Auch die bestehenden Investoren Vitruvian Partners und 83North beteiligten sich an den Finanzierungsrunden.
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die angemeldete Transaktion den wirksamen Wettbewerb im Binnenmarkt nicht erheblich beeinträchtigen werde. Als Grund nannte sie die begrenzte Marktposition, die sich aus dem Zusammenschluss ergibt.
Der Fall wurde im vereinfachten Fusionskontrollverfahren geprüft. Dieses Verfahren kommt bei Transaktionen zum Einsatz, bei denen nach erster Einschätzung keine erheblichen Wettbewerbsprobleme zu erwarten sind.
Die Entscheidung ist daher eine regulatorische Genehmigung des Kontrollwechsels – kein Urteil darüber, dass Ebury keine Wettbewerber hat oder der gesamte Zahlungsmarkt wenig konzentriert ist. Brüssel stellte lediglich bei dieser konkreten Kombination der beteiligten Unternehmen und Geschäftsfelder kein Wettbewerbsproblem fest.
Die Transaktion baut auf Santanders früherem Engagement bei Ebury auf. Der Bankkonzern kündigte seine ursprüngliche Investition 2019 an und schloss im April 2020 den Erwerb einer kontrollierenden Beteiligung von 50,1 Prozent für 350 Millionen Pfund ab, wie aus Branchenberichten hervorgeht.
Durch die neue Finanzierungsrunde behält Santander seine Mehrheitsposition, während Centerbridge in den Kreis der kontrollierenden Anteilseigner aufrückt. Santander erklärte, das zusätzliche Kapital solle Eburys Wachstum und internationale Expansion unterstützen.
Ebury richtet sich vor allem an Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind. Die Plattform bündelt mehrere Finanzprozesse, die Firmen sonst häufig über unterschiedliche Anbieter abwickeln:
Für Ebury beseitigt die Entscheidung das EU-fusionskontrollrechtliche Hindernis für die geplante gemeinsame Kontrolle. Santander behält die Mehrheit, während Centerbridge neben der Bank eine formelle Rolle bei der strategischen Führung erhält.
Die unmittelbare Bedeutung liegt damit vor allem in der neuen Governance-Struktur und der zusätzlichen finanziellen Unterstützung – nicht in einer grundlegenden Änderung des Geschäftsmodells. Ebury bleibt eine auf Unternehmen ausgerichtete Plattform für internationale Zahlungen, Devisengeschäfte, Liquiditätsmanagement und handelsbezogene Finanzdienstleistungen. Das neue Kapital soll weiteres Wachstum ermöglichen.
Aus der EU-Entscheidung lässt sich zugleich nicht mehr ableiten: Brüssel genehmigte diese Transaktion wegen der begrenzten Marktposition der beteiligten Unternehmen. Die Entscheidung ist keine pauschale Freigabe für jede künftige Expansion oder weitere Kombination der Unternehmen. Strategische Schritte müssten weiterhin nach den jeweils geltenden regulatorischen Regeln geprüft werden.