Bei dem Treffen im Weißen Haus am 28. Juli bat Präsident Selenskyj Präsident Trump, Elon Musk zur Aufhebung der Starlink-Beschränkung in Russland zu bewegen . Konkret forderte die Ukraine Zugang zu Starlink, um ihre Drohnen auf russische Raketenabschussrampen auf russischem Territorium zu lenken – eine Idee, die nach Ansicht Kiews die Abhängigkeit der Ukraine von US-amerikanischen Patriot-Abfangraketen verringern würde . Selenskyj brachte das Anliegen auch bei Abgeordneten auf dem Kapitolshügel während seines Washington-Besuchs vor .
Trumps Antwort war zurückhaltend. Mehreren Quellen zufolge sagte er, er werde die Bitte prüfen und mit Musk besprechen, gab aber keine verbindliche Zusage . Musk lehnte ein separates Treffen mit Selenskyj ab . Stand 8. August 2026 hat Musk seine Position nicht geändert .
Die Ukraine leidet unter einem akuten Mangel an Abfangraketen für ihre Patriot-Systeme, während sie sich auf den vermutlich schwersten Winter des Krieges vorbereitet . Das zentrale strategische Argument Kiews lautet: Wenn Starlink-gelenkte Angriffe auf russische Raketenwerfer in Russland erlaubt würden, könnte die Ukraine Angriffe an der Quelle unterbrechen und die Zahl der abzufangenden Raketen drastisch reduzieren .
Die Denkfabrik Foundation for Defense of Democracies (FDD) argumentierte, die USA sollten „der Bitte der Ukraine schnell nachkommen“ und bezeichnete sie als hochwirksamen Hebel, um die ukrainische Infrastruktur zu schützen, ohne zusätzliche US-Abfangraketen liefern zu müssen . Im Rahmen des vorgeschlagenen Plans würde Starlink die präzise Lenkung für sogenannte „Mittelschlag-Drohnen“ übernehmen – eine Kategorie, die die Ukraine zunehmend gegen russische Logistik- und Raketensysteme in Russland einsetzt .
Der Vorschlag spiegelt auch eine grundlegende Einschränkung wider: Die US-Bestände an Patriot-Abfangraketen sind durch den Krieg mit Iran dramatisch dezimiert, was die Liefermöglichkeiten an Kiew begrenzt . Indem die Ukraine Starlink-gesteuerte Drohnenangriffe als Ersatz für Abfangraketen anbietet, schlägt sie im Grunde eine kosteneffizientere, selbst betriebene Alternative für eine Lieferkette vor, die zu einem kritischen Engpass geworden ist.
Dies ist kein Einzelfall. Musk hat wiederholt unilateral die Kontrolle über die militärische Nutzung von Starlink ausgeübt:
Das durchgängige Muster: Musk – als alleiniger Privateigentümer von SpaceX – behandelt die militärische Nutzung von Starlink als seine persönliche Entscheidung. Er schaltet den Zugang nach eigenem Risikokalkül frei oder sperrt ihn, insbesondere aus Angst vor einer nuklearen Eskalation . Dies verleiht einem einzelnen Menschen eine außergewöhnliche Macht über eine Fähigkeit, die für die Kommunikation und den Drohneneinsatz der Ukraine auf dem Schlachtfeld entscheidend geworden ist .
Der Streit um die Starlink-Tiefschlagsfähigkeit offenbart eine strukturelle Verwundbarkeit für jedes Militär, das auf kommerziell betriebene Satelliteninfrastruktur angewiesen ist. Die ukrainischen Drohnenoperationen – die sich gegen russische Nachschublinien und Raketenwerfer als wirksam erwiesen haben – sind auf Starlink angewiesen, um die hohen Bandbreiten und niedrigen Latenzzeiten zu erreichen, die für die Steuerung von Drohnen jenseits der Sichtlinie nötig sind . Ohne Zugang in Russland sind die Langstreckendrohnen der Ukraine gezwungen, für grenzüberschreitende Angriffe auf weniger präzise KI-basierte Navigation zurückzugreifen .
Nach den neuesten Berichten wurde keine Einigung erzielt. Trump hat keinen öffentlichen Druck auf Musk ausgeübt, und Musk ist nicht eingelenkt . Angesichts des nahenden Winters und der knappen Abfangraketenbestände der Ukraine bleibt die Entscheidung über Starlinks rote Linie in Russland eine der folgenreichsten Entscheidungen einer einzelnen Person in diesem Krieg.