Die entscheidenden Momente, die ihre Kampagne zum Scheitern brachten:
Am Morgen der 8. Etappe wurde Ferrand-Prévot vom medizinischen Personal des Teams untersucht und für nicht einsatzfähig erklärt. Visma | Lease a Bike bestätigte in einer Stellungnahme: „Leider ging es Pauline heute Morgen nicht gut. In Absprache mit dem medizinischen Personal wurde entschieden, dass sie heute nicht starten wird. Wir wünschen Pauline eine gute Besserung!“
Ferrand-Prévot erklärte nach ihrem Ausstieg: „Ich musste das Rennen aufgeben, weil ich am Freitagabend krank wurde. Es war eine schwierige Entscheidung, weil ich mich wirklich darauf gefreut hatte, auf meinen Trainingsstraßen zu fahren, aber Entscheidungen zu treffen, gehört zum Leben, und sie sind selten leicht.“
Ferrand-Prévot ging schonungslos offen mit ihrer Leistung um und räumte ein, dass ihre Vorbereitung und ihr Niveau auf der Straße nicht ausreichten, um vorne mitzufahren.
„Die Vorbereitung war extrem intensiv, aber mein Niveau während des Rennens war bei weitem nicht gut genug, um in dieser Tour eine Rolle zu spielen“, sagte sie .
Trotz der Enttäuschung zeigte sie keine Reue: „Ich habe keine Reue, denn ich habe jeden Tag mein Bestes gegeben.“
Die Titelverteidigerin machte klar, dass sie 2027 zur Tour de France Femmes zurückkehren will, und richtete eine kämpferische Botschaft an ihre Fans.
„Ihr alle macht mich zu einer besseren Athletin, und ich komme nächstes Jahr stärker zurück und versuche es erneut“, sagte sie . Auch auf Social Media bedankte sie sich: „Ich bin dankbar für all eure Unterstützung am Straßenrand. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel sie mir bedeutet.“
Teammanager Rutger Tijssen kündigte an, dass Visma eine umfassende Analyse durchführen werde, sobald Ferrand-Prévot wieder fit sei. Man wolle prüfen, was anders hätte laufen können, und diese Erkenntnisse in die Saison 2027 einfließen lassen .
Ferrand-Prévots Schwierigkeiten bei der Ausgabe 2026 waren nicht allein auf die späte Erkrankung zurückzuführen. Schon im Auftaktzeitfahren konnte sie mit Rivalinnen wie Marlen Reusser, Demi Vollering und Kasia Niewiadoma-Phinney nicht mithalten . Nach dem Zeitverlust auf der 5. Etappe gab sie gegenüber France TV zu: „Ich kann nicht einmal sagen, dass ich mich schlecht gefühlt habe. Ich habe mich auf meinem Niveau gefühlt. Ich denke, die anderen sind einfach eine Klasse besser.“
Die Mont-Ventoux-Etappe, auf der sie fast 11 Minuten hinter den Führenden ins Ziel kam, besiegelte das Aus im Gesamtklassement endgültig . Als sie dann krank wurde, war die Titelverteidigung faktisch bereits gescheitert – der Rückstand auf Gelb war nicht mehr aufzuholen.
Ferrand-Prévots Ausstieg bedeutet, dass Visma | Lease a Bike für die letzten beiden Etappen auf seinen Star verzichten muss. Das Team konzentriert sich nun darauf, andere Fahrerinnen zu unterstützen und die verbleibende Zeit zu nutzen, um Erfahrung für die Zukunft zu sammeln . Für Ferrand-Prévot steht zunächst die Genesung im Vordergrund, danach beginnt die umfassende Analyse ihrer Vorbereitung und Rennstrategie.
Ihre erklärte Absicht, 2027 zurückzukehren, sendet ein klares Signal: Trotz dieses Rückschlags will die Siegerin von 2025 wieder um das Gelbe Trikot kämpfen. Wie sie selbst sagte: „Ich komme nächstes Jahr stärker zurück und versuche es erneut.“