Die Konsequenz — Ein Beitritt zur chinesischen WAICO führt zum sofortigen Ausschluss aus Pax Silica – inklusive des Zugangs zu gemeinsamen Projekten bei KI-Modellen, Halbleitern und Lieferketten für kritische Rohstoffe.
Der Auslöser — Das Ultimatum folgt auf die Gründung von WAICO am 16. Juli 2026 in Shanghai. Die Organisation startete mit 29 Gründungsmitgliedern, darunter Russland, Brasilien und Kasachstan. Chinas Präsident Xi Jinping bewarb WAICO als Alternative zu Pax Silica, mit Fokus auf offene KI-Modelle und Zugang für Länder des Globalen Südens.
Pax Silica wurde im Dezember 2025 von US-Wirtschaftsstaatssekretär Jacob Helberg ins Leben gerufen. Die Initiative soll die Lieferketten für KI und Halbleiter sichern – von kritischen Mineralien über die Fertigung bis zur KI-Infrastruktur – und gleichzeitig die Abhängigkeit von China verringern. WAICO hingegen versteht sich als chinesisch geführte, zwischenstaatliche Organisation, die vor allem Entwicklungsländern den Zugang zu KI-Technologie und offenen Modellen erleichtern soll.
Kasachstan steht besonders im Fokus, weil das Land nicht nur beide Abkommen unterzeichnet hat, sondern auch über bedeutende Vorkommen kritischer Rohstoffe verfügt, die für die KI-Lieferkette unverzichtbar sind. Damit wird Kasachstan zum direkten Testfall für das US-Ultimatum. Kein anderes Land ist bekanntermaßen in beiden Bündnissen aktiv.
Der Briefentwurf macht deutlich, dass Washington KI-Kooperation als Nullsummenspiel betrachtet, bei dem eine doppelte Loyalität nicht akzeptabel ist. Für viele Länder des Globalen Südens könnte diese Entscheidung weitreichende wirtschaftliche und geopolitische Folgen haben – während beide Supermächte um die Vorherrschaft in der künstlichen Intelligenz ringen.