Der Hafen von Mokha – auch al-Makha genannt – ist zum sichtbarsten Symbol der Eskalation an Jemens Westküste geworden. Nach Angaben des Hafendirektors wurde der Hafen innerhalb mehrerer Tage von mehr als 25 Raketen getroffen. Sieben Menschen seien getötet worden; der wirtschaftliche Schaden werde auf rund 16 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Beschuss beschädigte die Infrastruktur und zwang den Hafen, den kommerziellen und maritimen Betrieb einzustellen.
Bei der Zahl der Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Bericht nannte 35 Verletzte, ein anderer 30 bei dem jüngsten Angriff. Die verfügbare Berichterstattung stützt daher eine Spanne von 30 bis 35 Verletzten, nicht eine eindeutig bestätigte Gesamtzahl.
Die Huthi erklärten, ihr Ziel seien saudische Truppen, Waffenlager und militärische Ausrüstung in der Umgebung von Mokha gewesen. Regierungsvertreter widersprachen und erklärten, die Angriffe hätten zivile und wirtschaftliche Einrichtungen getroffen, darunter den Hafen. Da es sich um konkurrierende Darstellungen von Kriegsparteien handelt, lassen sich das eigentliche Ziel und das vollständige Ausmaß der Schäden anhand der verfügbaren Berichte nicht unabhängig feststellen.
Mokha liegt nahe der Meerenge Bab al-Mandab, dem südlichen Zugang zum Roten Meer und einer wichtigen Route für den internationalen Schiffsverkehr. Die Hafenschließung betrifft deshalb nicht nur Jemens Handel und Versorgung. Sie weckt auch Sorgen, dass Angriffe an Land einen größeren maritimen Korridor beeinträchtigen könnten.
Der UN-Sondergesandte für Jemen, Hans Grundberg, erklärte vor dem Sicherheitsrat, das Land sei so stark von einer Rückkehr zu groß angelegten Kämpfen bedroht wie seit der UN-vermittelten Waffenruhe von 2022 nicht mehr. Die militärische Aktivität habe an zuvor eingefrorenen Fronten zugenommen; zugleich gebe es militärische und zivile Opfer.
Grundberg warnte außerdem, eine Wiederaufnahme der Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden könne Jemen noch tiefer in den regionalen Konflikt hineinziehen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Zahl der Angriffe: Die Eskalation findet gleichzeitig an innerjemenitischen Fronten, gegen Hafeninfrastruktur und auf internationalen Seewegen statt.
Die Waffenruhe von 2022 hatte die schweren landesweiten Kämpfe weitgehend eingedämmt, den politischen Konflikt aber nicht gelöst. Die aktuelle Gewalt droht deshalb eine fragile Phase relativer Ruhe zu beenden, ohne dass eine dauerhafte politische Vereinbarung existiert.
Am 20. Juli kündigten die Huthi eine maritime Sperre beziehungsweise einen „Seekorridor-Bann“ für saudische Schiffe an. Ihr Militärsprecher bezeichnete die Maßnahme als Vergeltung für eine von den Huthi behauptete saudische Blockade von Häfen und Flughäfen in den von ihnen kontrollierten Gebieten. Von saudischer Seite beziehungsweise den von Saudi-Arabien geführten Koalitionsbehörden hieß es, man werde entschlossen reagieren.
Später behaupteten die Huthi, mit ballistischen Raketen den saudischen Öltanker NCC GHAZAL angegriffen zu haben, weil dieser gegen das von ihnen verkündete Verbot verstoßen habe. Nach Darstellung der Gruppe musste das Schiff umkehren. Berichte zur maritimen Sicherheit bestätigten zwar einen Vorfall mit einem Tanker, konnten jedoch nicht alle Angaben der Huthi unabhängig bestätigen.
Die mögliche Gefahr für Bab al-Mandab reicht über Jemen und Saudi-Arabien hinaus. Reuters berichtete, eine vollständige Sperrung der Meerenge könnte rund 7 Prozent des weltweiten Ölangebots beeinträchtigen. Diese Zahl beschreibt ein mögliches Ausmaß der Unterbrechung, keinen derzeit bestätigten Ausfall.
Rashad al-Alimi, Vorsitzender des jemenitischen Präsidialrats, erklärte, weitere Huthi-Aktionen würden nicht unbeantwortet bleiben. Die Huthi dürften künftig nicht mehr allein darüber entscheiden, wann Jemen Krieg führe oder Frieden schließe.
Al-Alimi lehnte außerdem eine weitere vorübergehende Waffenruhe oder ein einfaches Feuerpause-Abkommen ab. Stattdessen forderte er einen dauerhaften Frieden auf Grundlage eines Staates, der das Gewalt- und Waffenmonopol besitzt. Die Huthi sollten ihre Waffen niederlegen, am politischen Prozess teilnehmen und als politische Kraft bei Wahlen antreten können.
Damit wird eine schnelle Rückkehr zum Modell der früheren Waffenruhe unwahrscheinlicher. Zugleich tritt der Kern des politischen Konflikts deutlicher hervor: Kann eine eigenständige bewaffnete Huthi-Bewegung Teil der künftigen Sicherheitsordnung Jemens sein – oder müssen alle Waffen letztlich unter staatliche Kontrolle gelangen?
Die erneuten Kämpfe treffen ein Land, in dem der humanitäre Druck bereits enorm ist. Nach Angaben der UN leidet mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter akuter Ernährungsunsicherheit; Millionen Menschen sind von einer akuten oder sogar extremen Versorgungslage betroffen.
Gleichzeitig fehlt es an Geld für die Hilfe. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher erklärte, der humanitäre Hilfsappell sei kaum zu 20 Prozent finanziert. Die Folgen seien gekürzte Lebensmittelrationen, geschlossene Kliniken und wegfallende Schutzangebote.
Die verfügbaren Daten belegen ein wachsendes Risiko von Hunger, Vertreibung und eingeschränktem Zugang zu Hilfe – besonders dann, wenn Angriffe Häfen und Gemeinden an den Frontlinien weiter beeinträchtigen. Sie belegen jedoch nicht, dass landesweit bereits eine Hungersnot ausgerufen wurde. Die unmittelbare Gefahr besteht darin, dass die Kämpfe besonders verletzliche Menschen von einer Krisenlage in eine noch schwerere Ernährungsunsicherheit drängen.
Parallel zu den Kämpfen wurde vor der iranischen Insel Qeschm in der Straße von Hormus eine Ölverschmutzung beseitigt. Der Vorfall ereignete sich nicht in Jemen. Er zeigt jedoch, dass der größere, mit Iran verbundene Regionalkonflikt neben militärischen und humanitären Schäden auch Umweltfolgen verursacht.
Die zentrale militärische Zahl lautet 181 Operationen in 24 Stunden. Verkündet wurde sie von Oberst Majid al-Nazili, dem Sprecher des jemenitischen Verteidigungsministeriums. Die Regierung erklärte, Drohnen, Artillerie und Raketenwerfer gegen Huthi-Stellungen, Waffenlager, Fahrzeuge und weitere militärische Einrichtungen eingesetzt zu haben. Angaben zu Opfern und Zerstörungen bleiben jedoch Behauptungen einer Konfliktpartei.
Gefährlich ist die Eskalation vor allem wegen ihrer Reichweite: In Marib wurden zivile Gebiete getroffen, Mokha stellte nach mehr als 25 Raketenangriffen den Hafenbetrieb ein, und die Huthi haben ihre Konfrontation auf saudische Schiffe ausgeweitet. Angesichts der UN-Warnung, Jemen sei näher an einem erneuten groß angelegten Krieg als zu jedem Zeitpunkt seit der Waffenruhe von 2022, drohen sowohl eine Verschärfung der humanitären Krise als auch neue Instabilität rund um das Rote Meer.
Der Hafen von Mokha – auch al-Makha genannt – ist zum sichtbarsten Symbol der Eskalation an Jemens Westküste geworden. Nach Angaben des Hafendirektors wurde der Hafen innerhalb mehrerer Tage von mehr als 25 Raketen getroffen. Sieben Menschen seien getötet worden; der wirtschaftliche Schaden werde auf rund 16 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Beschuss beschädigte die Infrastruktur und zwang den Hafen, den kommerziellen und maritimen Betrieb einzustellen.
Bei der Zahl der Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Bericht nannte 35 Verletzte, ein anderer 30 bei dem jüngsten Angriff. Die verfügbare Berichterstattung stützt daher eine Spanne von 30 bis 35 Verletzten, nicht eine eindeutig bestätigte Gesamtzahl.
Die Huthi erklärten, ihr Ziel seien saudische Truppen, Waffenlager und militärische Ausrüstung in der Umgebung von Mokha gewesen. Regierungsvertreter widersprachen und erklärten, die Angriffe hätten zivile und wirtschaftliche Einrichtungen getroffen, darunter den Hafen. Da es sich um konkurrierende Darstellungen von Kriegsparteien handelt, lassen sich das eigentliche Ziel und das vollständige Ausmaß der Schäden anhand der verfügbaren Berichte nicht unabhängig feststellen.
Mokha liegt nahe der Meerenge Bab al-Mandab, dem südlichen Zugang zum Roten Meer und einer wichtigen Route für den internationalen Schiffsverkehr. Die Hafenschließung betrifft deshalb nicht nur Jemens Handel und Versorgung. Sie weckt auch Sorgen, dass Angriffe an Land einen größeren maritimen Korridor beeinträchtigen könnten.
Der UN-Sondergesandte für Jemen, Hans Grundberg, erklärte vor dem Sicherheitsrat, das Land sei so stark von einer Rückkehr zu groß angelegten Kämpfen bedroht wie seit der UN-vermittelten Waffenruhe von 2022 nicht mehr. Die militärische Aktivität habe an zuvor eingefrorenen Fronten zugenommen; zugleich gebe es militärische und zivile Opfer.
Grundberg warnte außerdem, eine Wiederaufnahme der Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden könne Jemen noch tiefer in den regionalen Konflikt hineinziehen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Zahl der Angriffe: Die Eskalation findet gleichzeitig an innerjemenitischen Fronten, gegen Hafeninfrastruktur und auf internationalen Seewegen statt.
Die Waffenruhe von 2022 hatte die schweren landesweiten Kämpfe weitgehend eingedämmt, den politischen Konflikt aber nicht gelöst. Die aktuelle Gewalt droht deshalb eine fragile Phase relativer Ruhe zu beenden, ohne dass eine dauerhafte politische Vereinbarung existiert.
Am 20. Juli kündigten die Huthi eine maritime Sperre beziehungsweise einen „Seekorridor-Bann“ für saudische Schiffe an. Ihr Militärsprecher bezeichnete die Maßnahme als Vergeltung für eine von den Huthi behauptete saudische Blockade von Häfen und Flughäfen in den von ihnen kontrollierten Gebieten. Von saudischer Seite beziehungsweise den von Saudi-Arabien geführten Koalitionsbehörden hieß es, man werde entschlossen reagieren.
Später behaupteten die Huthi, mit ballistischen Raketen den saudischen Öltanker NCC GHAZAL angegriffen zu haben, weil dieser gegen das von ihnen verkündete Verbot verstoßen habe. Nach Darstellung der Gruppe musste das Schiff umkehren. Berichte zur maritimen Sicherheit bestätigten zwar einen Vorfall mit einem Tanker, konnten jedoch nicht alle Angaben der Huthi unabhängig bestätigen.
Die mögliche Gefahr für Bab al-Mandab reicht über Jemen und Saudi-Arabien hinaus. Reuters berichtete, eine vollständige Sperrung der Meerenge könnte rund 7 Prozent des weltweiten Ölangebots beeinträchtigen. Diese Zahl beschreibt ein mögliches Ausmaß der Unterbrechung, keinen derzeit bestätigten Ausfall.
Rashad al-Alimi, Vorsitzender des jemenitischen Präsidialrats, erklärte, weitere Huthi-Aktionen würden nicht unbeantwortet bleiben. Die Huthi dürften künftig nicht mehr allein darüber entscheiden, wann Jemen Krieg führe oder Frieden schließe.
Al-Alimi lehnte außerdem eine weitere vorübergehende Waffenruhe oder ein einfaches Feuerpause-Abkommen ab. Stattdessen forderte er einen dauerhaften Frieden auf Grundlage eines Staates, der das Gewalt- und Waffenmonopol besitzt. Die Huthi sollten ihre Waffen niederlegen, am politischen Prozess teilnehmen und als politische Kraft bei Wahlen antreten können.
Damit wird eine schnelle Rückkehr zum Modell der früheren Waffenruhe unwahrscheinlicher. Zugleich tritt der Kern des politischen Konflikts deutlicher hervor: Kann eine eigenständige bewaffnete Huthi-Bewegung Teil der künftigen Sicherheitsordnung Jemens sein – oder müssen alle Waffen letztlich unter staatliche Kontrolle gelangen?
Die erneuten Kämpfe treffen ein Land, in dem der humanitäre Druck bereits enorm ist. Nach Angaben der UN leidet mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter akuter Ernährungsunsicherheit; Millionen Menschen sind von einer akuten oder sogar extremen Versorgungslage betroffen.
Gleichzeitig fehlt es an Geld für die Hilfe. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher erklärte, der humanitäre Hilfsappell sei kaum zu 20 Prozent finanziert. Die Folgen seien gekürzte Lebensmittelrationen, geschlossene Kliniken und wegfallende Schutzangebote.
Die verfügbaren Daten belegen ein wachsendes Risiko von Hunger, Vertreibung und eingeschränktem Zugang zu Hilfe – besonders dann, wenn Angriffe Häfen und Gemeinden an den Frontlinien weiter beeinträchtigen. Sie belegen jedoch nicht, dass landesweit bereits eine Hungersnot ausgerufen wurde. Die unmittelbare Gefahr besteht darin, dass die Kämpfe besonders verletzliche Menschen von einer Krisenlage in eine noch schwerere Ernährungsunsicherheit drängen.
Parallel zu den Kämpfen wurde vor der iranischen Insel Qeschm in der Straße von Hormus eine Ölverschmutzung beseitigt. Der Vorfall ereignete sich nicht in Jemen. Er zeigt jedoch, dass der größere, mit Iran verbundene Regionalkonflikt neben militärischen und humanitären Schäden auch Umweltfolgen verursacht.
Die zentrale militärische Zahl lautet 181 Operationen in 24 Stunden. Verkündet wurde sie von Oberst Majid al-Nazili, dem Sprecher des jemenitischen Verteidigungsministeriums. Die Regierung erklärte, Drohnen, Artillerie und Raketenwerfer gegen Huthi-Stellungen, Waffenlager, Fahrzeuge und weitere militärische Einrichtungen eingesetzt zu haben. Angaben zu Opfern und Zerstörungen bleiben jedoch Behauptungen einer Konfliktpartei.
Gefährlich ist die Eskalation vor allem wegen ihrer Reichweite: In Marib wurden zivile Gebiete getroffen, Mokha stellte nach mehr als 25 Raketenangriffen den Hafenbetrieb ein, und die Huthi haben ihre Konfrontation auf saudische Schiffe ausgeweitet. Angesichts der UN-Warnung, Jemen sei näher an einem erneuten groß angelegten Krieg als zu jedem Zeitpunkt seit der Waffenruhe von 2022, drohen sowohl eine Verschärfung der humanitären Krise als auch neue Instabilität rund um das Rote Meer.