Beide Kriegsparteien gaben Verlustzahlen für die jeweils andere Seite bekannt. Eine unabhängige Bestätigung existiert nicht:
Trotz der gegensätzlichen Ankündigungen zeichnete sich nach Einschätzung unabhängiger Analysten ein Bild verlangsamter russischer Vorstöße ab. Das Institute for the Study of War (ISW) stellte fest, dass die ukrainischen Streitkräfte im Abschnitt Oleksandriwka etwa die Gebiete befreit hätten, die Kiew für sich beanspruchte. Hinweise mehrten sich, dass der Schwung der russischen Sommeroffensive nachließ, auch wenn schwere Bodenangriffe fortgesetzt wurden.
Parallel zu den zähen Bodenkämpfen weitete Russland seine Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte und die Infrastruktur aus. Beobachter werteten dies als Versuch, die ukrainische Moral und Logistik zu schwächen, während die eigenen territorialen Gewinne geringer ausfielen.
Sämtliche genannten Territorial- und Verlustangaben stammen direkt aus offiziellen Verlautbarungen des russischen Verteidigungsministeriums und des ukrainischen Präsidialamtes. Eine unabhängige Überprüfung ist für keine Seite möglich – Grund sind der eingeschränkte Zugang zu den Frontgebieten, die anhaltenden schweren Gefechte und die allgemeine „Nebel des Krieges“. Westliche Analysten, darunter das ISW, bewerteten die ukrainischen Rückeroberungsangaben anhand von geolokalisiertem Videomaterial und Satellitenbildern als grundsätzlich plausibel, betonten jedoch, dass die genauen Frontlinien weiterhin stark umstritten sind.