieb vor. Außerdem wurde es in Argentiniens RIGI-Regime aufgenommen – ein Investitionsförderprogramm, das langfristige steuerliche, rechtliche und zollrechtliche Stabilität bieten soll.
Die 2025 veröffentlichte Machbarkeitsstudie skizziert ein Basisszenario mit einer Laufzeit von ungefähr 22 Jahren. In den ersten fünf Jahren soll die durchschnittliche Produktion bei etwa 205.000 Tonnen Kupferkathoden pro Jahr liegen. Über die gesamte Projektlaufzeit werden durchschnittlich rund 148.000 Tonnen pro Jahr erwartet. Anders als bei einem klassischen Konzentratprojekt wäre das Ergebnis Kupfer in Form von Kathoden, also ein bereits weiterverarbeitetes Produkt.
Die Studie kalkuliert mit einem Kupferpreis von 4,35 US-Dollar je Pfund. Daraus ergibt sich ein geschätzter Kapitalwert nach Steuern von 2,9 Milliarden US-Dollar bei einem Diskontierungssatz von 8 Prozent. Die ausgewiesenen C1-Barkosten liegen bei etwa 1,71 US-Dollar je Pfund. Diese Werte machen Los Azules zu einer potenziell kostengünstigen zusätzlichen Kupferquelle – sie hängen jedoch von Baukosten, Metallpreisen, Finanzierung und der tatsächlichen Umsetzung ab.
Nuton prüft bei Los Azules außerdem den Einsatz seiner Laugungstechnologie. Nach vorläufigen Szenarien könnte diese die Lebensdauer des Projekts um Jahrzehnte verlängern. Diese zusätzlichen Potenziale sind allerdings noch nicht in gleicher Weise abgesichert wie das Basisszenario und werden nicht vollständig durch Mineralreserven gestützt.
Detaillierte Planung und Bau sollen vorbehaltlich der Finanzierung Anfang 2027 beginnen. Die erste Produktion wäre damit ein Ziel für das Ende des Jahrzehnts und keine kurzfristige Quelle zusätzlichen Kupferangebots.
Für Rio Tinto wäre eine Investition von 600 Millionen US-Dollar mehr als eine reine Finanzanlage. Sie könnte drei Ziele gleichzeitig unterstützen:
Die Berichte über die Gespräche wurden am Markt als positives Signal für die strategische Bedeutung von McEwen Copper aufgenommen. Im Mittelpunkt stand dabei auch der mögliche Wert der Beteiligung von McEwen Mining. Die Reaktion auf solche Meldungen darf jedoch nicht mit dem Abschluss einer Transaktion gleichgesetzt werden: Verhandlungen können sich verzögern, zu einer niedrigeren Bewertung führen oder ganz beendet werden.
Der übergeordnete Hintergrund ist die erwartete Verschärfung des Kupfermarkts. Neue Großminen benötigen hohe Investitionen, lange Genehmigungszeiten und oft viele Jahre bis zum Produktionsstart. Gleichzeitig steigt der Kupferbedarf durch Stromnetze, erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und den Ausbau von Rechenzentren.
Dadurch gewinnen bereits weit fortgeschrittene Projekte wie Los Azules an strategischem Wert – besonders dann, wenn sie über Umweltgenehmigungen, eine belastbare Machbarkeitsstudie und einen realistischen Finanzierungsplan verfügen. Rios mögliches Engagement würde deshalb nicht nur die Eigentümerstruktur von McEwen Copper verändern. Es wäre auch ein Zeichen dafür, wie große Bergbaukonzerne um langfristige Kupferversorgung und aussichtsreiche Projekte konkurrieren.
Eine Beteiligung von Rio Tinto über 600 Millionen US-Dollar würde den Eigenkapitalteil deutlich voranbringen. McEwen Copper spricht zudem mit weiteren potenziellen Investoren in Nordamerika, Europa und Asien. Auch ein Börsengang, möglicherweise noch im Jahr 2026, wird als Option geprüft. Damit könnte das Unternehmen einen Teil des Eigenkapitals aufnehmen und zugleich die Abhängigkeit von der Bilanz des Mutterkonzerns McEwen Mining verringern.
Rio Tinto besitzt über das Kupfer-Technologieunternehmen Nuton bereits 17,2 Prozent an McEwen Copper. McEwen Mining hält rund 46,3 bis 46,4 Prozent, während Stellantis auf etwa 14,2 Prozent kommt. Der verbleibende Anteil liegt bei weiteren Investoren.
Wie stark sich die Eigentumsverhältnisse durch eine neue Kapitalzufuhr verändern würden, hängt vor allem von der vor der Kapitalaufnahme vereinbarten Bewertung ab. Auf Basis einer zuletzt genannten impliziten Bewertung von etwa 987,5 Millionen US-Dollar würden 600 Millionen US-Dollar neues Eigenkapital ungefähr 38 Prozent des Unternehmens nach der Finanzierung entsprechen. Rios bisherige Beteiligung von 17,2 Prozent würde in diesem Rechenbeispiel auf etwa 10,7 Prozent verwässert. Zusammen mit der neuen Beteiligung ergäbe sich für Rio und Nuton eine Position von rund 48,5 Prozent.
Das ist ausdrücklich eine illustrative Berechnung und keine bekanntgegebene Vertragsbedingung. Bei einer anderen Bewertung oder einer Beteiligung bestehender Aktionäre sähe das Ergebnis entsprechend anders aus. Eine große neue Aktienausgabe würde grundsätzlich alle bisherigen Anteilseigner verwässern, sofern sie nicht ebenfalls investieren.
McEwen Copper hat nach eigenen Angaben eine internationale Finanzinstitution damit beauftragt, ein Darlehenspaket über 2,4 Milliarden US-Dollar zu arrangieren beziehungsweise zu verwalten. Der Name des Instituts wurde zunächst nicht genannt.
Darüber hinaus führt das Unternehmen Gespräche mit mehreren Exportkreditagenturen, darunter der US Export-Import Bank. Exportkreditagenturen können Projekte unterstützen, wenn dabei Ausrüstung oder Dienstleistungen aus ihrem jeweiligen Herkunftsland bezogen werden. Eine solche Beteiligung könnte die politische und finanzielle Absicherung eines großen Argentinien-Projekts verbessern. Sie stellt jedoch noch keine endgültig zugesagte Fremdfinanzierung dar.
Los Azules liegt in der argentinischen Provinz San Juan und zählt zu den zehn größten unerschlossenen Kupferprojekten weltweit. Für das Projekt liegen Umweltgenehmigungen für Bau und Betrieb vor. Außerdem wurde es in Argentiniens RIGI-Regime aufgenommen – ein Investitionsförderprogramm, das langfristige steuerliche, rechtliche und zollrechtliche Stabilität bieten soll.
Die 2025 veröffentlichte Machbarkeitsstudie skizziert ein Basisszenario mit einer Laufzeit von ungefähr 22 Jahren. In den ersten fünf Jahren soll die durchschnittliche Produktion bei etwa 205.000 Tonnen Kupferkathoden pro Jahr liegen. Über die gesamte Projektlaufzeit werden durchschnittlich rund 148.000 Tonnen pro Jahr erwartet. Anders als bei einem klassischen Konzentratprojekt wäre das Ergebnis Kupfer in Form von Kathoden, also ein bereits weiterverarbeitetes Produkt.
Die Studie kalkuliert mit einem Kupferpreis von 4,35 US-Dollar je Pfund. Daraus ergibt sich ein geschätzter Kapitalwert nach Steuern von 2,9 Milliarden US-Dollar bei einem Diskontierungssatz von 8 Prozent. Die ausgewiesenen C1-Barkosten liegen bei etwa 1,71 US-Dollar je Pfund. Diese Werte machen Los Azules zu einer potenziell kostengünstigen zusätzlichen Kupferquelle – sie hängen jedoch von Baukosten, Metallpreisen, Finanzierung und der tatsächlichen Umsetzung ab.
Nuton prüft bei Los Azules außerdem den Einsatz seiner Laugungstechnologie. Nach vorläufigen Szenarien könnte diese die Lebensdauer des Projekts um Jahrzehnte verlängern. Diese zusätzlichen Potenziale sind allerdings noch nicht in gleicher Weise abgesichert wie das Basisszenario und werden nicht vollständig durch Mineralreserven gestützt.
Detaillierte Planung und Bau sollen vorbehaltlich der Finanzierung Anfang 2027 beginnen. Die erste Produktion wäre damit ein Ziel für das Ende des Jahrzehnts und keine kurzfristige Quelle zusätzlichen Kupferangebots.
Für Rio Tinto wäre eine Investition von 600 Millionen US-Dollar mehr als eine reine Finanzanlage. Sie könnte drei Ziele gleichzeitig unterstützen:
Die Berichte über die Gespräche wurden am Markt als positives Signal für die strategische Bedeutung von McEwen Copper aufgenommen. Im Mittelpunkt stand dabei auch der mögliche Wert der Beteiligung von McEwen Mining. Die Reaktion auf solche Meldungen darf jedoch nicht mit dem Abschluss einer Transaktion gleichgesetzt werden: Verhandlungen können sich verzögern, zu einer niedrigeren Bewertung führen oder ganz beendet werden.
Der übergeordnete Hintergrund ist die erwartete Verschärfung des Kupfermarkts. Neue Großminen benötigen hohe Investitionen, lange Genehmigungszeiten und oft viele Jahre bis zum Produktionsstart. Gleichzeitig steigt der Kupferbedarf durch Stromnetze, erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und den Ausbau von Rechenzentren.
Dadurch gewinnen bereits weit fortgeschrittene Projekte wie Los Azules an strategischem Wert – besonders dann, wenn sie über Umweltgenehmigungen, eine belastbare Machbarkeitsstudie und einen realistischen Finanzierungsplan verfügen. Rios mögliches Engagement würde deshalb nicht nur die Eigentümerstruktur von McEwen Copper verändern. Es wäre auch ein Zeichen dafür, wie große Bergbaukonzerne um langfristige Kupferversorgung und aussichtsreiche Projekte konkurrieren.