Die Klage wirft Sony ein illegales Monopol auf den Verkauf digitaler PlayStation-Spiele vor. Die geschlossene Plattform-Architektur des Unternehmens sei „rechtswidrig“, und Sony missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, um künstlich überhöhte Preise zu verlangen .
Die wesentlichen Vorwürfe im Überblick:
Vor dem Competition Appeal Tribunal in London hat der Verbraucherschützer Alex Neill als Klagevertreter eine Sammelklage gegen Sony eingereicht . Sony habe gegen britisches Wettbewerbsrecht verstoßen, indem es ein „geschlossenes Ökosystem“ betreibe, das Spieler daran hindere, digitale Spiele in einem anderen Store als dem PlayStation-Store zu kaufen. Dies habe zu „überhöhten und unlauteren“ Preisen geführt .
Die Klage deckt schätzungsweise rund 12 Millionen britische Verbraucher ab, die seit 2016 digitale Spiele oder Zusatzinhalte gekauft haben . Die Forderungssumme beläuft sich auf umgerechnet rund 1,97 Milliarden britische Pfund (2,7 Mrd. Dollar). Im Erfolgsfall könnten die einzelnen Kläger mit einer Rückzahlung von schätzungsweise 122 Pfund pro Person rechnen .
Sony bestreitet die Vorwürfe und argumentiert, es besitze kein Monopol . Das Gericht hörte, dass Sony angeblich fast ein Jahrzehnt lang überhöhte Preise verlangt habe . Der Prozess endete Anfang 2026 (die Anhörungen fanden im März 2026 statt); ein Urteil wird noch im Laufe des Jahres 2026 erwartet .
Am 1. Juli 2026 bestätigte Sony, dass es ab Januar 2028 die Produktion physischer Spiele-Discs für alle neuen PlayStation-Spiele einstellen wird . Dies gilt sowohl für eigene als auch für Spiele von Drittanbietern. Nach dem Stichtag werden alle neuen Spiele ausschließlich im PlayStation-Store oder als Download-Codes im Einzelhandel erhältlich sein .
Sony begründet diesen Schritt mit der sich verändernden Verbraucherpräferenz hin zu digitalen Medien und dem rückläufigen Verkauf physischer Discs . Die Entscheidung stößt bei Verbrauchern, Spieleerhalts-Experten und Analysten auf massive Kritik. Diese weisen darauf hin, dass Sony mit digitalen Verkäufen deutlich höhere Gewinnmargen erzielt (keine Herstellungs- oder Handelskosten, kein Gebrauchtmarkt) und dass dieser Schritt einen rund 7 Milliarden Dollar schweren Wiederverkaufsmarkt für physische Spiele bedroht .
Trotz der Gegenwehr zeigt sich Sony unbeeindruckt. Finanzvorstand Lin Tao erklärte, das Unternehmen werde den Plan trotz „starker Meinungen“ „vorsichtig weiterverfolgen“ .
Die Klagen in den Niederlanden und Großbritannien zielen direkt auf die Fähigkeit Sonys ab, einen geschlossenen, rein digitalen Store zu betreiben. Der Zeitplan für die Einstellung der Disc-Produktion im Jahr 2028 verstärkt diese Argumente erheblich: Die Kläger argumentieren, dass die Abschaffung physischer Discs den einzigen verbleibenden Preiswettbewerbsmechanismus beseitigen würde (nämlich die Möglichkeit von Händlern, physische Kopien rabattiert anzubieten) und alle Verbraucher endgültig an Sonys eigenen Store zu Sonys Preisen binden würde . Sollte eine der Klagen erfolgreich sein, könnten die Regulierungsbehörden Sony anweisen, Drittanbietern (wie Amazon, GameStop oder anderen digitalen Plattformen) den Verkauf von PlayStation-Digitalcodes zu wettbewerbsfähigen Preisen zu ermöglichen – und damit die 100-prozentige Preiskontrolle Sonys auf seiner eigenen Plattform fundamental brechen .