Während Peseschkian nach innen Ruhe ausstrahlt, laufen die hochriskanten Verhandlungen um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Flaschenhälse für den globalen Ölhandel – unter Vermittlung Omans auf Hochtouren.
Trotz dieser optimistischen Signale blieb die Straße von Hormus de facto blockiert. Am 4. August wurde erneut ein Schiff beim Versuch der Durchfahrt angegriffen .
Während die Diplomaten um eine Einigung ringen, arbeitet das hardlinerische Parlament in Teheran daran, die langfristige Kontrolle über die strategische Wasserstraße gesetzlich zu verankern. Am 6. August 2026 begann ein parlamentarischer Ausschuss mit der Prüfung eines Gesetzesentwurfs, der US-amerikanische, israelische und andere „feindliche“ Schiffe dauerhaft von der Durchfahrt durch die Straße von Hormus ausschließen soll .
Die Eckpfeiler des Gesetzes, das offiziell den Titel „Strategische Aktion für die Sicherheit und das nachhaltige Management der Straße von Hormus“ trägt , sind:
Schon im Juli 2026 hatten Hardliner im Parlament einen entsprechenden Managementplan eingebracht . Dass der Gesetzesentwurf nun parallel zu den diplomatischen Fortschritten vorangetrieben wird, zeigt die Entschlossenheit Teherans, seine Souveränität über die Wasserstraße dauerhaft zu behaupten.
Die öffentlichen Darstellungen aus Teheran und Washington gehen so weit auseinander, dass kaum zu bestimmen ist, welche Version der Ereignisse zutrifft.
Bis zum 7. August erklärte Iran, dass „ein US-Sieg keine Anzeichen einer Verwirklichung“ zeige – ein deutlicher Hinweis auf die tiefe Kluft in der öffentlichen Darstellung.
Der Ausgang der Verhandlungen um die Straße von Hormus hat immense Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. In Friedenszeiten wurden ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch diese Meerenge transportiert . Die anhaltende Blockade und das Risiko einer weiteren Eskalation haben bereits zu erheblichen Schwankungen der Ölpreise geführt . Die parallelen Verhandlungs- und Gesetzgebungsprozesse in Iran deuten darauf hin, dass selbst bei einer vorübergehenden Einigung der rechtliche Rahmen für eine dauerhafte Kontrolle bereits aufgebaut wird.
Das Fazit: Peseschkians Beschwichtigungen im Inland verbergen nicht die sich rapide entwickelnde Krise. Eine Einigung zur Wiedereröffnung der Meerenge mag in greifbarer Nähe sein, doch das hardlinerische Parlament arbeitet gleichzeitig an einer Gesetzgebung, die eine endgültige Lösung noch deutlich erschweren könnte.