Die Finanzierungsrunden wurden von Giganten der traditionellen Finanzwelt dominiert, nicht von Krypto-eigenen VC-Fonds:
Kalshi nahm 1 Milliarde US-Dollar (Serie F) bei einer Bewertung von 22 Milliarden US-Dollar auf, angeführt von Coatue – das war eine Verdopplung der Bewertung binnen weniger Monate. Kalshi ist ein von der CFTC regulierter Designated Contract Market, was ihm ein legales Monopol auf US-Ereigniskontrakte verschafft.
Polymarket erhielt 2 Milliarden US-Dollar von ICE (dem Mutterkonzern der NYSE). Die Wette des Börsenriesen auf eine Prognoseplattform, die über regulierte Derivate-Infrastruktur abgewickelt wird, bringt die These auf den Punkt: Die Wall Street kauft regulierte Wett-Schienen, keine erlaubnisfreien Protokolle.
Zusammen machten Kalshi und Polymarket über 40 % der 14 größten globalen Finanzierungsrunden im ersten Halbjahr 2026 aus.
Die Kernaussage der Irina-Heaver-Analyse: Eine Lizenz ist heute der breiteste Burggraben in der Krypto-Welt. Sektoren, die eine behördliche Genehmigung benötigen – Zahlungen, Prognosemärkte, Börsen – zogen praktisch das gesamte offengelegte Kapital an. Der Mechanismus funktioniert wie folgt:
Das Ergebnis: eine sich selbst verstärkende Spirale, in der Regulierungstreue Kapital anzieht, das wiederum in weitere Compliance-Infrastruktur fließt, was unlizenzierte Konkurrenten blockiert.
Bitget-CEO Gracy Chen lieferte einen wichtigen Einwand. In ihrer Halbjahresanalyse und in Bloomberg-Interviews argumentierte sie, dass die Finanzierungsdaten die Gesundheit der Branche in mindestens zweierlei Hinsicht überschätzen :
Ihr übergeordneter Punkt: Die Schlagzeilen über Finanzierungssummen können die Branche stärker erscheinen lassen, als sie ist. Während 11,2 Milliarden US-Dollar an lizenzierte Unternehmen flossen, sind die tatsächliche Liquidität und die Einzelhandelsaktivität zurückgegangen, und der „Retail-Buzz“, der einst die Krypto-Märkte definierte, wurde durch eine leisere institutionelle Infrastruktur ersetzt.