Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Für den globalen Energiemarkt ist sie deshalb ein entscheidendes Nadelöhr. Schon einzelne Kursänderungen können in einer angespannten Lage als Hinweis darauf gewertet werden, dass Reeder Sicherheits- und Versicherungsrisiken höher gewichten als die Kosten einer Verzögerung.
Vor dem Krieg wurden durch Hormus im Durchschnitt rund 18 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte pro Tag transportiert. Nach Kpler-basierten Daten sank der Wert im Juli auf 4,8 Millionen Barrel täglich und lag im August bislang bei ungefähr 2 Millionen Barrel pro Tag.
Auch die Zahl der einzelnen Schiffsbewegungen ist deutlich niedriger als üblich. Nach Tankerangriffen passierten an einem Samstag nur fünf Frachtschiffe die Meerenge; für den folgenden Sonntag wurde kein entsprechender Transit registriert. Im Vergleichszeitraum des Vorwochenendes waren es 31 Schiffe. An einem späteren Donnerstag wurden neun Schiffe gezählt – mehr als am Vortag, aber weiterhin weniger als der August-Tagesdurchschnitt von zwölf.
Das spricht gegen eine vollständig und dauerhaft abgeriegelte Wasserstraße, zugleich aber für einen stark eingeschränkten und möglicherweise selektiven Verkehr. Öffentliche Tracking-Daten können nicht jede Bewegung erfassen und klären auch nicht abschließend, welche Seite sichere Durchfahrten kontrolliert.
Für Reeder bedeutet die Unsicherheit nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein Kostenrisiko. Tanker müssen mit War-Risk-Versicherungen, längeren Wartezeiten, Umleitungen, höheren Frachtraten und möglichen Liegegebühren rechnen.
Eine von Reuters berechnete alternative Route hätte die Treibstoffkosten für eine relevante Fahrt von etwa 1,26 Millionen auf rund 2,87 Millionen Dollar erhöht. Hinzu kämen ungefähr 1 Million Dollar für die Durchfahrt durch den Suezkanal. Die Frachtraten für sehr große Rohöltanker auf der Route vom Nahen Osten nach China stiegen laut LSEG-Daten zudem von etwa 300.000 Dollar pro Tag Anfang Juli auf 490.000 Dollar.
Diese Mehrkosten können letztlich auf Raffinerien, Händler und Verbraucher durchschlagen – auch wenn der konkrete Effekt auf Benzin- oder Heizölpreise von vielen weiteren Faktoren abhängt.
Teheran hat bislang nicht einfach eine dauerhafte Schließung der Meerenge durchgesetzt. Stattdessen geht es offenbar um Abschreckung, selektive Drohungen und Bedingungen für die Durchfahrt. Ein vom iranischen Parlament gebilligter Plan sieht unter anderem vor, US-amerikanischen, israelischen und anderen als feindlich eingestuften Schiffen die Passage zu verweigern.
Zudem soll Iran Gebühren von 5 bis 7 Prozent des Frachtwerts von Schiffen verlangen, die Hormus nutzen. Oman spricht demnach über eine niedrigere Abgabe von etwa 3 Prozent, während Washington Gebühren grundsätzlich ablehnt.
Eine mögliche iranisch-omanische Vereinbarung könnte eine teilweise Öffnung ermöglichen. Nach den bislang berichteten Vorschlägen würde Iran jedoch die einlaufenden Schiffe kontrollieren. Das wäre ein erheblicher Machtzuwachs für Teheran über eine internationale Hauptverkehrsroute und zugleich ein Modell, das wegen US-Sanktionen und restriktiver Versicherungsbedingungen schwer umzusetzen wäre.
Eine Rückkehr zum normalen Verkehr wirkt derzeit nicht unmittelbar bevorstehend. Die U-Turns der Sea V und Hestia erfolgten vor dem Hintergrund stockender Gespräche zwischen den USA und Iran sowie vorangegangener Angriffe auf Tanker. Die erneute wirtschaftliche Druckkampagne der Trump-Regierung gegen Teheran hat den Streit über den Zugang zur Meerenge eher verschärft, statt ein von allen Seiten akzeptiertes Sicherheitsregime zu schaffen.
Die wichtigste Aussage der beiden Manöver lautet daher: In Hormus entscheidet derzeit nicht allein die geografisch kürzeste Route über eine Fahrt. Reeder müssen ebenso die politische Lage, mögliche Anweisungen, Angriffsrisiken und die Frage einkalkulieren, ob ein Schiff die Passage überhaupt sicher und versicherbar abschließen kann.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Für den globalen Energiemarkt ist sie deshalb ein entscheidendes Nadelöhr. Schon einzelne Kursänderungen können in einer angespannten Lage als Hinweis darauf gewertet werden, dass Reeder Sicherheits- und Versicherungsrisiken höher gewichten als die Kosten einer Verzögerung.
Vor dem Krieg wurden durch Hormus im Durchschnitt rund 18 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte pro Tag transportiert. Nach Kpler-basierten Daten sank der Wert im Juli auf 4,8 Millionen Barrel täglich und lag im August bislang bei ungefähr 2 Millionen Barrel pro Tag.
Auch die Zahl der einzelnen Schiffsbewegungen ist deutlich niedriger als üblich. Nach Tankerangriffen passierten an einem Samstag nur fünf Frachtschiffe die Meerenge; für den folgenden Sonntag wurde kein entsprechender Transit registriert. Im Vergleichszeitraum des Vorwochenendes waren es 31 Schiffe. An einem späteren Donnerstag wurden neun Schiffe gezählt – mehr als am Vortag, aber weiterhin weniger als der August-Tagesdurchschnitt von zwölf.
Das spricht gegen eine vollständig und dauerhaft abgeriegelte Wasserstraße, zugleich aber für einen stark eingeschränkten und möglicherweise selektiven Verkehr. Öffentliche Tracking-Daten können nicht jede Bewegung erfassen und klären auch nicht abschließend, welche Seite sichere Durchfahrten kontrolliert.
Für Reeder bedeutet die Unsicherheit nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein Kostenrisiko. Tanker müssen mit War-Risk-Versicherungen, längeren Wartezeiten, Umleitungen, höheren Frachtraten und möglichen Liegegebühren rechnen.
Eine von Reuters berechnete alternative Route hätte die Treibstoffkosten für eine relevante Fahrt von etwa 1,26 Millionen auf rund 2,87 Millionen Dollar erhöht. Hinzu kämen ungefähr 1 Million Dollar für die Durchfahrt durch den Suezkanal. Die Frachtraten für sehr große Rohöltanker auf der Route vom Nahen Osten nach China stiegen laut LSEG-Daten zudem von etwa 300.000 Dollar pro Tag Anfang Juli auf 490.000 Dollar.
Diese Mehrkosten können letztlich auf Raffinerien, Händler und Verbraucher durchschlagen – auch wenn der konkrete Effekt auf Benzin- oder Heizölpreise von vielen weiteren Faktoren abhängt.
Teheran hat bislang nicht einfach eine dauerhafte Schließung der Meerenge durchgesetzt. Stattdessen geht es offenbar um Abschreckung, selektive Drohungen und Bedingungen für die Durchfahrt. Ein vom iranischen Parlament gebilligter Plan sieht unter anderem vor, US-amerikanischen, israelischen und anderen als feindlich eingestuften Schiffen die Passage zu verweigern.
Zudem soll Iran Gebühren von 5 bis 7 Prozent des Frachtwerts von Schiffen verlangen, die Hormus nutzen. Oman spricht demnach über eine niedrigere Abgabe von etwa 3 Prozent, während Washington Gebühren grundsätzlich ablehnt.
Eine mögliche iranisch-omanische Vereinbarung könnte eine teilweise Öffnung ermöglichen. Nach den bislang berichteten Vorschlägen würde Iran jedoch die einlaufenden Schiffe kontrollieren. Das wäre ein erheblicher Machtzuwachs für Teheran über eine internationale Hauptverkehrsroute und zugleich ein Modell, das wegen US-Sanktionen und restriktiver Versicherungsbedingungen schwer umzusetzen wäre.
Eine Rückkehr zum normalen Verkehr wirkt derzeit nicht unmittelbar bevorstehend. Die U-Turns der Sea V und Hestia erfolgten vor dem Hintergrund stockender Gespräche zwischen den USA und Iran sowie vorangegangener Angriffe auf Tanker. Die erneute wirtschaftliche Druckkampagne der Trump-Regierung gegen Teheran hat den Streit über den Zugang zur Meerenge eher verschärft, statt ein von allen Seiten akzeptiertes Sicherheitsregime zu schaffen.
Die wichtigste Aussage der beiden Manöver lautet daher: In Hormus entscheidet derzeit nicht allein die geografisch kürzeste Route über eine Fahrt. Reeder müssen ebenso die politische Lage, mögliche Anweisungen, Angriffsrisiken und die Frage einkalkulieren, ob ein Schiff die Passage überhaupt sicher und versicherbar abschließen kann.