Die japanische Studie stellt fest, dass Chinas kombinierte F&E-Ausgaben von Unternehmen und Hochschulen im Jahr 2024 auf 97,1 Billionen Yen (etwa 615 Milliarden US-Dollar) stiegen – ein Plus von 13,1 Prozent. Die USA gaben im selben Zeitraum 95,3 Billionen Yen aus (plus 6,7 Prozent). Japan selbst belegt mit 22,1 Billionen Yen den dritten Platz .
Wichtiger für den internationalen Vergleich ist die kaufkraftbereinigte Betrachtung (PPP), die die OECD und die US-amerikanische National Science Board (NSB) als Standard verwenden. Demnach betrugen die Bruttoinlandsausgaben für F&E (GERD) :
Zusammen kommen China (30 Prozent) und die USA (29 Prozent) damit auf 59 Prozent der weltweiten F&E-Leistung. Auf nominaler Wechselkursbasis liegt noch immer das US-Niveau vorn; die PPP-Berechnung gleicht jedoch Kostenunterschiede zwischen den Volkswirtschaften aus und wird von den zuständigen Behörden als maßgeblich erachtet .
Stetiges, hohes Wachstum: Chinas F&E-Ausgaben stiegen 2024 mit 13,1 Prozent, während die USA nur 6,7 Prozent zulegten. Über ein Jahrzehnt hinweg bewegte sich das chinesische Wachstum bei jährlich fast zehn Prozent .
Die Wirtschaft treibt es: Insbesondere die Unternehmen sind der Motor: Die chinesischen Firmen steigerten ihre Ausgaben um 13 Prozent auf 75,4 Billionen Yen. Die Sektoren Computer, Elektronik und optische Produkte verzeichneten die stärksten Zuwächse .
Industriepolitik und Talentförderung: Die OECD und die NSB führen den Aufstieg auf gezielte staatliche Förderung, Initiativen wie „Made in China 2025“ und die aggressive Anwerbung von Spitzenkräften zurück .
Sektoraler Vorsprung: In vier von neun von der Information Technology and Innovation Foundation untersuchten Hochtechnologiesektoren liegen chinesische Firmen bei der F&E-Investitionsintensität bereits vor ihren US-Rivalen. Lässt man Software und Biopharmazie außen vor, übertreffen chinesische Firmen die US-Konkurrenz sogar um sechs Prozent .
Menge ist nicht gleich Qualität: Die USA haben klare Vorteile bei der Forschungsqualität, einflussreichen Publikationen, dem Anteil der Grundlagenforschung und der Nobelpreisdichte. Die NSB betont, dass die US-Stärken „fortbestehen“, auch wenn China enorm an Dynamik gewinnt .
Vom Labor zum Markt: China schließt die einstige Lücke zwischen Forschungsergebnissen und kommerzieller Anwendung zusehends. Das galt lange als Schwachstelle des chinesischen Innovationssystems .
Reaktion in den USA: Über 3.300 US-Wissenschaftler haben den Kongress aufgefordert, die staatlichen F&E-Ausgaben zu erhöhen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern . Die OECD- und NSB-Daten befeuern die Debatte um die Umsetzung des CHIPS and Science Act .
Strategische Technologien: China führt bereits bei zentralen Indikatoren: Im Jahr 2024 kamen aus China 82.708 internationale KI-Patente – mehr als aus jedem anderen Land. Bei Patenten zur Quanteninformationstechnologie liegt China mit 4.319 Fällen weit vor den USA (812 Fällen) .
Chinas F&E-Intensität (F&E-Ausgaben im Verhältnis zum BIP) lag 2024 bei 2,69 Prozent und damit unter dem US-Wert . Die USA geben zudem nominal und in der Grundlagenforschung mehr aus und produzieren weiterhin einen höheren Anteil an Spitzenforschung .
Der Befund des japanischen Berichts ist ein bedeutender symbolischer und quantitativer Meilenstein – aber er bedeutet nicht, dass die USA ihre Führungsrolle in der Wissenschaft komplett verloren hätten. Die Gesamtausgaben sind nur eine Dimension eines komplexen Bildes, das auch Forschungsqualität, Talentdichte und institutionelle Stärken umfasst.