12. August 2026 – Knapp eine Woche später folgte der zweite Test. Südkoreas Generalstab bestätigte den Abschuss einer ballistischen Rakete um 6:00 Uhr Ortszeit, ebenfalls aus der Region Wonsan. Die Rakete legte mehr als 700 Kilometer zurück .
Beide Starts fallen in die Vorbereitungsphase der Ulchi Freedom Shield-Manöver, die vom 17. bis 27. August 2026 stattfinden. Der erste Test am 6. August erfolgte Tage, bevor die Alliierten die genauen Termine der Übung bekannt gaben. Der zweite Start am 12. August traf mit dem Tag der offiziellen Manöverankündigung zusammen .
Nordkorea betrachtet diese Manöver traditionell als Provokation und Einstimmung auf eine Invasion. Pjöngjang reagiert seit Jahrzehnten mit Waffentests in den Wochen oder Tagen vor den Übungen . Ulchi Freedom Shield dient nach Angaben der Alliierten der Steigerung der gemeinsamen Gefechtsbereitschaft. Die Ausgabe 2026 legt ein besonderes Augenmerk auf Abwehrmaßnahmen gegen Drohnenangriffe, GPS-Störungen und Cyberangriffe . Etwa 18.000 südkoreanische Soldaten sind beteiligt .
Verschärfte trilaterale Koordination – Japan, Südkorea und die USA führten am 7. August eine trilaterale Telefonkonferenz auf Ebene der Außenministerien durch. Dabei verurteilten die Teilnehmer die Raketenstarts als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und riefen Pjöngjang zur Einstellung weiterer Provokationen auf .
Breiterer Eskalationskontext – Bereits am 4. August hatte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, mit der Ankündigung „zusätzlicher militärischer Optionen“ gedroht. Anlass war die wachsende militärische Schlagkraft Japans, insbesondere der Tomahawk-Raketentest Tokios. Kim Yo Jong warf den USA vor, Japans Aufrüstung aktiv zu unterstützen . Der Start vom 6. August folgte nur einen Tag nach dieser Warnung und nachdem Nordkorea Japans Militärpolitik öffentlich scharf kritisiert hatte .
Neue Bedrohungsszenarien – Die Übungen Ulchi Freedom Shield 2026 beinhalten erstmals verstärkt Training gegen Drohnenangriffe, GPS-Störsender und Cyberattacken – eine Anpassung an die sich wandelnden Fähigkeiten Nordkoreas .
Südkorea – Der Generalstab (JCS) bestätigte beide Starts öffentlich. Die Streitkräfte verschärften ihre Überwachung und erhöhten die Einsatzbereitschaft. Das Nationale Sicherheitsbüro berief am 12. August eine Dringlichkeitssitzung ein und forderte Nordkorea auf, die Raketentests einzustellen. Seouls Außenministerium verurteilte die Starts als klaren Verstoß gegen UN-Resolutionen .
Japan – Das Verteidigungsministerium bestätigte die Raketenstarts und verfolgte die Flugbahnen. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi hatte bereits in der Vorwoche die Notwendigkeit betont, Japans militärische Fähigkeiten zu stärken. Tokio beteiligte sich an der trilateralen Telefonkonferenz und verurteilte die Straften .
USA – Die USA beteiligten sich an der Geheimdienstauswertung und der trilateralen diplomatischen Reaktion. Das US-Indo-Pazifik-Kommando erklärte, die Raketen stellten keine unmittelbare Bedrohung für das US-Festland oder die Verbündeten dar, bekräftigte aber die Bündnisverpflichtungen . Washington und Seoul gaben am 10. August gemeinsam die Termine für Ulchi Freedom Shield bekannt – die Manöver finden trotz der Raketentests wie geplant statt. Die USA betonen, die Übungen seien defensiver Natur und für die Abschreckung unerlässlich .
Die beiden Raketentests Nordkoreas von Anfang August 2026 sind als klare Protestgeste gegen die Ulchi Freedom Shield-Manöver zu werten. Gleichzeitig signalisieren sie Pjöngjangs Unmut über die wachsende militärische Rolle Japans. Die Reaktionen der betroffenen Staaten – eine verstärkte trilaterale Abstimmung zwischen Südkorea, Japan und den USA – zeigen, dass die Starts zwar die Sicherheitskoordination forciert, den Manöverplan der Alliierten jedoch nicht beeinflusst haben.