Das Wall Street Journal warnt, dass der Wandel vom Kreditgeber zum Käufer letzter Instanz einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus Notfallhilfen, höherer Verschuldung und neuen Krisen geschaffen hat [20]. Das Treasury Cash Futures Basisgeschäft der Hedgefonds erreichte im September 2025 rund 830 Milliarden Doll...
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What concerns does The Wall Street Journal raise about central bank emergency facilities potentially fueling excessive leverage, and how do. Article summary: The WSJ's central warning is that by becoming market makers of last resort, central banks have created a self-reinforcing cycle: the safety net encourages hedge funds to pile into enormous, levered basis trades; those tr. Topic tags: general, government, education, news, general web. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, ch
Die klassische Aufgabe einer Zentralbank besteht darin, in einer akuten Krise als Kreditgeber letzter Instanz einzuspringen. Seit der Finanzkrise 2008 und erneut während der Pandemie 2020 greifen Notenbanken jedoch zunehmend weiter: Sie treten auch als Käufer beziehungsweise Market Maker letzter Instanz auf und sorgen dafür, dass Märkte für Unternehmens- und Staatsanleihen weiter funktionieren .
Genau darin sieht eine Analyse des Wall Street Journal ein langfristiges Problem. Notfallfazilitäten können die Finanzierung des Staates indirekt verbilligen, den Aufbau von Fremdkapital fördern und sogar die Umsetzung der Geldpolitik erschweren . In den Zentralbanken wächst deshalb die Sorge vor einem „Rinse-and-repeat“-Kreislauf: Jede Rettungsmaßnahme verhindert zwar den unmittelbaren Zusammenbruch, legt aber zugleich den Grundstein für die nächste Krise
.
Besonders deutlich zeigt sich das beim sogenannten Cash-Futures-Basisgeschäft mit US-Staatsanleihen, den Treasury Bonds. Hedgefonds kaufen dabei die Anleihe am Kassamarkt und verkaufen gleichzeitig einen passenden Terminkontrakt. Sie setzen darauf, dass sich eine kleine Preisdifferenz zwischen beiden Märkten schließt.
Im September 2025 hatte dieses Geschäft ein Volumen von ungefähr 830 Milliarden Dollar erreicht. Das war rund doppelt so viel wie der vorherige Höchststand Anfang 2020 und entsprach 35 Prozent der gesamten Long-Positionen von Hedgefonds in US-Staatsanleihen . Die gesamten Long-Positionen großer Hedgefonds in Treasuries beliefen sich Ende 2025 auf etwa 2,4 Billionen Dollar
.
Das Problem liegt weniger in der Arbitragestrategie selbst als in ihrer Finanzierung. Die gekauften Anleihen werden nahezu vollständig über Kredite am Repo-Markt finanziert. Dabei dienen die Wertpapiere als Sicherheiten. Diese hohe Fremdfinanzierung macht die Positionen anfällig für steigende Sicherheitsanforderungen, Kursverluste und eine plötzlich versiegende Finanzierung .
Die Federal Reserve stellte in ihrem Finanzstabilitätsbericht vom Mai 2026 fest, dass die Verschuldung der Hedgefonds auf Rekordniveau verharrte . Sollte es zu einem erzwungenen Abbau großer Positionen kommen, könnte das den rund 29 Billionen Dollar schweren Treasury-Markt destabilisieren
.
In diesem Zusammenhang wird das Konzept des Moral Hazard – des Fehlanreizes durch ein Sicherheitsnetz – zentral. Wenn Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die Notenbank im Ernstfall einspringt, kalkulieren sie ein geringeres Verlustrisiko ein. Das kann sie dazu bewegen, noch größere und stärker fremdfinanzierte Positionen aufzubauen.
Eine Studie von Anil Kashyap, Jeremy Stein, Jonathan Wallen und Samuel Younger schlug im März 2025 vor, die Federal Reserve könne für extreme Stressphasen eine spezielle Fazilität einrichten. Diese würde Positionen übernehmen, die Hedgefonds unter Druck verkaufen müssen – im Kern also Staatsanleihen kaufen und die entsprechenden Futures-Positionen absichern .
Der Vorteil eines solchen Instruments wäre eine gezielte Stabilisierung, statt den gesamten Markt mit großflächigen Käufen zu stützen. Der Nachteil ist der offensichtliche Fehlanreiz. Ein Risikoanalyst fasste ihn so zusammen: „Moral hazard is a natural concern for a policy which removes the main risk that hedge funds face when taking leveraged positions in cash-futures basis“ .
Auch der Congressional Research Service fordert, staatliche Backstops stets unter Berücksichtigung möglicher Moral-Hazard-Risiken zu bewerten . Eine Untersuchung der US-Einlagensicherung FDIC bestätigt zudem die „moral hazard consequences of emergency lending“ – also die Fehlanreizeffekte von Notkrediten in Krisen .
Der Kreislauf wäre damit selbstverstärkend:
Deshalb richten sich die Überlegungen zunehmend auf Maßnahmen, die nicht den gesamten Markt absichern:
Keine dieser Lösungen beseitigt den Zielkonflikt vollständig. Die Behörden müssen einerseits verhindern, dass ein plötzlicher Ausverkauf einen zentralen Finanzmarkt aus dem Gleichgewicht bringt. Andererseits darf die Aussicht auf Hilfe nicht dazu führen, dass private Akteure Risiken eingehen, deren Folgen am Ende die Allgemeinheit tragen muss.
Die Warnung des Wall Street Journal richtet sich nicht grundsätzlich gegen Notfallkredite. Entscheidend ist vielmehr der Rollenwechsel: Vom Kreditgeber letzter Instanz ist die Zentralbank zum Market Maker letzter Instanz geworden. Das Sicherheitsnetz reicht damit bis in die am stärksten fremdfinanzierten Bereiche des Finanzsystems.
Je breiter dieses Netz gespannt wird, desto größer kann der Anreiz für neue Risiken werden. Eine nachhaltigere Lösung müsste daher gezielt genug sein, um Marktstörungen einzudämmen – aber begrenzt genug, damit die nächste Rettung nicht zugleich die nächste Krise wahrscheinlicher macht.
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Das Wall Street Journal warnt, dass der Wandel vom Kreditgeber zum Käufer letzter Instanz einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus Notfallhilfen, höherer Verschuldung und neuen Krisen geschaffen hat [20].
Das Wall Street Journal warnt, dass der Wandel vom Kreditgeber zum Käufer letzter Instanz einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus Notfallhilfen, höherer Verschuldung und neuen Krisen geschaffen hat [20]. Das Treasury Cash Futures Basisgeschäft der Hedgefonds erreichte im September 2025 rund 830 Milliarden Dollar – etwa doppelt so viel wie beim bisherigen Höchststand Anfang 2020 und 35 Prozent ihrer gesamten Long Posit...
Als Alternativen werden unter anderem eine eng begrenzte Fed Fazilität, höhere Sicherheiten bei Repo Krediten, ein zentrales Clearing und gezielte Anleihekäufe des US Finanzministeriums diskutiert [2][3].