Die Kernbotschaft: Brovdi zufolge arbeiten seine Einheiten mit gerade einmal 14 Prozent der Kapazität, die nötig wäre, um die Krim – die Russland 2014 völkerrechtswidrig annektierte – als Aufmarschgebiet für die russischen Streitkräfte unbrauchbar zu machen. Falls das von westlichen Verbündeten zugesagte Geld schneller einträfe, so Brovdi, könnte seine Truppe siebenmal mehr Militärziele auf der Halbinsel angreifen.
„Die Krim steht im Zentrum unserer strategischen Ziele, den Konflikt zu beenden“, sagte Brovdi der AP. Trotz der Unterfinanzierung habe die Sommeroffensive 2026 bereits erhebliche Schäden an der russischen Infrastruktur angerichtet.
Ein zentraler Pfeiler der Drohnenkampagne ist die systematische Zerstörung der russischen Luftabwehr. Brovdi gab an, seine Kräfte hätten mehr als 300 russische Luftverteidigungssysteme in den vergangenen Monaten ausgeschaltet. Dazu zählen Flugabwehrraketensysteme (wie S-300 und Buk-M3), Radarstationen und elektronische Kampfführungssysteme. Er bezeichnete dies als die Schaffung eines „Fensters“, durch das ukrainische Drohnen tiefer in die Krim vordringen können, ohne abgeschossen zu werden.
Als handfesten Erfolgsindikator nannte Brovdi die drastisch gesunkene Anzahl russischer Raketenangriffe von der Krim aus: Bei vier großangelegten russischen Raketensalven seien insgesamt nur fünf Raketen von der Halbinsel gestartet worden. Dies führt er auf die Zerstörung der Luftabwehrsysteme und Startinfrastruktur zurück, die diese Angriffe ermöglichen und schützen.
Bereits im Juni 2026 hatte er die Zerstörung von 174 Luftabwehrsystemen im Wert von rund 5,4 Milliarden US-Dollar allein in den ersten fünf Monaten des Jahres gemeldet. Bis zum 30. Juli gaben USF-Einheiten dann an, in einem Monat 30 Bestandteile des russischen Luftabwehrsystems getroffen zu haben, darunter an einer einzigen Nacht fünf Komponenten.
Die vielleicht bedeutendste operative Behauptung Brovdis ist, dass die Kampagne eine strukturelle Reaktion der russischen Streitkräfte erzwingt. Etwa zwei Wochen nach Beginn der Offensive Ende Juni 2026 habe der ukrainische Nachrichtendienst festgestellt, dass die russische Führung den Befehl gegeben habe, alle militärischen Kommandostellen und Sicherheitsdienste von der Halbinsel abzuziehen. Zudem gebe es einen geheimen Befehl, geheime Archive und Kunstschätze aus der Krim zu entfernen.
Wichtiger Hinweis: Die Associated Press betonte ausdrücklich, dass sie diese Angaben nicht unabhängig überprüfen konnte. Sollte die Darstellung zutreffen, wäre dies ein großer strategischer Erfolg für Kiew, der zeigt, dass Russland die Krim nicht mehr als sicheres Hinterland für Führung und Kontrolle betrachtet.
Zusätzlich berichtete Brovdi am 9. Juni, dass durch die sogenannte „Mittelschlag-Kampagne“ der USF der russische Militärverkehr auf der wichtigen Noworossija-Autobahn (dem wichtigsten Landkorridor zur Krim) um 71 Prozent eingebrochen sei. Die russische Führung daraufhin den Transport von Militärgütern über den Landkorridor durch die besetzten ukrainischen Gebiete ganz verboten und die Logistik auf Nebenstrecken verlegt haben.
Brovdi äußerte sich auch mehrfach zum sich ständig wandelnden Wettkampf um die elektronische Kriegsführung. Er warnte eindringlich, dass Russland neue Systeme einsetze, die speziell darauf ausgelegt seien, den ukrainischen Drohnenvorteil zu neutralisieren. Dieser Vorteil beruht maßgeblich auf der Nutzung des Satelliteninternets Starlink von SpaceX zur Steuerung der Drohnen.
Mehrere Berichte bestätigen, dass Russland das elektronische Kampfsystem Volna Kupol Garant einsetzt, das in der Lage ist, Starlink-Signale über Gebiete von bis zu 20 Quadratkilometern zu stören. Diese Systeme (Kosten etwa 1,5 bis 1,8 Millionen US-Dollar pro Stück) verfolgen vorbeiziehende Starlink-Satelliten und strahlen ein starkes Störsignal ab, das die Kommunikation mit den Endgeräten darunter unterbricht. Die Ukraine wiederum ist aktiv dabei, diese Systeme zu zerstören – Satellitenbilder sollen mindestens einen solchen Treffer bestätigen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Russland die Entwicklung eines eigenen Satellitenkommunikationsnetzes als Alternative zu Starlink massiv vorantreibt, nachdem die russischen Streitkräfte Anfang 2026 von Starlink abgeschnitten wurden. Brovdi erklärte im Mai 2026, Russland habe bereits Prototypen im Einsatz und prognostizierte: „Innerhalb eines Jahres werden sie sich weiterentwickeln und ein eigenes alternatives Netzwerk entlang der gesamten Frontlinie haben.“
Diese Einschätzung wird vom ukrainischen Militärgeheimdienst gestützt. Generalmajor Wadym Skibyzkyj, stellvertretender Chef des Militärgeheimdienstes, bestätigte am 10. August 2026, dass Russland seine Rasswet-3 („Morgendämmerung“)-Satellitenkonstellation schneller als geplant in Betrieb nimmt. Russland startete die ersten 16 Seriensatelliten im März 2026, entwickelt von der privaten Firma Büro 1440, als direkte Alternative zu Starlink.
Die übergeordnete Botschaft von Brovdi ist, dass die Ukraine einen realisierbaren Weg hat, die Krim als russischen Militärstützpunkt auszuschalten – ohne eine teure Bodenoffensive. Die Kernziele sind: die Unterbrechung der Nachschubwege (Landkorridor und Seeverbindungen), die Ausschaltung der Luftabwehr sowie die Zerstörung der Energieinfrastruktur.
Allerdings sollten diese Angaben mit den nötigen Fragezeichen versehen werden: