Auch die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) gab zunächst um etwa 5 Prozent auf rund 80 US-Dollar nach. Am 5. August fiel sie auf ungefähr 75,64 US-Dollar, nachdem Berichte über einen möglichen Entwurf zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus die Märkte erreicht hatten .
Die politische Lage ist allerdings weiterhin unsicher. Iran bestreitet direkte Gespräche mit Washington, während US-Vertreter auf laufende Verhandlungen verweisen . Iran und Oman einigten sich zwar auf eine geplante Schiffsroute durch die Meerenge, doch das bedeutet noch keine vollständige Öffnung. Vermittler wie Katar bemühten sich im Laufe der Woche weiter um Fortschritte .
In Pakistan kam die Entlastung vergleichsweise schnell bei den Verbrauchern an. Am 3. August senkte die Regierung den Benzinpreis um 4,08 Rupien und den Dieselpreis um 2,45 Rupien je Liter. Als Begründung wurden ausdrücklich die nachgebenden internationalen Ölpreise im Zuge der Entspannung zwischen den USA und Iran genannt .
Am 7. August folgte eine weitere Senkung: Benzin wurde um 3,19 Rupien auf 329,82 Rupien je Liter billiger, Diesel um 1,50 Rupien auf 382,36 Rupien .
Damit verbilligte sich Benzin in der ersten Augustwoche insgesamt um etwa 7,27 Rupien je Liter, Diesel um etwa 3,95 Rupien. Möglich wurde die schnelle Weitergabe auch durch Pakistans tägliche Preisermittlung für Erdölprodukte, die internationale Marktbewegungen relativ unmittelbar in die Inlandspreise einfließen lässt .
Auch in Tansania wurde der Rückgang der internationalen Ölpreise direkt sichtbar. Die Energie- und Versorgungsaufsicht EWURA senkte die landesweiten Preisobergrenzen mit Wirkung zum 5. August 2026 .
In Daressalam, dem wichtigsten Einfuhr- und Verteilzentrum des Landes, sanken die maximalen Endverbraucherpreise je Liter wie folgt:
Es war bereits der zweite Monat in Folge mit sinkenden Preisen. Im Juli war Benzin erstmals seit drei Monaten wieder unter die Marke von 4.000 Schilling je Liter gefallen .
Für Nigeria liegt im untersuchten Zeitraum keine aktuelle, verifizierbare Meldung vor, die eine direkte Senkung der heimischen Benzinpreise mit dem Ölpreisrückgang Anfang August verknüpft.
Das liegt auch an der Struktur des nigerianischen Kraftstoffmarktes: Subventionen und regulatorische Verzögerungen können dazu führen, dass sich Veränderungen beim Rohöl nicht automatisch und nicht sofort an den Tankstellen niederschlagen. Sollte der Ölpreis länger niedrig bleiben, könnten Verbraucher später profitieren. Für die erste Augustwoche ist eine solche Weitergabe jedoch nicht dokumentiert.
Auch für Indonesien gibt es keinen verifizierbaren Nachweis, dass der konkrete Ölpreisrückgang Anfang August bereits zu niedrigeren Inlandspreisen geführt hat.
Indonesien subventioniert Kraftstoffe in erheblichem Umfang. Die Regierung passt die Preise in der Regel in regelmäßigen Abständen und nicht täglich an. Das Fehlen einer bestätigten Senkung schließt spätere Anpassungen nicht aus – für die erste Augustwoche ist der Effekt an der Zapfsäule aber nicht belegt.
Die Ölpreise bleiben anfällig für neue Rückschläge. Widersprüchliche Aussagen aus Washington und Teheran sorgen weiterhin für Unsicherheit . Sollten die Gespräche scheitern, könnte der Preis schnell wieder steigen und die bisherige Entlastung bei den Verbrauchern teilweise oder vollständig umkehren.
Durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Engstellen für den weltweiten Öltransport, fließen rund 20 Prozent des globalen Ölangebots. Die Vereinbarung zwischen Iran und Oman über eine vorübergehende Route ist daher ein wichtiger Schritt, stellt aber noch keine vollständige Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs dar .
Zwischenfazit: In Pakistan und Tansania ist die Entlastung bereits konkret an den Tankstellen angekommen. In Nigeria und Indonesien warten Verbraucher dagegen noch auf einen nachweisbaren Durchschlag der internationalen Preisbewegung.