Südkorea
Chinesische Elektroautos haben im ersten Halbjahr 2026 einen Marktanteil von 35–40 % am südkoreanischen E-Auto-Markt erobert. Aggressive Flottengeschäfte und ein rasant wachsender Einzelhandel treiben das Wachstum – doch eine überraschende Kürzung der Subventionen im Juli 2026 und die steigende Abhängigkeit von Autoteilen aus China schaffen neue strukturelle Risiken.
Flottengeschäfte und Einzelhandelsexpansion
- Flottenstrategie: Der größte Carsharing-Anbieter Südkoreas will seine Flotte mit chinesischen E-Autos bis Ende 2026 von rund 200 auf etwa 1.100 Fahrzeuge ausbauen – ein Playbook, das chinesische Marken bereits in anderen Märkten erfolgreich eingesetzt haben
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- Einzelhandel: Marken wie BYD (Markteintritt Januar 2025) und Zeekr bauen Händlernetze auf und treten direkt gegen Hyundai-Kia an – mit günstigeren Preisen und moderner Technik. BYD wurde schnell zur viertgrößten importierten Automarke Südkoreas
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- Der Tesla-Faktor: Von den 69.513 in China gefertigten E-Autos, die im ersten Halbjahr 2026 in Südkorea zugelassen wurden, stammten 51.853 Einheiten vom Tesla Model Y aus dem Werk in Shanghai. Doch auch die rein chinesischen Marken (ohne Tesla) gewannen deutlich an Boden
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Erreichte Marktanteile
- Erstes Halbjahr 2026: 69.513 in China gefertigte E-Autos wurden neu zugelassen – ein Anstieg um 178,7 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Anteil an allen neuen E-Auto-Zulassungen stieg auf 35 % (von 26,8 % im ersten Halbjahr 2025)
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- Ein anderer Bericht, der eine leicht abweichende Methodik verwendet, kommt auf einen Anteil von über 40 %
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- Gesamtjahr 2025: 74.728 in China gefertigte E-Autos verkauft – ein Marktanteil von 33,9 %
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- Krone der Importwagen: In China gefertigte Fahrzeuge (Verbrenner + E-Autos) eroberten im ersten Halbjahr 2026 einen Anteil von 41,2 % am gesamten südkoreanischen Importmarkt und übertrafen damit erstmals Deutschland
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- Zum Vergleich: 2022 lag der Anteil noch bei gerade einmal 4,7 %
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Strukturelle Risiken der Abhängigkeit von China-Importen
- Subventions-Aus: Im Juli 2026 verschärfte Südkorea die Regeln für E-Auto-Subventionen und schloss neue Modelle von BYD und Zeekr vorübergehend von den Kaufprämien aus – eine direkte politische Reaktion auf den Ansturm
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- Abhängigkeit bei Autoteilen: Die Importe von Autoteilen aus China erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordwert von 1,439 Milliarden US-Dollar. Diese wachsende Abhängigkeit belastet einheimische Zulieferer
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- Strategischer Einfluss: Chinesische Autohersteller bewegen sich über den reinen Fahrzeugverkauf hinaus und investieren strategisch in Lieferketten und Schlüsselpositionen – ein Phänomen, das Analysten als „Koreas China-Dilemma“ bezeichnen
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- Druck auf die heimische Industrie: Der Vorsitzende des koreanischen Automobilverbands KAMA warnte, dass Südkorea ohne Produktionsanreize, die denen Chinas, Indiens und der USA entsprechen, die Führung bei E-Autos vollständig an China verlieren könnte
. Der Anteil einheimischer E-Autos ist bereits von 75 % auf 57,2 % gefallen
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- Geopolitisches Risiko: Die koreanische Zentralbank (Bank of Korea) wies darauf hin, dass in China gefertigte Fahrzeuge nun den größten Anteil an den Autoimporten stellen und Deutschland überholt haben. Diese Konzentration birgt Risiken im Falle von Handelsspannungen
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Argentinien
Chinesische E-Autos haben den argentinischen Markt in weniger als zwei Jahren von nahezu Null zu einer dominierenden Kraft umgestaltet. Ermöglicht wurde dies durch Präsident Mileis zollfreie Importpolitik – doch der Zusammenbruch der lokalen Fertigung und die extreme Abhängigkeit von China schaffen akute strukturelle Risiken.
Einzelhandelsexpansion und Flottengeschäfte
- Zollfreier Marktzugang: Mileis Regierung hob die Importzölle auf E-Autos und Hybride auf. Das Kontingent erlaubt die zollfreie Einfuhr von bis zu 50.000 Einheiten im Jahr 2026 – eine Politik, die darauf abzielt, die Inflation zu bekämpfen und den lange abgeschotteten Markt zu öffnen
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- BYDs rasanter Aufstieg: BYD startete den Verkauf in Argentinien Ende 2025 und schaffte es innerhalb des ersten Jahres in die Top 10 der meistverkauften Autos in Südamerikas zweitgrößter Volkswirtschaft
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- Massenlieferungen: Im Januar 2026 löschte das erste speziell für chinesische E-Auto-Exporte gebaute Frachtschiff über 5.800 E-Autos und Hybride im Hafen von Zárate – eine für Argentinien beispiellose Größenordnung
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- Die Importe chinesischer E-Autos erreichten 2026 ein Fünf-Jahres-Hoch und senkten die Autopreise deutlich
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Erreichte Marktanteile
- Einbruch der lokalen Produktion: Der Anteil der in Argentinien produzierten Neuwagen fiel von 65 % in den ersten fünf Monaten des Jahres 2023 auf nur noch 34 % im gleichen Zeitraum des Jahres 2026
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- Importanstieg: Der Anteil der Autos, die von außerhalb Südamerikas importiert wurden, stieg auf 25 %. China ist dabei die am schnellsten wachsende Quelle
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- China ist damit zur drittgrößten Quelle für Autoimporte Argentiniens geworden, mit einem starken Trend zur weiteren Beschleunigung im Jahr 2026
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- Genaue Marktanteile nur für E-Autos sind noch nicht veröffentlicht, doch die Verdrängung der lokalen Produktion ist dramatisch.
Strukturelle Risiken der Abhängigkeit von China-Importen
- Deindustrialisierungsrisiko: Die lokale Fahrzeugproduktion schrumpft rasant – von 65 % Inlandsanteil im Jahr 2023 auf 34 % im Jahr 2026. Dies bedroht Arbeitsplätze, Zulieferketten und die industrielle Kapazität des Landes
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- Politische Kehrtwende: Das zollfreie Kontingent beruht auf einem Regierungsdekret, nicht auf einem völkerrechtlichen Vertrag. Die gesamte Marktstruktur ist damit anfällig für eine einzige politische Entscheidung einer zukünftigen Regierung.
- Geopolitische Spannungen: Mileis im Wahlkampf pro-amerikanische und anti-chinesische Rhetorik ist einer pragmatischen Öffnung für chinesische E-Autos gewichen. Dies erzeugt Spannungen mit Washington, wo US-Beamte Buenos Aires drängen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Peking zu reduzieren
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- Asymmetrische Abhängigkeit: Eine akademische Studie kommt zu dem Schluss, dass Argentiniens Modell in der Wirtschaftsbeziehung mit China „asymmetrische Abhängigkeiten und extraktivistische Logiken“ reproduziert – selbst wenn es die Energiewende vorantreiben will
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- Cyber- und Datensicherheit: Vernetzte chinesische E-Autos werfen potenzielle Risiken für die Cybersicherheit und die Datenhoheit auf, mit denen importierende Demokratien erst beginnen, sich auseinanderzusetzen
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